Chrom Forum Hamburg 2009

Chrom Forum Hamburg 2009Die Fakultät Life Sciences der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg hatte Mitte Februar wieder Hörsaal und Labore der chemischen Analytik für das Chrom Forum geöffnet.

Mit einer attraktiven Mischung aus Vorträgen und Workshops für WissenschaftlerInnen und AnwenderInnen aus Instituten, Behörden und der Industrie kann die Veranstaltung auf eine lange Tradition in Hamburg zurückblicken. Die Fakultät Life Sciences ist der ideale Partner für das Chrom Forum.

Mit ihren naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen wie Biotechnologie und Umwelttechnik, dem Forschungs- und Transferzentrum Bioprozess- und Analysentechnik sowie dem Forschungsschwerpunkt Umweltanalytik und Ökotoxikologie hat sie ein solides Standbein in der instrumentellen Analytik und der anwendungsorientierten Forschung.

In diesem Jahr stand die Bioanalytik in Forschung und Entwicklung sowie in der Qualitätssicherung im Mittelpunkt der Vortragsreihe. Im Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Birger Anspach, Departmentleiter Biotechnologie der Fakultät LS, wurden zunächst die Biopolymere charakterisiert und dann die gängigen chromatographischen Methoden für ihre Reinigung und Trennung mit vielen praktischen Empfehlungen kurz vorgestellt.

Die spezifische Abstimmung zwischen Eigenschaften der Analyten und Oberfläche der stationären Phasen spielt eine ganz ­wesentliche Rolle für eine erfolgreiche Trennung von Biopolymeren, dazu gehören individuelle Lösungen aus dem Bereich der Affinitätschromatographie wie auch der RP-Chromatographie.

Nach dem Trend der letzten Jahre, die hydrophoben Systeme immer schneller, besser, robuster zu gestalten, läutete Dr. Rod McIlwrick, Merck, mit der Vorstellung einer schwedischen Neuentwicklung, der SeQuant ZIC-HILIC-Technologie, eine Renaissance der hydrophilen stationären Phasen ein.

In Kombination mit zwitterionischen stationären Phasen erweitert die HILIC (Hydrophilic Interaction Liquid Chromatography) die Möglichkeiten der Chromatographie nicht nur für polare und hydrophile Substanzen, die wenig oder keine Retention auf Reversed Phase Säulen zeigen, sondern bietet eine gelungene Ergänzung.

Ein großer Erfolg der neuen Technologie ist bereits jetzt die Empfehlung der FDA (U.S.

Food and Drug Administration), die ZIC-­HILIC zur Melamin-Bestimmung mittels LC-MS einzusetzen.

Forschungsinitiativen auf dem Gebiet der blauen Biotechnologie gewinnen zunehmend an Bedeutung, so hat die HAW ihr 2. Life-Sciences-Forschungskolloquium Anfang März unter das Motto „Die Apotheke aus dem Meer - die Suche nach neuen Arzneimitteln" gestellt.

Auch Frau Dr. Inga Kajahn vom Kieler Wirkstoffzentrum am IFM-Gemar präsentierte „das Meer als Schatztruhe neuer Wirkstoffe".

Bakterien und Schwämme als Wirkstoffproduzenten standen im Mittelpunkt ihres Vortrags, der sich an ausgewählten Beispielen mit der Isolierung, Kultivierung und chemischen Analytik auseinandersetzte.

Mit einem engagierten Plädoyer brachte Frau PD Dr. Gertrud Morlock vom Institut für Lebensmittelchemie der Universität Hohenheim die HPTLC im Zeitalter ultraschneller Trennungen zu mehr Beachtung. Neben klassischen Anwendungen aus der Lebensmittelanalytik stellte sie aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Gebiet der wirkungsbezogenen Naturstoffanalytik vor.

Bioaktivitätsdetektion-HRMS läßt sich hervorragend mit HPTLC kombinieren.

„Plagiat oder Orginal" fragte Dipl.-Chem. Uwe Sawallisch von der Wessling Laboratorien GmbH aus Münster beim Einsatz pflanzlicher ­Extrakte in Nahrungsergänzungsmitteln. In diesem lukrativen Marktsegment gewinnen moderne HPLC-Systeme in der Qualitätssicherung zunehmend an Bedeutung. Das gilt gleichermaßen für die medizinischen Diagnostik.

Dr. Zoltan ­Lukacs vom Institut für Klinische Chemie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf erläuterte sehr anschaulich und einfühlsam den z. T. Leben rettenden Einsatz der LC-MS-MS im Neugeborenenscreening und die Vielfalt der chromatographischen Methoden in der Stoffwechseldiagnostik.

Ein umfassender Erfahrungsbericht aus dem Einsatz der Chromolith-Säulen unter dem Blickwinkel der Einsparpotentiale von Dipl.-Chem. Volker Eckert von VWR International GmbH aus Darmstadt rundete die Vortragsreihe gelungen ab. Die Themen Ressourcenschonung und Rohstoffknappheit (Acetonitril) konnten dann am folgenden Tag im Workshop noch vertieft werden.

Erstmals stand auch Troubleshooting in der GC auf dem Programm. Der Dauerbrenner unter den Hamburger Workshops „Überprüfung und Wartung von HPLC-Modulen" war wieder einmal überbucht. In der gelungenen Partnerschaft zwischen Industrie und Hochschule werden die Anwender von den Anlagenherstellern auch ­ermutigt, selbst zum Maulschraubenschlüssel zu greifen.

Das ist ja nicht selbstverständlich - für beide Seiten.

 

18. Juni 2009 Tag der Chromatographie Ludwigshafen
7. Juli 2009 Chrom Forum München
9./10. September 2009 Chrom Forum Steinfurt
Oktober 2009 Chrom Forum Darmstadt

 

Kontakt

Prof. Dr. Susanne Töfke
Fakultät Life Sciences
HAW Hamburg
susanne.toefke@haw-hamburg.de

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