Lesenswert: Analytische Chemie

  • Analytische Chemie, 3. AuflageAnalytische Chemie, 3. Auflage
  • Analytische Chemie, 3. Auflage
  • Professor G. Schwedt
  • Prof. Dr. Torsten C. Schmidt
  • Prof. D.r Oliver J. Schmitz

Die analytische Chemie ist von der Laborpraxis, bis hin zu industriellen Prozessen ein entscheidender Bestandteil und beantwortet die essentiellen Fragen „Was?“ und „Wieviel?“, womit sie unter anderem maßgeblich zur Aufklärung von Inhaltsstoffen, unerwünschten Nebenprodukten und der Qualitätskontrolle beiträgt. Jedoch bedarf es der richtigen Technik um die jeweilige Fragestellung am effizientesten zu behandeln. Das Buch behandelt ein weites Spektrum an Methoden, die Ihre Anwendung in der analytischen Chemie finden. Für Anfänger und erfahrene Anwender geeignet, finden hier Titration und Gravimetrie ebenso ihren Platz wie NMR und Massenspektrometrie. Die verschiedenen Methoden werden nicht nur eingehend behandelt, sondern auch die entsprechenden Stärken, Schwächen und Einsatzschwerpunkte diskutiert. Vom Molekül zum Enzym, von der Konzentration zur Strukturaufklärung – hier findet jeder das passende Werkzeug.

Über die Autoren:

Georg Schwedt
Georg Schwedt war nach seiner Habilitation in Analytischer Chemie 1978 und einer Professur in Göttingen Direktor des Instituts für Lebensmittelchemie und Analytische Chemie der Universität Stuttgart. Von 1987 bis 2006 war er Professor für Anorganische und Analytische Chemie an der TU Clausthal.

Torsten C. Schmidt
Prof. Dr. Torsten C. Schmidt leitet den Lehrstuhl für Instrumentelle Analytische Chemie und das Zentrum für Wasser- und Umweltforschung an der Universität Duisburg-Essen und ist wissenschaftlicher Direktor am IWW Zentrum Wasser. 2013 erhielt er den Fresenius-Preis der GDCh.

Oliver J. Schmitz
2009 erhielt Oliver J. Schmitz eine Professur für Analytische Chemie an der Bergischen Universität Wuppertal (BUW), bevor er dann 2013 den Ruf auf eine W3-Professur für Angewandte Analytische Chemie an der Universität Duisburg-Essen annahm. 2009 gründete er zusammen mit zwei Kollegen die Firma iGenTraX UG, die neue Ionenquellen für kommerzielle Massenspektrometer entwickelt. 2013 erhielt er den Gerhard-Hesse Preis für Chromatographie.

Interview:

GIT: Was sind Ihre Forschungsschwerpunkte bzw.

wissenschaftlichen Interessen?
Schwedt: Speciation (Elementspeziesanalytik) und Ionenchromatographie
Schmitz: Meine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Multidimensionalen Chromatographie, der Ionenquellenentwicklung und der Kopplung von Trenntechniken mit der Massenspektrometrie.
Schmidt: Meine Forschungsinteressen liegen in zwei komplementären Bereichen: erstens der Entwicklung und Anwendung analytischer Methoden mit Fokus auf Probenvorbereitung, Trenntechniken und Isotopenanalytik, zweitens auf der prozessorientierten Umweltchemie in natürlichen und technischen aquatischen Systemen mit Fokus auf Sorptions- und Oxidationsprozessen. Wir versuchen vor allem, Schnittstellen dieser Bereiche in beide Richtungen zu nutzen.

GIT: Was war der konkrete Anlass das Buch zu schreiben?
Schwedt: Meine Lehrtätigkeit auch in der angewandten Analytik in drei Jahzehnten
Schmitz: Ich halte dieses Buch für eins der besten deutschsprachigen Lehrbücher der Analytischen Chemie und als Herr Schwedt uns ansprach gemeinsam die 3. Auflage zu gestalten, habe ich gern zugestimmt.
Schmidt: Die Bücher von Herrn Schwedt gehörten bei mir bereits als Student zur Standardausstattung eines analytischen Chemikers. Sein Textbuch zur analytischen Chemie ist in den ersten zwei Auflagen bereits sehr gut angenommen worden. Daher war es eine große Ehre, dass er 2014 Herrn Schmitz und mich angesprochen hat, ob wir sein Werk gemeinsam mit ihm in der nun erschienenen dritten Auflage fortführen wollen.

