Quo Vadis: Labortrends 2018

Themen und Projekte im Team der GIT Labor-Fachzeitschrift

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  • Dr. Arne Kusserow studierte Genetik und promovierte an den Universitäten Darmstadt und Heidelberg. Er ist seit 2008 bei Wiley-VCH, wo er zunächst Redakteur, dann Chefredakteur des G.I.T. Laboratory Journals und später auch der GIT-Laborfachzeitschrift sowie der flankierenden Online-Portale www.laboratory-journal.com und www.GIT-Labor.de ist.
  • Dr. Martin Graf-Utzmann  studierte Chemie an der FAU Erlangen, wechselte dann für die Anfertigung der Doktorarbeit an das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Er arbeitet seit 2008 bei Wiley-VCH, erst im Lektorat für wissenschaftliche Bücher und seit 2013 in der B2B Redaktion der GIT Labor-Fachzeitschrift.
  • Dr. Christina Poggel studierte Chemie an der Philipps-Universität Marburg. Im Anschluss an ihre Promotion im Gebiet der metallorganischen Chemie begann sie im Jahr 2017 ihre Arbeit als Redakteurin bei Wiley-VCH. Dort ist sie unter anderem für die GIT Labor-Fachzeitschrift und die Fachportale git-labor.de, spectroscopynow.com und separationsnow.com zuständig.

Im zurückliegenden Jahr erlebten wir im Team der GIT Labor-Fachzeitschrift eine spannende Zeit. Eine große Bandbreite neuer Objekte und damit verbundener Projekte wurde bearbeitet, Kooperationen mit langjährigen und auch neuen Partnern trugen Früchte, zudem war es ein Jahr der Messen und (virtuellen) Konferenzen. Im Folgenden berichten drei Redakteure von einigen ihrer wichtigsten Projekte des Jahres 2018.

Fortschritte in Laborautomation und Digitalisierung, Arne Kusserow
Im Jahr 2018 ist sehr viel passiert. Seit etwa einem Jahrzehnt legt die GIT Labor-Fachzeitschrift auf eine umfassende Berichterstattung zum Thema Laborautomation größten Wert. Leider hat sich über viele Jahre nur wenig getan, obwohl es unbestreitbare Vorteile eines höheren Automationsgrades in Laboren gibt. Nun scheint die Automation auch in Laboren endlich voran zu kommen.
Es geht dabei, anders als in den meisten anderen Industriezweigen, nicht primär darum, Einsparungen im Betrieb oder bei der Belegschaft zu erreichen. Es geht darum, die Reproduzierbarkeit und die Qualität von Experimenten zu erhöhen und dabei die hochqualifizierten Arbeitnehmer von repetitiven Arbeiten ebenso wie von einem gigantischen Dokumentations- und Verwaltungsaufwand zu entlasten, damit sie sich auf das konzentrieren können, was sie am besten-, und Maschinen gar nicht können – Experimente planen und auswerten.
Nun endlich scheint Bewegung in dieses Thema zu kommen. Wir stellen eine Vervielfachung des Interesses an Automationsthemen fest. Unsere Serie LIMS in 7 Schritten [1], die wir vor einigen Jahren veröffentlicht haben, erfreut sich bei den etwa 14.000 Menschen, die die Serie online gelesen haben, ebenso wie alle anderen Beiträge zu diesem Thema, größter Beliebtheit. Unsere Microsite „Das Zukunftslabor“ [2], das sich ebenfalls dieser Thematik widmet, bringt es auf 35.000 Online-Nutzer.
Die halten wir für Anlass genug, unsere Aufmerksamkeit auf dieses Thema weiter zu erhöhen. Dem explodierenden Interesse an Automationsthemen tragen wir mit zwei Sonderausgaben zur Automation im kommenden Jahr Rechnung. Darüber hinaus veranstalten wir gemeinsam mit der Deutschen Messe Hannover eine Podiumsdiskussion zur Laborautomation im Rahmen der Labvolution 2019.

