03.10.2010
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Innovative Temperiertechnik für das Forschungslabor

Interview mit Daniel Huber, Geschäftsführer von Peter Huber Kältemaschinenbau

  • Daniel Huber, Geschäftsführer,  Peter Huber KältemaschinenbauDaniel Huber, Geschäftsführer, Peter Huber Kältemaschinenbau
  • Daniel Huber, Geschäftsführer,  Peter Huber Kältemaschinenbau
  • Das Firmengebäude in Offenburg.

Die Firma Peter Huber Kältemaschinenbau wurde 1968 als einer der ersten Meisterbetriebe im Kälteanlagenbau gegründet und beschäftigt derzeit 200 Mitarbeiter in Offenburg. Weltweit arbeiten mehr als 110.000 Huber-Temperiergeräte in Wissenschaft, Forschung und Industrie. Mit zahlreichen Innovationen hat Huber die technologische Entwicklung der Flüssigkeitstemperierung vorangetrieben, beispielhaft ist die Einführung der Unistate. 2010 wurde Huber erneut als „TOP 100 Innovator" ausgezeichnet und zählt damit zu den 100 innovativsten Unternehmen im deutschen Mittelstand. GIT sprach mit Daniel Huber, Geschäftsführer der Firma Peter Huber Kältemaschinenbau.

Herr Huber, Ihr Unternehmen wurde zum zweiten Mal in Folge mit dem TOP100 Gütesiegel ausgezeichnet . Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?
D. Huber: Zusätzlich zur Auszeichnung als TOP100-Innovator haben wir in der Wettbewerbskategorie „Innovationsklima" sogar den fünften Platz belegt. Ich denke hier liegt unser Schlüssel zum Erfolg. Ganz einfach gesagt: wir haben ein hervorragendes Betriebsklima. Die Mitarbeiter werden nicht nur gefordert, sondern gezielt gefördert. Eine flache Hierarchie gibt es bei uns nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis. Unsere Mitarbeiter wissen, dass ihre Meinung für wichtig befunden wird. Das ist die optimale Basis für motivierte und mitdenkende Mitarbeiter. Verbesserungsvorschläge werden schnellstmöglich umgesetzt, dadurch sieht der Mitarbeiter den Erfolg seiner eingebrachten Denkleistung sehr zeitnah. Die Hemmschwelle eigene Ideen vorzubringen ist dadurch äußerst niedrig. Der Rest ist fast schon ein Selbstläufer, Innovationen ergeben sich dabei nahezu automatisch.

Welche Auswirkungen hatte die Wirtschaftskrise auf das „Innovationsklima" bei Huber und wie ist die derzeitige Lage?
D. Huber:
Das Krisenjahr 2009 ging natürlich auch an uns nicht spurlos vorüber. Negative Auswirkungen auf unser Innovationsklima hatte die Krise allerdings nicht. Im Gegenteil: unsere Mitarbeiter haben versucht das Beste aus der Situation zu machen und noch mehr Verbesserungsvorschläge eingebracht. Viele Vorschläge haben gezielt zu einer weiteren Effizienzsteigerung oder Kosteneinsparung beigetragen.

Positiv war auch, dass bei allen Mitarbeitern der Blick stets nach vorn ging. Inzwischen ist die Krise Vergangenheit und mit der Entwicklung im aktuellen Jahr sind wir hochzufrieden. Die Nachfrage nach unseren Unistat-Temperiersystemen ist sehr gut und auch bei den klassischen Laborthermostaten konnten wir die Marktanteile weiter ausbauen.

