Internationale Expertenrunde diskutiert nachhaltige Labortechnologie auf der Achema

  • Teilnehmer der Expertenrunde zur nachhaltigen Labortechnologie auf der Achema 2012 in Frankfurt.Teilnehmer der Expertenrunde zur nachhaltigen Labortechnologie auf der Achema 2012 in Frankfurt.
  • Teilnehmer der Expertenrunde zur nachhaltigen Labortechnologie auf der Achema 2012 in Frankfurt.
  • Philip Wirdzek und Dr. Wolfgang Hönle
  • Bruce Nepp und Andreas Rietz
  • Egbert Dittrich und Peter Dockx
  • Konrad Kreuzer und Gordon Sharp

Eine internationale Expertenrunde erörtert Strategien für nachhaltige Labortechnologien im Rahmen der Achema 2012, dem Ausstellungskongress für chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie.

Zu der von Egbert Dittrich, Geschäftsführer der Europäischen Gesellschaft für Nachhaltige Labortechnologien e.V. (Egnaton) geleiteten Podiumsdiskussion im Forum des Frankfurter Messegeländes waren folgende Teilnehmer eingeladen worden:

  • Peter Dockx, Berater für Laborkonstruktion, Van Looy Group, Antwerpen, Belgien
  • Dr. Wolfgang Hönle, Kommissionsmitglied AK Laboratorien im Fachgebiet „Rohstoffe und Chemische Industrie" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Ettlingen, Deutschland
  • Konrad Kreuzer, Präsident der Europäischen Gesellschaft für Nachhaltige Labortechnologien e.V. (Egnaton), Bensheim, Deutschland
  • Bruce Nepp, Abell Nepp Architects, Konstruktionsberater für wissenschaftliche und Hochschuleinrichtungen, London, Großbritannien
  • Andreas Rietz, Referatsleiter Nachhaltiges Bauen, Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Berlin, Deutschland
  • Gordon Sharp, Gründer und Vorsitzender der Aircuity Inc., Newton, MA, USA
  • Philip Wirdzek, Präsident des International Institute for Sustainable Laboratories (I2SL), Annadale, VA, USA

Angesichts eines stetig wachsenden Energiebedarfs und den endlichen Rohstoffvorkommen drängt sich die Diskussion um Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft immer mehr auf. Seit längerem ist Nachhaltigkeit auch bei der Planung, der Konstruktion und dem Betreiben wissenschaftlicher Labore ein Thema geworden. Internationale Interessensverbände wie Egnaton in Europa und I2SL in den USA tragen aktiv dazu bei, Empfehlungen für nachhaltige Labortechnologien im Rahmen der Prozesse und technischer Gebäudeausstattung zu erarbeiten. Dazu werden alle Themenfelder unter Beachtung ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Aspekte bearbeitet.

Innerhalb der Expertenrunde wurde zunächst gespiegelt, dass großer Bedarf für nachhaltige Labortechnologie und Akzeptanz für ein Zertifizierungsverfahren bestehe, besonders wenn es für das Marketing dienlich wäre oder andere Vergünstigungen mit sich brächte.

Allerdings müssten die Kriterien an den Bedarf an Energie, Komfort und Sicherheit des Personals an die jeweiligen Gebäudetypen angepasst werden. Ein reines Bürogebäude benötige ca. ein Achtel der Energie eines Laborgebäudes und sei so unter ganz anderen Maßstäben zu beurteilen. Bei Laborgebäuden müsste man wiederum zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen unterscheiden. Ein chemisches Labor sei anders einzustufen als ein biologisches Labor, in dem mit hochgefährlichen Pathogenen gearbeitet würde. Für die Planung interessant wäre die Verfügbarkeit von Referenzgebäuden oder das virtuelle Modelling für die Konzeption neuer Gebäude. Im Zusammenhang der Baukonstruktion spiele es auch eine entscheidende Rolle, ob es sich um die Planung für ein Einzelgebäude oder um die Vernetzung mehrerer Gebäuden in einem Campus drehe.

In Hinblick auf Sicherheit und Komfort steht die Infrastruktur innerhalb eines Gebäudes im Fokus. Verfügt das Gebäude über eine effiziente Klimatisierung seiner Räumlichkeiten? Wie weit sind Laborplatz, Büroplatz und soziale Treffpunkte, die den Gedanken- und Meinungsaustausch katalysieren, voneinander entfernt oder sogar kombiniert? Ist in dem Gebäude ein effektives Zu-und-Abluftsystem installiert, das nach den Experten aus sicherheitstechnischen Gründen eine sehr hohe Priorität haben sollte?

Erwiesen war für die Runde, dass viele Laborbetreiber nicht auf dem aktuellsten Informationsstand seien, was technologisch umsetzbar ist, um Sicherheit, Produktivität und Motivation des Laborpersonals zu steigern. Weiterhin stimmte das Gremium überein, das Nachhaltigkeit in der Labortechnologie ein sehr dynamisches System sei und sich fortlaufend weiter entwickle. Permanente Evaluierungsprozesse wären, so die Experten, wünschenswert. Abschließend ist zu sagen, dass sich gemäß der Betriebskosten Laborbetreiber mehr und mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen müssen, alleine um Kosten zu sparen und um wettbewerbsfähig zu bleiben.

 

Kontaktieren

Europäische Gesellschaft für Nachhaltige Labortechnologien e.V., Egnaton
Mühltalstr. 61
64625 Bensheim
Deutschland
Telefon: +49 (0)6251/704720
Telefax: +49 (0)6251/7047220

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