Hier werden Hersteller von Laborgeräten ebenso zu Wort kommen, wie Experten aus der Automationsbranche und Anwender, die, soweit das heute möglich ist, bereits automatisiert haben. Mit uns auf dem Podium wird Thorsten Teutenberg sein, der Leiter der Abteilung Forschungsanalytik am IUTA, der gemeinsam mit Jochen Türk, dem Leiter der Abteilung Umwelthygiene und Spurenstoffe, ein digitalisierte Modelllabor (für die miniaturisierte instrumentelle und wirkungsbezogene Analytik der Zukunft [3] in Duisburg aufbaut. Mit Thorsten Teutenberg bieten wir zudem das Projekt „Fortschrittliche Chromatographie“ [4] an. Auch Kerstin Thurow wird als Leiterin ihres besonders innovativ automatisierten Labors [5] an der Universität Rostock an der Diskussion teilnehmen. Burkhard Schäfer, Autor eines unserer Leitartikel über Kommunikationsprotokolle [6] für die Laborautomation ebenfalls. Für die Hersteller wird Tanja Musiol von Eppendorf und Christian Völk für Düperthal teilnehmen. Darüber hinaus wird Mathis Kuchejda vom High-Tech Industrieverband Spectaris seine Mitglieder vertreten. Es wird über die bestehenden Schwierigkeiten ebenso diskutiert, wie über Lösungsansätze. Die Ergebnisse der Diskussion werden in der zweiten Sonderausgabe thematisiert.

Neue Objekte und Projekte
Sie alle kennen die GIT Labor-Fachzeitschrift. Viele von Ihnen kennen vermutlich auch das G.I.T. Laboratory Journal, die internationale Schwesterzeitschrift der GIT. Darüber hinaus betreuen wir in unserer Redaktion aber auch die Mikroskopie Fachzeitschriften Imaging & Microscopy und Microscopy & Analysis und deren flankierenden Online Portale. Seit Anfang des Jahres machen wir zusätzlich die Analytik Online-Portale SpectroscopyNOW und SeparationsNOW. Alle unsere Online Portale haben Newsletter und durch unsere Einbettung in das Verlagshaus Wiley and Sons kommen noch weitere Veröffentlichungen hinzu. Zu den großen Online Konferenzen zu den Themen Materialwissenschaften [7] und Massenspektrometrie in der Proteomik [8], kommen unsere „Essential Knowledge Briefings“ [9]. Diese kleinen digitalen Bücher geben einen Überblick über den Stand der Dinge in verschiedenen analytischen Technologien.
Unserer Meinung nach, sollte eine moderne Fachzeitschrift mehr sein, als nur eine Zeitschrift mit flankierendem online Portal. Sie sollte eine Plattform sein, die ihren Lesern, Nutzern und Autoren die gesamte wissenschaftliche Forschung zugänglich macht. Präzise, leicht verständlich, informativ, sachlich und kompetent. Für Deutschland in Deutsch und in Englisch für alle Anderen. Auf jedem Mediankanal und Crossmedial. Als Teil von Wiley and Sons haben wir Zugang zu Inhalten, den andere Zeitschriften nicht bieten können. Wenn Sie sich für unsere Newsletter registrieren, bekommen Sie die neuesten Informationen aus akademischer und industrieller Forschung. Viele verschiedene Forschungsgebiete und Anwendungen sowie die dafür erforderliche Technologie sind in eigenen Kanälen verfügbar, damit Sie das bekommen, was Sie brauchen und dabei selbst bestimmen, was das ist. Registrieren Sie sich auch im Wiley Preference Center für weitere wissenschaftliche Informationen.
Um Sie gut zu informieren, muss die Redaktion wissenschaftlich kompetent und auf dem neusten Stand sein. Unsere Redakteure sind Biologen und Chemiker, die selbst geforscht haben und wissen, was Forscher brauchen. In der Krebsforschung und der Mikroskopie, der Genetik, der Zell- und Entwicklungsbiologie, der Massenspektrometrie, Biotechnologie, Chromatographie, Materialwissenschaften und vieles mehr. Einer von uns ist Experte. Falls wir einmal nicht weiter wissen, fragen wir die Kollegen nebenan. Da finden sich Wissenschaftler aus alles Forschungsrichtungen, die jederzeit bereit sind, ihr Wissen und das gesamte Wissen ihrer Kollegen an den Universitäten in aller Welt mit uns und Ihnen, liebe Leser zu teilen. Wir nennen das „Learning by Publishing“ und lieben es.

