Katalyse – Wissenschaftliche Herausforderung

  • Prof. Dr. Walter Leitner, Institut für Tchnische und Makromolekulare Chemie, RWTH AachenProf. Dr. Walter Leitner, Institut für Tchnische und Makromolekulare Chemie, RWTH Aachen

Katalyse: Wissenschaftliche Herausforderung. Wissen Sie, was ein Enzym oder ein Katalysator ist? [...]

Es setzt die Geschehnisse in Gang! Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften Synthetisch hergestellte chemische Verbindungen sind für unser tägliches Leben von überragender Bedeutung und finden Anwendung in praktisch allen „High-Tech"-Gebieten.

Die moderne Synthesechemie ist heute in der Lage, selbst komplizierteste Moleküle in wirtschaftlich nutzbaren Mengen herzustellen.

Neben den gewünschten Wertprodukten fallen allerdings bei vielen chemischen Synthesemethoden auch Stoffe an, die keine weitere Verwendung haben und zum Teil aufwändig rezyklisiert oder entsorgt werden müssen.

Ferner benötigen viele chemische Prozesse Energie, damit Stoffe miteinander reagieren oder Produktgemische voneinander getrennt werden können. Mit Hilfe von Katalysatoren gelingt es, chemische Reaktionen in die richtige Richtung zu lenken, bei niedrigerer Energie durchzuführen, oder überhaupt erst zu ermöglichen. Toxische oder potentiell gefährliche Reagenzien können durch den Einsatz von Katalysatoren häufig vermieden werden.

Die Katalyse ist deshalb längst zu einer Schlüsseltechnologie in der chemischen Industrie geworden und die Katalyseforschung ist die entscheidende wissenschaftliche Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung der stofflichen Wertschöpfungskette.

Das neu gegründete gemeinsame Katalysezentrum der RWTH Aachen und der Fa. Bayer widmet sich vor diesem Hintergrund langfristigen und grundlegenden Fragestellungen der Katalyseforschung. Dabei lassen sich vier übergeordnete Themenbereiche identifizieren:

 

  • Die Entwicklung, Charakterisierung, und Testung neuer Katalysatoren und katalytisch aktiver Materialien.
  • Die Erforschung von Zusammenhängen zwischen Struktur und Funktion auf Basis der molekularen Wirkungsweise der Katalysatoren.
  • Die Verbesserung bestehender und die Erforschung neuer Synthesen und Transformationen zur stofflichen Umwandlung.
  • Das Design und die Erprobung neuer Konzepte für die Reaktions- und Verfahrenstechnik katalytischer Prozesse

 

Die einzelnen Projekte umfassen Fragestellungen wie die Synthese niedermolekularer Polymerbausteine für Spezialkunststoffe, die Erschließung alternativer Rohstoffquellen z.

B. durch die Aktivierung von CO2 als Synthesebaustein, oder die katalytische Herstellung neuer Materialien wie Kohlenstoff-Nanoröhren. Die Arbeiten werden von einem interdisziplinären und internationalen Team von Nachwuchswissenschaftlern durchgeführt und durch ein Scientific und Industrial Advisory Board begleitet.

Die Katalyse ist einer der drei Forschungsschwerpunkte der Chemie an der RWTH Aachen. Mit seiner Vernetzung in die Ingenieur- und Materialwissenschaften sowie durch Kooperationen mit dem Forschungszentrum Jülich und dem Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr leistet dieser Bereich wichtige Beiträge zur erfolgreichen nationalen und internationalen Positionierung der Aachener Chemie.

Das neue Katalysezentrum wird diese Entwicklung weiter befördern und damit auch wichtige Impulse für die Lehre generieren.

Das Zentrum erforscht also nicht nur die Katalyse sondern wirkt gleichzeitig selbst als Katalysator an der Schnittstelle zwischen Akademie und Industrie, zwischen Grundlagenforschung und Anwendung, zwischen Invention und Innovation.


 


Kontakt

Prof. Dr. Walter Leitner
RWTH Aachen
Tel.: 0241/80-1
Fax: 0241/80-22100
www.rwth-aachen.de

 

 

Kontaktieren

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.