Phosphor im Grundwasser

Vermutet wurde es schon länger, jetzt haben Karin Meinikmann, Michael Hupfer und Jörg Lewandowski vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin erstmals zeigen können, dass Phosphatbelastungen in einem Oberflächenwasser überwiegend aus dem Grundwasser stammen können [1]. Untersucht wurde der Arendsee in Sachsen-Anhalt. Nach Annahme der Forscher sind sie aus dem maroden Abwassersystem der umliegenden Siedlungen in das Grundwasser gelangt. Bislang galt Phosphor offiziell als schwer in Grundwasser löslich und wenig mobil, weshalb Grundwasser als Eintragsquelle in Oberflächengewässern weitgehend ignoriert wurde. Da Anwohner aus dem untersuchten Gebiet Proben aus ihren Brunnen zur Verfügung stellten, konnte nachgewiesen werden, dass das Grundwasser im Siedlungsbereich am Arendsee hohe Phosphorbelastungen aufwiesen, wohingegen die Proben aus den landwirtschaftlich genutzten Bereichen der Umgebung keine auffälligen Phosphorkonzentrationen zeigten.

Das in Deutschland die Abwasserkanalsysteme zum Teil völlig marode sind, ist bekannt. Vielerorts treten auch sehr große Leckagen auf, die oft nicht oder nur sehr zögerlich repariert werden. Da bislang für hohe Phosphatbelastungen in der Regel die Landwirtschaft verantwortlich gemacht wird, kam auch nie ein ernstzunehmender Verdacht auf, dass diese Verunreinigungen aus menschlichen Fäkalien stammen könnten.

Das Trinkwasser in Deutschland, welches ebenfalls dem Grundwasser entnommen wird, zeigt ebenfalls relativ hohe Phophorbelastungen, die in den vergangenen Jahren sogar noch anstiegen. Oft sind diese Belastungen unerklärlich hoch und werden der Landwirtschaft angelastet. Sogar in Gebieten, in denen es kaum Landwirtschaft gibt.

 

Hintergründe zur Arbeit finden Sie hier:

 

Quelle

[1] Meinikmann, K., et al.,: Phosphorus in groundwater discharge – A potential source for lake eutrophication. Journal of Hydrology, 524: 214-226. doi:10.1016/j.jhydrol.2015.02.031,  (2015)

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