Quo Vadis, Labor? Martin Graf-Utzmann
Es erscheint mir langsam so, als sei der Satz: „Die Digitalisierung ist im vollen Gange“ schon zu lange von zu vielen Schreibenden verwendet worden. Die Digitalisierung im Labor, auf dem Weg zum heiligen Gral des Labor 4.0, hat, soweit ich es aus zahlreichen Gesprächen erkennen kann, erst in der letzten Zeit wirklich Fahrt aufgenommen.

Datenformate - Eines für alle?
Gründe hierfür sind, meiner Meinung nach, die beginnende Entstehung von gemeinsamen Standards. So gibt es das schon seit einiger Zeit aktive Projekt AniML, das sich die Entwicklung eines auf XML basierten und herstellerunabhängigen Datenformats als Aufgabe gestellt hat. Ein Bericht über den Stand der Dinge in diesem Projekt wurde in [1] veröffentlicht. Eine ebenso interessante Entwicklung ist das Framework der Allotrope Foundation, in dem die im Labor anfallenden Daten mit Meta-Daten ergänzt werden. Das führt dazu, dass sich der Prozess, mit dem die Daten erzeugt wurden und deren weitere Bearbeitung nachverfolgbar werden. Beide Initiativen werden von unterschiedlichen Interessenten aus der Industrie unterstützt, so dass meiner Ansicht nach Hoffnung besteht, dass sich die Gemeinschaft der Anwendenden diesen Standards zuwenden wird. Mich erinnert die jetzige Zeit an die Phasen, in denen Video 2000, Beta und VHS noch als mögliche Alternativen auf dem Markt vertreten waren. Allerdings habe ich heutzutage die Hoffnung, dass sich wirklich das beste System als Standard durchsetzen wird.

Automatisierung - aber wie?
Ich denke, dass wir alle uns noch an die Zeiten erinnern können, in denen die Installation eines Druckers in ein bestehendes Netzwerk eine Aufgabe war, die sehr viel Zeit und Fachwissen erforderte. Heute ist es Dank vereinheitlichter Kommunikationsstandards eine Sache von Sekunden zwischen dem Anschluss eines neuen Gerätes und der Verfügbarmachung seiner Dienste im Netzwerk. Ein Hemmnis der Automatisierung ist der mangelnde Standard für eine Einbindung verschiedener Geräte in ein Netzwerk. Seit 2008 arbeitet eine internationale und mit zahlreichen Firmen als Mitgliedern ausgestattete Gruppe an der Erstellung eines gemeinsamen Standards, um Laborgeräte einzubinden. Die erste Version dieses Standards, SiLA (Standard in Laboratory Automation) wurde von der Zielgruppe als zu komplex in der Implementierung angesehen und fand deshalb bisher keine große Verbreitung. Die neue Version dieses Standards, SiLA2, wurde konzipiert, um einfacher anwendbar zu sein. Für mich hat dieser Standard den großen Vorteil offen zu sein, und von einer non-profit Organisation vorangetrieben zu werden. Die Liste der Standards, die niemand als solche anerkannte, ist der Liste mit Standards, die proprietär und verschlossen sind, quasi inhaltsgleich.
Was ist, als Fachzeitschrift, unsere Aufgabe in dem Prozess der Standardisierung? Wir können uns mit den Beteiligten in den unterschiedlichen Gremien unterhalten, und darüber berichten, was in der Gemeinschaft diskutiert wird. Damit leisten wir, zumindest hoffen wir das, einen Beitrag dazu, dass Sie, die Leser sich einen Überblick verschaffen können. Und mit diesem Überblick ist es dann möglich, informierte Entscheidungen zu treffen.
Im kommenden Jahr wird wieder die Messe Labvolution in Hannover stattfinden. Wir werden flankierend zu der Messe zwei Sonderpublikationen herausbringen und auch im Rahmenprogramm der Messe werden wir aktiv sein. Sie dürfen also schon gespannt sein, was Sie dann erwarten wird.

