![]() |
Hygieniker Prof. Dr. Dr. h.c. Helge Karch und sein Team am Uniklinikum Münster (Institut für Hygiene, Konsiliarlabor für Hämolytisch- Urämisches Syndrom HUS) hat Screening- und Bestätigungstests für den EHEC-Ausbruchsstamm HUSEC041 entwickelt. Bei dem Test handelt es sich um eine Multiplex-PCR, bei der spezifische Gene des Ausbruchsstammes vervielfältigt und somit nachgewiesen werden können. Mit Hilfe dieses molekularbiologischen Verfahrens ist es möglich, schon kleinste Mengen von EHEC-Erregern innerhalb weniger Stunden auf die speziellen Eigenschaften des Ausbruchsstammes zu untersuchen. Konkret geht es um vier Gene, die in ihrer Kombination für HUSEC041 einzigartig sind: die für die O104- und H4-Antigene, für das Shiga Toxin 2 sowie für die Schwermetallresistenz kodierenden Gene. Dieser kann in jedem molekularbiologischen Labor durchgeführt werden - das komplette Testprotokoll steht auf www.ehec.org zur Verfügung.
Einsatzmöglichkeiten des EHEC-Schnelltests - UKE-Mediziner sind skeptisch
Jörg Debatin, ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), sieht im UKE keinen Bedarf für einen solchen Schnelltest, da im Augenblick alle Patienten im UKE mit den klassischen Symptomen ausnahmslos mit dem Darmkeim EHEC infiziert seien. Holger Rohde, Leiter der Mikrobiologie am UKE, sieht laut SPIEGEL ONLINE durchaus einen Sinn für den Schnelltest, vor allem für jene Labore und Kliniken, die weniger Erfahrung im Umgang mit EHEC-Erregern haben. Für sie sei der Diagnose-Test wichtig und liefere schnell und sicher ein Ergebnis. Am UKE habe man den Erreger aber bereits mit Hilfe der eigenen Diagnostik nachweisen können. Bei möglichen künftigen Ausbrüchen könne der EHEC-Schnelltest aber sehr hilfreich sein.
Bakterielle Virulenzeigenschaften von HUSEC041
Desweiteren wurden in den letzten Tagen in Münster bereits wichtige bakterielle Virulenzeigenschaften nachgewiesen. Die Ergebnisse zeigen, dass es sich bei bei dem HUSEC041-Ausbruchsstamm um einen Erreger mit erweiterten Virulenz-, Schwermetall- und Antibiotikaresistenz-Eigenschaften handelt. Prof. Karch: „Dieser Stamm kann als Hybrid oder Chimäre bezeichnet werden, da er Virulenzeigenschaften unterschiedlicher Erreger vereint." Die Arbeiten an der Gesamtgenomsequenzierung werden in Münster mit Hochdruck vorangetrieben und sind bald abgeschlossen.
http://www.klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=presse_aktuelles
http://www.spiegel.de/
Verwandte Artikel :
Schlüsselwörter : Bestätigungsanalytik Diagnostik EHEC Helge Karch HUS HUSEC041 Jörg Debatin Konsiliarlabor für Hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS) Labormedizin Multiplex-PCR PCR Schnelltest Screening Serotyp O104 UKE Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Universitätsklinikum Münster
Leserkommentare (0)