Markt und Trends in der Analysen-, Bio- und Labortechnik

Nach Angaben des Branchenverbandes Spectaris rechnen die deutschen Hersteller von Analysen-, Bio- und Labortechnik (ABL) für 2012 mit einem Umsatzplus von rund sechs Prozent. „Nach der Überwindung der Finanzkrise und einem erfolgreichen Jahr 2011 (8% Zuwachs auf 6,6 Mrd. Euro Umsatz) befinden sich die deutschen Hersteller der Analysen-, Bio- und Labortechnik weiter in der Erfolgsspur", zog Mathis Kuchejda, Vorsitzender des Fachverbandes ABL bei Spectaris, anlässlich der Eröffnungspressekonferenz der Analytica 2012 Bilanz.

Innovationen als Wachstumsmotor
Im Inland stiegen die Umsätze in 2011 um 9,4% auf 3,12 Mrd. Euro. Auch die Anzahl der Beschäftigten konnte zulegen und lag mit 37.500 Mitarbeitern um 5,1% über dem Vorjahresniveau. 30% des Inlandsumsatzes entfallen auf die chemisch-pharmazeutische Industrie, 25% auf die Öffentliche Hand. Weitere Anwendungsfelder finden sich in der Lebensmittelindustrie, in der Biotechnologie oder im Bereich der Krankenhäuser und Diagnostik. In zahlreichen Anwendermärkten der ABL-Branche besteht nach wie vor ein hoher Bedarf an innovativen Produktlösungen:
- Miniaturisierung und Laborautomation
Weiterhin ungebrochen ist der Trend zu immer kleineren und vollautomatischen Geräten. Automatisierungslösungen haben eine höhere Reproduzierbarkeit, geringere Fremdeinflüsse, einen größeren Durchsatz sowie sterile und zertifizierte Umgebungsbedingungen zum Ziel. Gleichzeitig wird die benötigte Menge der Probe immer geringer.
-PAT
Eine weitere bedeutende Entwicklung sind innovative Prozessanalysentechniken zur schnellen Erfassung stoffspezifischer Parameter in verfahrenstechnischen Produktions- und Umweltprozessen, die erhebliche Kosteneinsparungen ermöglichen.
- Ease-of-use
Neue IT-Lösungen ermöglichen die zentrale Steuerung der Laborarbeit und die Vernetzung verschiedener Geräte und Systeme. Geräte, die einerseits immer anwendungsspezifischer werden, werden auf der anderen Seite einfacher in der Bedienung.
- Umwelt, Energie, Nachhaltigkeit
Immer wichtiger werden bei der Geräteentwicklung in der ABL die Berücksichtigung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten.

Die Kunden legen Wert auf leise und stromsparende Geräte, aber auch rechtliche Vorgaben müssen eingehalten werden. Neben der Maschinenrichtlinie und der REACH-Verordnung zählen dazu vor allem Die WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment) und die RoHS-Richtlinie (Restriction of the use of certain Hazardous Substances in electrical and electronical equipment).

Vertrieb und Kundenservice "Made in Germany"
Neben regulatorischen Hürden hat die weiter anhaltende Hersteller- und Handelskonzentration Auswirkungen auf die Vertriebsstrukturen im Labormarkt. Neben anhaltenden hohen Ausgaben in Forschung und Entwicklung von jährlich rund acht Prozent, setzen die Unternehmen auf Investitionen in ihre Marke. Qualität „Made in Germany" sowie Servicekonzepte sollen auch in Zukunft die Wettbewerbsposition halten und weiter ausbauen.
Dem Laborfachhandel kommt eine ungebrochen große Bedeutung im Vertrieb zu. Hier muss es darum gehen, die Zusammenarbeit zu stärken und Hemmnisse aus dem Weg zu räumen. Wünschen sich etwa die Hersteller vom Handel mehr Produkt-, Markt- und Kundenkenntnisse und ein gemeinsames Marketing, erwartet der Handel bspw. Anreizsysteme, die eine qualitative Beratung entsprechend honorieren.
Von zunehmender Bedeutung ist auch das Thema Kundenservice. Rund 13 Prozent des Inlandsumsatzes werden inzwischen durch das Servicegeschäft erwirtschaftet. Neben einer engen Kundenbindung bieten ausgefeilte Servicekonzepte den Unternehmen dabei Chancen zur strategischen Positionierung und der Schaffung von Alleinstellungsmerkmalen. Die Kunden profitieren von auf sie zugeschnittenen Servicekonzepten bzw. fordern diese auch explizit ein, um an sie gestellte Anforderungen der Rückverfolgbarkeit und Zertifizierung erfüllen zu können.

Exportstark
Nicht nur im Inland, auch international sind die deutschen Hersteller erfolgreich. Rund 53 Prozent des Umsatzes erwirtschaften die Unternehmen inzwischen im Ausland. Der Auslandsumsatz lag in 2011 mit 3,5 Milliarden Euro um 7,6 Prozent über dem Vorjahr. Während das EU-Geschäft schwächelt, profitieren die Firmen derzeit von Zuwächsen in Nordamerika und einer hohen Nachfrage aus Osteuropa und insbesondere Asien, wo das Geschäft weiterhin mit zweistelligen Zuwachsraten stark wächst. In 2011 entfielen rund 27 Prozent der deutschen ABL-Ausfuhren auf Asien. Mit einem Anteil von 12 Prozent am deutschen Gesamtexport belegt die Volksrepublik China dabei inzwischen Platz zwei der wichtigsten Zielländer. Nur ein Prozent trennt das Reich der Mitte noch davon, die USA als wichtigsten Markt abzulösen.
„Gesellschaftliche, länderübergreifende Megatrends wie Gesundheit oder Umwelt, aber auch das industrielle Wachstum in den Schwellenländern bieten international ein hohes Wachstumspotenzial", so Mathis Kuchjeda. „Die deutschen Hersteller profitieren dabei von ihrem guten Ruf und innovativen, wettbewerbsfähigen Produkten. Dabei zahlt sich aus, dass die Firmen seit Jahren rund acht Prozent des Umsatzes in die Forschung und Entwicklung investieren", betont Kuchjeda.

http://www.spectaris.de

 

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