Gezielte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln über das Bewässerungssystem

  • Ran Maidan (links), CEO von Netafim, und Mathias Kremer, Crop Science-Division von BayerRan Maidan (links), CEO von Netafim, und Mathias Kremer, Crop Science-Division von Bayer

Bayer und das israelische Unternehmen Netafim wollen mit vereinten Kräften die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbessern und mit einer möglichst effizienten Bewässerung verbinden. Beim Ansatz "DripByDrip" werden Wasser und Pflanzenschutzmittel über ein Tröpfchenbewässerungssystem auf dem gesamten Feld verteilt und gelangen so direkt zu den Pflanzenwurzeln. Mithilfe dieses Systems können Landwirte Pflanzenschutzmittel gezielter einsetzen. Die Unternehmen planen, das System bis Ende 2017 in Mexiko einzuführen.
Mit dem neuen System benötigen die Landwirte weniger Wasser und Pflanzenschutzmittel, weil die Pflanzen diese direkt über die Wurzeln aufnehmen. Dadurch können sie sich gut entwickeln und sind vor Schädlings- und Pilzbefall geschützt. Landwirte und Verbraucher profitieren durch höhere Erträge und bessere Qualität.
Der neue Ansatz wird den Landwirten zudem helfen, Pflanzenschutzmittel auf einfache und sichere Weise anzuwenden. Das geschlossene System trägt zur Anwendersicherheit bei. Und da es automatisiert werden kann, ist es außerdem weniger arbeitsintensiv für die Landwirte.
Tröpfchenbewässerung wird seit vielen Jahren eingesetzt, um Wasser und Nährstoffe zum richtigen Zeitpunkt präzise im Wurzelbereich der Pflanzen abzugeben. Das hilft höhere und bessere Ernteerträge zu erzielen und gleichzeitig Wasser zu sparen.
Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Mexiko wurden mehrere Versuche mit Paprika, Tomaten, Melonen und Weintrauben durchgeführt. Die Testergebnisse zeigten einen Anstieg der Erträge, und aufgrund der besseren Qualität stiegen auch die Nettoerlöse. Die Anzahl der Anwendungen ging ebenfalls signifikant zurück, in einem Versuch sogar um 53 Prozent. Auch in Chile, Israel, der Türkei, Spanien und Brasilien wurden erfolgreiche Proof-of-Concept-Versuche durchgeführt. In Versuchen mit Zuckerrohr in Brasilien wurde im Vergleich zur traditionellen Furchenbewässerung und Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sogar ein Ertragsanstieg um 150 Prozent erzielt, wenn die richtige Menge an Wasser sowie Dünge- und Pflanzenschutzmitteln über Tröpfchenbewässerung zuführt.
Tests haben gezeigt, dass die Effizienz der Wassernutzung auf bis zu 95 Prozent steigt, während sie bei der traditionellen Furchenbewässerung nur bei 40 Prozent oder weniger liegt.
Derzeit richtet sich das System vor allem an Obst- und Gemüseanbauer in allen ariden und semiariden Regionen der Welt, doch im zweiten Schritt soll es auch für Kulturen wie Baumwolle, Zuckerrohr und Reis genutzt werden.

Nach der gemeinsamen Markteinführung in Mexiko wollen die beiden Unternehmen auf eine Ausweitung des Systems und seine Anpassung für weitere Länder, Nutzpflanzen, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten hinarbeiten.

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