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Zukunftsfeld „personalisierte Medizin“

Herausforderungen bei der Medikamentenentwicklung

12.03.2010
Die personalisierte Medizin soll zum einen helfen, die Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten zu erhöhen. Zum anderen erhofft man sich, damit den Prozess der Medikamentenentwicklung effizienter und günstiger gestalten zu können.
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Die personalisierte Medizin soll zum einen helfen, die Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten ... V.l.n.r.: Dr. Georg Kääb und Prof. Dr. Horst Domdey (Bio M) freuen sich über den Erfolg des ... 

Die unabhängige Jury zum „Spitzencluster-Wettbewerb" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat aus dem Kreis von 10 Finalisten die endgültigen Gewinner der 2. Wettbewerbsrunde ausgewählt. Einer der Gewinner ist der Münchner Biotech Cluster: „m4 - eine neue Dimension in der Medikamentenentwicklung".

Mit dieser Fördermaßnahme erhält die Neuausrichtung der Münchner Biotechnologie- und Pharmaunternehmen auf das Zukunftsfeld „personalisierte Medizin" einen gewaltigen Schub. Die „personalisierte Medizin" hat das Potential, die heutigen Probleme und Herausforderungen bei der Medikamentenentwicklung zu überwinden.

Maßgeschneiderte Therapien

Durch individuelle Besonderheiten im Genom variieren die Behandlungserfolge von Arzneien von Mensch zu Mensch ganz erheblich. Was den einen gesund macht, hat bei dem anderen keine Wirkung oder führt sogar zu gravierenden Nebenwirkungen. Diesen Mangel an Wirksamkeit und Sicherheit vieler heute am Markt befindlicher Medikamente will die personalisierte Medizin beheben, indem für bestimmte Patientengruppen „maßgeschneiderte Therapien" entwickelt werden sollen. Auf der anderen Seite verspricht die personalisierte Medizin, den Prozess der Medikamentenentwicklung, der heute extrem hohe Kosten verursacht, sehr viel Zeit beansprucht und nur selten erfolgreich ist, effizienter und günstiger zu gestalten.

Enge Vernetzung aller Akteure

Mit Unterstützung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums hatte Bio M Biotech Cluster Development vor etwa einem Jahr die Koordination des Münchner Wettbewerbsbeitrages übernommen. Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen und -institute der beiden Münchner Universitäten LMU und TUM und ihrer Universitätskliniken sowie des Helmholtz Zentrums München haben sich auf dieses gemeinsame Leitthema der „personalisierten Medizin" eingeschworen.

Der Münchner Biotech Cluster tritt nun durch die Spitzenclusterförderung gestärkt an, um durch eine frühzeitige und enge Vernetzung aller Akteure die zielgerichtete Medikamentenentwicklung sowie deren Überprüfung und Zulassung - den Prozess der Wertschöpfung also - effizienter zu gestalten. Dazu nutzt der Cluster die vorhandenen Kompetenzen in Forschung, präklinischer und klinischer Entwicklung, um passgenau therapeutisch einsetzbare Moleküle für die betroffenen Patientenpopulationen erfolgreicher zur Zulassung zu bringen.

Dadurch erhält München die Chance, sich zu einem international anerkannten „Center of Excellence" der personalisierten Medizin zu entwickeln.

Die vom BMBF bewilligte Fördersumme von rund 40 Mio. € wird mit einem mindestens gleich hohen Anteil an Eigenfinanzierung der beteiligten industriellen Partner zu einem Gesamtvolumen von 80 Mio. € aufgestockt. Das Land Bayern hat für den Erfolgsfall in diesem Wettbewerb weitere rund 14 Mio. € zugesagt, die für einen Ausbau des Clustermanagements, für Firmengründungen sowie für eine Zwischenfinanzierung besonders Erfolg versprechender Projekte gedacht sind. Hierbei sind die Mittel des bayerischen Staates zum Teil als Sockel für einen speziellen Fonds gedacht, in den weitere Finanzmittel von Investoren integriert werden sollen. Das Gesamtvolumen des Münchner Vorhabens beläuft sich damit also zum jetzigen Zeitpunkt auf fast 100 Mio. €! Über 40 Projektideen aus dem Großraum München mit mehr als 100 Partnern aus Industrie und Wissenschaft sind in den gemeinschaftlichen Antrag eingeflossen, wobei in besonders hoher Zahl Kooperationsprojekte der mittelständischen Biotechnologie-Unternehmen mit den hiesigen Forschungsinstituten vertreten sind.

Auf dem besten Weg zur Marktzulassung

In einer zweiten Säule sollen strukturelle Verbesserungen in der Region München dazu führen, dass die Wertschöpfung in der Medikamentenentwicklung aus der Grundlagenforschung heraus bis zur Marktzulassung schneller und effizienter vonstatten geht. Hierzu wird beispielsweise ein zentrales klinisches Studienzentrum eingerichtet, eine eigene Academy gegründet, die das spezifisch benötigte Fachpersonal ausbilden wird, eine umfassende IT-Struktur geschaffen, die die großen Datenmengen zu überschauen hilft und ein Konsortium der Gewebebanken gebildet, das für die spezifische Entdeckung von „individuellen Krankheitsmarkern" essentiell ist.

Autor(en):
Prof. Dr. Horst Domdey

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Schlüsselwörter : Biotech Biotechnologie BMBF Drug Discovery Personalisierte Medizin Pharma Therapie

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