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Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, alle drei Jahre einen Trinkwasserbericht vorzulegen. Der aktuelle Trinkwasser-Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Umweltbundesamtes (UBA) wertet die Jahre 2008 bis 2010 aus und bestätigt dem deutschen Trinkwasser das Qualitätsurteil "sehr gut".
TrinkwV: Hohe mikrobiologische und chemische Qualitätsanforderungen
Als Lebensmittel Nummer eins muss Trinkwasser hohen Anforderungen genügen, die in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) verbindlich festgelegt sind. Es darf keine Krankheitserreger und Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen enthalten und muss „rein und genusstauglich" sein.
Bei ein bis drei Prozent der hier erfassten Überwachungsmessungen in den Jahren 2008 bis 2010 kam es zu Grenzwertüberschreitungen. Hierbei handelt es sich um Ausnahmen. Sie gehen auf einzelne Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln zurück oder betreffen coliforme Bakterien. In beiden Fällen stammen die Proben aber nicht aus dem Wasserhahn sondern von Wasserwerken und direkt aus dem Rohrnetz. 99% aller Trinkwasserproben aus dem Wasserhahn waren in diesen Fällen nicht zu beanstanden.
Nitratgehalt wurde weiter reduziert
Für Nitrat bestätigen die neuen Daten den bereits in den Jahren davor beobachteten rückläufigen Trend. Während die Grenzwertüberschreitung von Nitrat im Jahr 1999 bei 1,1 Prozent lag, sank sie 2010 auf nahezu null Prozent. Dass auch der Nitratgehalt im Grundwasser oder in Gewässern mit gleicher Tendenz abgenommen hat, lässt sich aus diesem Trend jedoch nicht schließen. Reduziert werden konnte der Nitratgehalt im Trinkwasser vor allem durch weiterreichende Aufbereitungsmaßnahmen sowie durch die Mischung mit weniger belastetem Wasser.
Alte Leitungen sind problematisch
Grenzwertüberschreitungen bei Blei kommen dagegen nicht aus dem Wasserwerk, sondern aus bleihaltigen Leitungen und Armaturen, die die allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht erfüllen.
Das ist auch meist die Ursache, wenn Überschreitungen bei Kupfer, Nickel und Cadmium auftreten.
Keine Gefährdung der Gesundheit
Kommen Grenzwertüberschreitungen vor, bedeuten sie nicht in jedem Falle eine Gefährdung der Gesundheit. Dies hängt vom jeweiligen Qualitätskriterium ab sowie von der Höhe und Dauer der Überschreitung. So sind zum Beispiel viele coliforme Bakterien für den Menschen nicht infektiös, aber ihr Auftreten im Trinkwasser zeigt eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualität an und damit die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, um die Ursache zu klären und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung einzuleiten.
Jochen Flasbarth, UBA-Präsident: „Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken zu sich nehmen. Die qualitativen Eigenschaften bekommen nach wie vor ausschließlich Bestnoten."
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Schlüsselwörter : EG-Trinkwasserrichtlinie Lebensmittel Mikrobiologisches Monitoring Trinkwasser Trinkwasseranalyse Trinkwasserüberwachung Trinkwasserverordnung Umweltbundesamt Wasseranalytik
Leserkommentare (1)
Umweltbundesamt UBA: Trinkwasserbericht ist Lügenbericht
Der jüngste Trinkwasserbericht des Umweltbundesamtes [UBA] aus Januar 2012 ist ein Lügenbericht! Er geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Warum werden im Ruhrgebiet 350 Mio. Euro in Kläranlagen und 150 Mio. Euro in Wasserwerke investiert, zusammen 500 Mio. Euro, wenn alles in bester Ordnung wäre? Unter anderem werden im Ruhrgebiet jetzt endlich Ultrafiltrationsanlagen gegen Bakterien, Parasiten und Viren gebaut. Warum wohl?
UBA: „Note "Sehr gut" für deutsches Trinkwasser … Es bleibt dabei: In Deutschland kann man bedenkenlos Wasser direkt aus dem Hahn trinken. Eine aktuelle Studie bestätigt, dass Trinkwasser aus deutschen Wasserwerken fast immer einwandfrei ist. … Grenzwertüberschreitungen seien bei allen größeren Wasserwerken die Ausnahme.“
Sind nur die Verbraucher größerer Wasserwerke zu schützen? Was ist mit den tausenden von kleinen Wasserwerken in Deutschland?
soddemann-aachen@t-online.de