GIT: Welche Zielgruppen bedient das Buch?
Schwedt: Studenten im Masterstudiengang
Schmitz: Studenten der Naturwissenschaften, Laborpersonal und Wissenschaftler, die sich über analytische Methoden kurz informieren wollen.
Schmidt: Das Buch richtet sich primäre an Bachelor- und Master-Studierende der Chemie oder verwandter Disziplinen, in denen die Nutzung analytisch-chemischer Methoden von Bedeutung ist. Wir hoffen natürlich auch darauf, dass es als Nachschlagewerk für Praktiker im Anschluss an das Studium genutzt wird.

GIT: Welche Vorkenntnisse sollte der Leser haben?
Schwedt: Fundiertes Grundwissen in allen drei Kernfächern der Chemie – Anorganische, Organische und Physikalische Chemie.
Schmitz: Grundkenntnisse in der Chemie.
Schmidt: Grundkenntnisse in Chemie und Mathematik sind erforderlich. Die analytische Chemie selbst wird von Grundlagen ausgehend eingeführt.

GIT:  Welche Struktur hat das Buch?
Schwedt: Methoden- und praxisorientiert.

GIT: Welchen Einfluss hat die Informatik im Gebiet der analytischen Chemie?
Schwedt: Hinsichtlich Datenverarbeitung und Qualitätssicherung ist der Einfluss groß.
Schmidt: Bioinformatische und chemometrische Methoden werden immer wichtiger zur Verarbeitung und Auswertung umfassender Messdaten, wie sie zum Beispiel in den –omics-Techniken generiert werden. Die sichere Datenfernübertragung zum Beispiel für personalisierte Analysegeräte oder von Sensoren ist ebenfalls ein wichtiges Thema in deren weiterer Verbreitung. In beiden Fällen stellen sich auch ethische Fragen des Umgangs mit Big Data und Data Mining, die allerdings weit über die analytische Chemie hinausgehen.

GIT: Wie verbreitet sind Labor Informations Managment Systeme (LIMS) und elektronische Laborbücher (ELN) in der Analytik?
Schwedt: Gering.
Schmitz: Aufgrund der Kosten sind diese Systeme an den Unis noch nicht allzu häufig vertreten.
Schmidt: LIMS-Systeme sind im universitären Analytik-Labor weiterhin die Ausnahme. Ständig wechselnde Anforderungen, Personen und Geräte erschweren die Einbindung. Für die Ausbildung ist das schade, denn in vielen Betrieben und Analyselabors gehören LIMS heute zum Alltag und Erfahrung im Umgang damit wird bei Berufseinsteigern gern gesehen. ELN sehe ich aus meiner Perspektive noch mehr in den Kinderschuhen und der Weg zum gänzlich papierlosen Labor scheint mir noch recht weit zu sein. Da aber immer mehr Daten ohnehin nur noch digital erfasst und gespeichert werden, haben wir auch derzeit schon Hybridmodelle der Ergebnissicherung.

GIT: Was sind – Ihrer Meinung nach - die Trends in der analytischen Chemie?
Schwedt: Technologische Entwicklungen innerhalb der bestehenden Methoden.
Schmitz: Effektbasierte Analytik, High-speed Analytik, Non-target Analytik und Single-Cell Analytik.
Schmidt: Trends umfassen auf der einen Seite Miniaturisierung, Automatisierung vor allem der Probenvorbereitung, schnelle Hochdurchsatz-Analytik, einfache und/oder personalisierte vor-Ort-Analytik, auf der anderen Seite die möglichst umfassende Untersuchung sehr komplexer Proben mit aufwändigen Methoden, z. B. mehrdimensionalen Trenntechniken gekoppelt mit hochauflösenden Massenspektrometern.

Schwedt, G. / Schmidt, T. C. / Schmitz, O. J.
Analytische Chemie
Grundlagen, Methoden und Praxis
3., überarb. u. aktualis. Auflage
2016
Hardcover
ISBN: 978-3-527-34082-8

Auch in elektronischen Formaten verfügbar.

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