Der Aktienindex für die Laborbranche, Christina Poggel
In unseren Veröffentlichungen geben wir Ihnen einen bestmöglichen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Laborbranche. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Forschung und Entwicklung der in diesem Gebiet tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmen. Um darüber hinaus einen Eindruck über die wirtschaftliche Entwicklung dieser Branche zu geben, haben wir im Oktober dieses Jahres unseren Aktienindex GIT-LAX eingeführt. Er soll dienen als ein Indikator für die aktuelle Lage am Finanzmarkt der darin gelisteten Wertpapiere. Im GIT-LAX fassen wir 20 börsennotierte, in der Laborbranche agierende Unternehmen (s. bit.ly/GIT-LAX) zusammen. Der Vergleich mit dem DAX ermöglicht darüber hinaus eine Orientierung an der Entwicklung der 30 größten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. Dafür wurde der Startwert des GIT-LAX auf 13465,51 Punkte, dem Schlusswert des DAX am 01. November 2017, gesetzt.
In Kooperation mit dem Industrieverband Spectaris werden wir zudem vierteljährlich ein Konjunkturbarometer veröffentlichen, in dem Unternehmen unter anderem Fragen zur Auftragssituation im Vergleich zum Vorquartal, ihre Erwartungen an das Folgequartal und der Geschäftsentwicklung insgesamt beantworten werden. Damit geben wir nicht nur die Entwicklung börsennotierter Unternehmen dieses Sektors, sondern auch die kleiner und mittelständischer Unternehmen wieder. Die Teilnahme am Konjunkturbarometer war bislang den Spectaris-Mitgliedern vorbehalten. Durch die Kooperation der GIT Labor-Fachzeitschrift mit Spectaris und der damit verbundenen Einladung an weitere Hersteller zur Beteiligung gewinnen die Ergebnisse noch weiter an Aussagekraft und bieten damit eine noch größere Orientierungshilfe für die Teilnehmer. In dieser Ausgabe der GIT Labor-Fachzeitschrift wird anstelle des GIT-LAX dieses Konjunkturbarometer auf den Seiten 10 und 11 vorgestellt.
In der hier abgebildeten Auftragung ist die Entwicklung des GIT-LAX im November dargestellt. Während im Vormonat die Laborbranche am Finanzmarkt im Vergleich zum DAX besonders schlecht abschnitt, ist eine leichte Entspannung im vergangenen Monat zu beobachten. Am 29.11. schloss der GIT-LAX mit 14913,3 Punkten und liegt damit deutlich über dem DAX, der am Ende dieses Handelstages bei 11234,1 Punkten lag. Über das gesamte Jahr 2018 hinweg war zu beobachten, dass sich die in der Laborbranche agierenden Unternehmen als robuster gegenüber Kurseinbrüchen verglichen mit anderen Aktienindizes erwiesen. Besonders seit Mitte des Jahres 2018 bis Ende September waren die Kurse des GIT-LAX und des DAX stark gegenläufig (s. bit-ly/GIT-LAX für alle Beiträge zum GIT-LAX). Dieser Eindruck wurde im Oktober 2018 getrübt, in dem der GIT-LAX einen Kursverlust von 11,5 Prozentpunkte verzeichnete. Auch der DAX litt unter andauernden wirtschaftspolitischen Unruhen, stand mit einem Verlust von 8,5 Prozentpunkten etwas besser da.
Wir sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung der Laborbranche, die wir mit diesem einfachen Werkzeug des Laboraktienindex beobachten werden. Zudem laden wir Sie herzlich ein, uns Ihre eigenen Eindrücke und Einschätzungen mitzuteilen. Wie immer freuen wir uns auf Anregungen, Lob und Kritik.

Ausblick
Insgesamt liegt ein herausforderndes und abwechslungsreiches Jahr hinter uns. Wir hoffen sehr, dass wir mit unserem breiten Angebot das Interesse einer jeden Leserin und eines jeden Lesers zumindest in einem Punkt abdecken. Wie schon in unserem Vorwort erwähnt, ist uns Ihre Meinung wichtig. Teilen Sie und gerne mit, was Ihnen an unserer Zeitschrift am besten gefällt und wo Sie Möglichkeiten zur Verbesserung sehen. Senden Sie uns gerne Ihre Antwort bis zum 25. Januar an team@git-labor.de. Unter allen Einsendungen verlosen wir ein Überraschungsgeschenk.

Kontakt   
Dr. Arne Kusserow
Dr. Martin Graf-Utzmann
Dr. Christina Poggel

Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
Weinheim, Deutschland
arne.kusserow@wiley.com
martin.graf-utzmann@wiley.com
christina.poggel@wiley.com

Der GIT-LAX online:
https://www.git-labor.de/category/tags/git-lax

Kontaktieren

GIT Labor-Fachzeitschrift
Boschstr. 12
69469 Weinheim, BW

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