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Isotopenanalytik für den Artenschutz

Uni Mainz kooperiert mit WWF, Bundesamt für Naturschutz und International Council for Game and Wildlife Conservation

23.11.2010
Referenzdatenbank hilft bei der Unterscheidung von legalem und illegalem Elefanten-Elfenbein. Bild: Elfenbeinfiguren in Windhuk, Namibia. (c) WWF-Canon / Folke WULF
Referenzdatenbank hilft bei der Unterscheidung von legalem und illegalem Elefanten-Elfenbein. Bild: ... Weiter

In einem Kooperationsprojekt mit dem World Wide Fund For Nature (WWF), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und mit Unterstützung durch das International Council for Game and Wildlife Conservation (CIC) erstellt ein Team von Wissenschaftlern am Internationalen Zentrum für Elfenbeinforschung (INCENTIVS) am Institut für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erstmals eine Referenz-Datenbank zur Herkunft von Elefanten-Elfenbein. Basierend auf der Analyse von Isotopen-Verhältnissen in einer Probe bekannter geografischer Herkunft kann eine „Isotopen-Karte" für dieses Material erstellt und die Herkunft eines beliebigen Stücks Elfenbein festgestellt werden. Das Projekt leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung des illegalen Elfenbeinhandels und zum Artenschutz.

Anreicherungen von Isotopen bestimmter Elemente sind ein verlässlicher Hinweis auf die Herkunft von Materialien wie Elfenbein oder Knochenfragmenten. Ihr Vorkommen oder das Mengenverhältnis verschiedener Isotope eines chemischen Elements ist charakteristisch für bestimmte Lebensräume. Niedrige Konzentrationen des schweren Kohlenstoff-Isotopes 13C deuten z.B. auf dicht bewaldete Lebensräume hin, während hohe Werte für eine Savannenlandschaft sprechen.

Diese Eigenschaft nutzt die sogenannte Provenienz-Analyse: Organsimen nehmen in ihrem Lebensraum chemische Elemente einer spezifischen isotopischen Zusammensetzung mit der Nahrung auf und bauen sie in eigene Körpersubstanz wie zum Beispiel Zahnmaterial ein. Die Analyse der Isotopen-Verhältnisse kann somit Aufschluss über die genaue Herkunft einer Materialprobe geben. Obwohl frühere Arbeiten gezeigt haben, dass die Isotopen-Analyse zur Herkunftsbestimmung von Elfenbein genutzt werden kann, wurden bisher keine Anstrengungen unternommen, umfangreiche Isotopen-Karten zur relativen Verortung eines bestimmten Stückes anzufertigen.

Die Bestandszahlen von Elefantenpopulationen in Afrika sowie deren Verbreitungsgebiete wurden seit 1995 regelmäßig von der Weltnaturschutzunion (IUCN) erhoben und in einem Statusbericht veröffentlicht.

Neben der räumlichen Verbreitung der Tiere enthalten diese Berichte zudem Informationen über Geologie, Vegetation und Niederschläge einer Region und bieten somit eine Grundlage zum Aufbau einer Referenzdatenbank. Eindeutig bestimmtes („georeferenziertes") historisches Elfenbein aus Sammlungen weltweit sowie rezentes Material ergänzt diese Daten: Die Isotopen-Signatur des Materials wird analysiert, räumlich eingeordnet und mit Hilfe geostatistischer Verfahren wie dem Kriging aufbereitet. Die resultierenden Isotopen-Karten erlauben dann die Zuordnung einer beliebigen Elfenbeinprobe zu einer bestimmten Herkunftsregion.

http://www.uni-mainz.de

 

GIT Tipp:
Seminar Isotopen-Geochemie am 30. November in Mainz

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Schlüsselwörter : Analytik Artenschutz Bundesamt für Naturschutz CIC Elfenbein Isotopenanalyse Provenienz-Analyse Referenzdatenbank Spektroskopie Universität Mainz WWF

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