Lesenswert: LaTeX für Dummies

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  • Rainer Griesbaum
  • Ivica Rogina

In  LaTeX sieht alles ein bisschen besser aus. Besonders wenn es sich um Dokumente handelt.  Besonders wenn es sich um wichtige Dokumente, wie zum Beispiel die Abschlussarbeit, handelt, ist LaTeX ein echter Gewinn. LaTeX ist ein Textsatzprogramm, das gegenüber den üblichen Textverarbeitungsprogrammen viele Vorteile bietet. Das Problem? Es ist gleichzeitig eine Computersprache, was viele Menschen davon abhält, sich mit diesem Programm auseinanderzusetzen. Wollen doch die meisten Leute keinen großen Aufwand haben, um ihre Briefe, Berichte und Artikel zu schreiben. Zugegeben, zunächst sieht alles etwas merkwürdig und ungewohnt aus, was wohl der Hauptgrund ist, warum sich fast nur Naturwissenschaftler und Programmierer mit LaTeX anfreunden können.  Das muss aber nicht und sollte auch nicht sein, findet Rainer Griesbaum. Deshalb hat der Professor für Maschinenbau zusammen mit Ivica Rogina mit LaTeX für Dummies eine verständliche Anleitung geschrieben, um die Benutzergemeinde von LaTeX wachsen zu lassen. Für wen er LaTeX für Dummies geschrieben hat und welche Befehle Anwender unbedingt kennen sollten, verrät er im Interview mit GIT Labor-Fachzeitschrift.

GIT:  Wer sollte LaTeX auf jeden Fall verwenden, wer auf keinen?

Zwei Vorteile überragen die vielen weiteren Annehmlichkeiten des Programms: Die professionelle Gestaltung von Texten mit allen denkbaren Elementen und Strukturen und der völlig problemlose Umgang mit Dokumenten beliebiger Größe. Ein Bericht mit 500 Seiten unterscheidet sich in der Handhabung bei der Erstellung und in der Verlässlichkeit des Ergebnisses kaum von einem Brief mit nur drei Seiten. Lediglich die Übersetzung dauert etwas länger.

Für viele Anwender ist die Kombination von mathematischen Ausdrücken und einem größeren Umfang ausschlaggebend für den Einsatz von LaTeX. Aber auch ohne Mathematik bietet LaTeX zahlreiche Vorteile für den Benutzer. So gibt es beispielsweise unter den Juristen eine aktive LaTeX-Community. Für sie spielt die effiziente Verwaltung von Gesetzestexten in LaTeX eine große Rolle, die vergleichbar ist mit der Verwaltung von Literaturstellen.

Wer generell nur kurze Dokumente schreibt, die auch keine Besonderheiten erfordern, wie beispielsweise das Einbinden von Bildern in unterschiedlicher Art und Weise oder das Setzen von mathematischen Ausdrücken mit automatischer Gleichungsnummerierung und Querverweisen auf diese, für den ist der Initialaufwand für vielleicht zu hoch.

Er wird vermutlich die Vorteile von LaTeX nicht erkennen können und schnell wieder zu seinem gewohnten Textverarbeitungsprogramm zurückkehren.

GIT: Warum sollte ein Anwender sich diese kryptischen Befehle merken?

Der Benutzer von LaTeX muss gar nicht so viele „kryptische Befehle“ auswendig können. Einige wenige kann er sicherlich auswendig hinschreiben, weil sie so oft vorkommen. Für die anderen Befehle bieten sich Übersichten und Listen an, wie sie auch in unserem Buch zu finden sind. Um mit diesen Listen arbeiten zu können, ist es allerdings unumgänglich zu wissen, wie ein LaTeX-Dokument prinzipiell aufgebaut ist und wofür die Befehle und Umgebungen notwendig sind. Dieses Grundwissen wird in unserem Buch vermittelt. Wer die Anfangshürde genommen hat und bei Bedarf auch das Internet zur Hilfe nimmt, wird jede gewünschte Textgestaltung mit LaTeX erledigen können. Ohne dieses Wissen bleiben die LaTeX-Kommandos tatsächlich „kryptische Befehle“.

GIT:  Was war der konkrete Anlass das Buch zu schreiben?