Wodurch zeichnen sich die Gerätesysteme „Tango und Unistate" aus?
D. Huber:
Unsere Unistate sind sogenannte Kälte-Wärme-Umwälzthermostate nach DIN-Norm. Da sie kein offenes Bad haben, werden Öldämpfe bei hohen Temperaturen bzw. Feuchteabsorption bei tiefen Temperaturen vermieden. Daraus resultiert eine deutlich höhere Lebensdauer der Temperierflüssigkeit. Noch entscheidender ist aber die Thermodynamik, die mit besonders kleinen Massen realisiert wird und die Prozessstabilität. Anhand von zwei Merkmalen gemäß DIN 12876 lässt sich die Überlegenheit veranschaulichen. Es handelt sich dabei um die Kälteleistungsdichte [Watt/Liter] und Volumenkälteleistung [Watt/dm³]. Die Kälteleistungsdichte gibt zunächst einmal Auskunft darüber, wie schnell ein System eine Temperatur ändern kann. Wenn es z.B. darum geht, schnellstmöglich exotherme Reaktionen zu kompensieren, ist die Kälteleistungsdichte das entscheidende Kaufkriterium. Die bloße Angabe der Kälteleistung ist hingegen nahezu nutzlos. Unseren Interessenten stellen wir deshalb eine große Auswahl praxisnaher Fallstudien zur Verfügung. Damit ist schon vor dem Kauf eine präzise Aussage über die Leistungsfähigkeit des Temperiergerätes im Zusammenspiel mit der Anwendung möglich. Die Unistate haben ein geringes Füllvolumen und deshalb eine sehr hohe Kälteleistungsdichte. Die zweite Kenngröße ist die Volumenkälteleistung, also das Verhältnis von Kälteleistung zur Gehäusegröße. Auch hier haben Unistate die Nase vorn. Im direkten Wettbewerbsvergleich benötigt der Anwender bei unseren Systemen oftmals nur eine Nummer kleiner. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität bei wechselnden Anwendungen. Unistate besitzen ein absperrbares Ausdehnungsgefäß, welches den externen Betrieb mit offenen oder geschlossenen Anwendungen ohne Niveauprobleme erlaubt.

Die Umstellung auf FCKW-freie bzw. natürliche Kältemittel erfolgte in Ihrem Unternehmen bereits lange vor einem gesetzlichen Verbot. Was hatte sie dazu bewogen?
D. Huber:
Als die gesetzlichen Verbote wirksam wurden, waren bereits tausende umweltfreundliche Huber-Geräte im Einsatz. Heute können wir weite Teile unseres Produktprogramms mit natürlichen Kältemitteln anbieten. Doch zurück zu der Frage nach den Beweggründen. Dahinter standen sowohl wirtschaftliche als auch ideelle Überlegungen. Dass die Umweltsituation sich weiter verschärft, war genauso vorhersehbar wie die gesetzlichen Verbote. Es war uns aber auch wichtig, aktiven Umweltschutz zu betreiben. Dass wir Umweltschutz ernst nehmen, zeigt unser Firmengebäude. Die Tango-Fabrik ist ein Energiesparwunder: Beton, dreifach verglaste Fenster, gute Isolierung und ein durchdachtes Wärmetauscherkonzept. Wir beheizen ein Raumvolumen von rund 60.000 m³ mit minimalem Energieaufwand, wobei ein Großteil der benötigten Heizenergie direkt aus unserer Produktion kommt.

Mit den Unistat-Temperiersystemen ist Huber weltweit erfolgreich und in vielen Branchen bekannt. Was bietet Ihr Produktsortiment noch?
D. Huber:
In den letzten Jahren haben wir unser Sortiment gezielt nach „unten" ausgedehnt. Zusätzlich zu unseren Unistaten, haben wir nun auch im Bereich der klassischen Laborthermostate ein breit gefächertes Angebot. Mit der Einführung der MPC-Reihe wurde die Lücke im unteren Preissegment geschlossen. Das Thermostatenprogramm bietet jetzt Lösungen für jedes Budget. Die Auswahl umfasst Einhänge-, Bad- und Umwälzthermostate bis +300 °C sowie Kältethermostate bis -90 °C. Abgerundet wird das Angebot mit Umwälzkühlern und Speziallösungen für Kalibrierung und Forciertest. Das Huber-Sortiment ist heute vollständiger denn je. Im Bereich von -120 bis +425 °C können wir nahezu jede Anwendung temperieren.

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