Die beiden Autoren lehren seit vielen Jahren an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft in den Fachgebieten Mathematik und Informatik (Rogina) sowie Mathematik und Technische Mechanik (Griesbaum). Beide verfügen über eine langjährige Erfahrung mit LaTeX und erstellen sämtliche Dokumente für die Lehre mit LaTeX. Angeregt durch die Nachfrage von Studierenden begann das Duo vor einiger Zeit, einen LaTeX-Kurs aufzubauen, der mittlerweile regelmäßig im Studium generale angeboten wird. Die Erfahrungen aus diesem Kurs – was die Herangehensweise und die Auswahl an Themen angeht – sind in das Buch eingeflossen. Mit dem Buch soll es möglich sein, LaTeX im Selbststudium zu lernen. Alles was es dazu braucht, wird beschrieben und erklärt.

GIT: Welche Zielgruppen bedient das Buch?

Das Buch richtet sich an Personen, die durchaus regelmäßig den Computer benutzen und damit auch Textverarbeitung mit den gängigen Programmen erledigen. Wer von einem Programm für Textverarbeitung auf ein Programm für Textsatz umsteigen will, bekommt alle notwendigen Informationen speziell zu LaTeX in unserem Buch. Das kann ein Student sein, der erstmals einen umfangreichen Bericht schreiben muss, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der an seiner Dissertation arbeitet oder jemand, der eine wissenschaftliche Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift plant. Generell ist jeder angesprochen, der ein ästhetisch gestaltetes und gut lesbares Dokument erstellen will. Auch wer ein besonders umfangreiches Dokument plant, wird schnell die Vorteile von LaTeX zu schätzen wissen.

GIT: Welche Vorkenntnisse sollte der Leser haben?

Jeder, der einigermaßen sicher einer Computer bedienen kann, wird mit LaTeX zurechtkommen. Alle notwendigen Programme sind im Internet kostenlos verfügbar. Die Installation ist mittlerweile recht einfach (das war nicht immer so) und nach wenigen Minuten ist LaTeX einsatzbereit. Dann beginnt der nicht enden wollende Kreislauf: schreiben-> übersetzen -> anschauen -> schreiben -> übersetzen -> anschauen … Wer die Funktionsweise von LaTeX verstanden hat (dabei hilft unser Buch) wird im Internet weitere wertvolle Tipps finden. Ohne Grundkenntnisse von LaTeX werden die zahlreichen Informationen allerdings nicht verstanden.

GIT: Welche Struktur hat das Buch?

Das Buch will einen Anfänger in Sachen LaTeX bei seinem Kenntnisstand „abholen“. Deshalb steigen wir mit einigen Erklärungen zu LaTeX ein und zeigen auf, für wen es geeignet ist und für wen nicht. Dann wird die Installation der notwendigen Software erklärt. Im nächsten Schritt wird dem Leser die Erstellung eines Dokumentes in LaTeX mit all den Besonderheiten (zumindest empfindet es ein Neueinsteiger so) ausführlich gezeigt und erklärt. Damit ist die größte Hürde genommen. Die Bedienung des Programms wurde eingeübt und die grundsätzliche Vorgehensweise ist bekannt.

Der Rest des Buches (das ist der Großteil) behandelt Elemente und Strukturen, womit ein LaTeX-Dokument gefüllt werden kann: Aufzählungen, Listen, Tabellen, mathematische Ausdrücke und vieles mehr. Es wird gezeigt, wie sich der Text formatieren lässt und wie beispielsweise Bilder eingebunden werden. Auch das Erstellen einer Präsentation mit LaTeX wird erklärt. Das Buch schließt mit einigen (hoffentlich) hilfreichen Hinweisen zum Umgang mit Fehlern und Warnungen. Gerade Neueinsteigern lassen sich von den Rückmeldungen des Programms leicht irritieren. Das muss nicht sein.

Über die Autoren:

Rainer Griesbaum studierte und promovierte an der damaligen Universität Karlsruhe (TH). Im Studienfach Maschinenbau erstellte er die Studienarbeit und die Diplomarbeit mit LaTeX und später auch die Dissertation. Seit mehr als zehn Jahren ist er an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft für die Ausbildung der angehenden Wirtschaftsingenieure in der Technischen Mechanik zuständig. Von Anfang an erstellte er sämtliche Dokumente für die Lehre mit LaTeX.

Ivica Rogina studierte am KIT Informatik. Nach einem Aufenthalt an der Carnegie Mellon University, USA, promivierte er in automatischer Spracherkennung.  Als Projektleiter in einem Karlsruher Unternehmen entwarf er Software zur Optimierung von Halbleitertests. Seit zehn Jahren ist er Professor für Informatik an der Hochschule Karlsruhe. 
 

LaTeX für Dummies
2011

Softcover 368 Seiten ISBN: 978-3-527-70406-4

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