Informations- und Serviceangebote für Unternehmer

Exportinitiative fördert Gesundheitswirtschaft

  • Health - made in GermanyHealth - made in Germany

Die Gesundheitswirtschaft ist weltweit ein wichtiger Zukunftsmarkt mit hohem Innovations- und Wachstumspotenzial. Zusätzliche Chancen bietet deutschen Unternehmern der Export. Im direkten Dialog mit der Wirtschaft unterstützt die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die Branche dabei, Wachstumschancen zu nutzen und neue Absatzmärkte zu erschließen.

Der Gesundheitsmarkt boomt

Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der Gesundheitswirtschaft steigt weltweit. So plant Russland beispielsweise Investitionen von mehr als 300 Milliarden Rubel, um das Gesundheitssystem zu modernisieren. China stattet in den nächsten Jahren 30.000 Krankenhäuser mit Medizintechnik aus. In Mexiko haben öffentliche Krankenhäuser großen Bedarf in der Labor- und Diagnosetechnik. Saudi Arabien braucht Expertenwissen im Krankenhausmanagement. Israel bietet für Biomanufacturing-Unternehmen hervorragende Exportmöglichkeiten.

In vielen Ländern wachsen die Gesundheitsmärkte schneller als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Gründe für diese Hoch-Zeit gibt es viele. Einerseits geben immer mehr Menschen immer mehr Geld für ihre Gesundheit aus. Andererseits unterstützen demografischer Wandel und technischer Fortschritt diese Entwicklung. In den alternden Gesellschaften der westlichen Industriestaaten nimmt der Bedarf an Medizin stetig zu. Zugleich häufen sich in den Schwellenländern Zivilisations- und chronische Krankheiten. Prognosen gehen davon aus, dass der globale Gesundheitsmarkt bis zum Jahr 2030 von heute knapp sechs auf 20 Bill. US-$ wachsen wird.

In Deutschland erzielen die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft 10 % des Bruttoinlandsprodukts. Mit einem Beschäftigtenanteil von 13 % sind sie zudem einer der größten Arbeitgeber. Großes Potenzial schlummert indes noch im Auslandsgeschäft. 2008 betrug der Anteil der Gesundheitswirtschaft am gesamten Export erst 6 %.

Einer der Eckpfeiler der deutschen Gesundheitswirtschaft ist die Medizintechnik. Vorläufigen Angaben des Branchenverbands Spectaris zufolge verbuchten die Unternehmen im Jahr 2011 einen Umsatz von 21,1 Mrd.

€. Maßgeblich dafür war eine Exportquote von 65 %. Gegenüber 2010 konnten die 1.138 deutschen Hersteller ihren Auslandsumsatz nochmals um 7 % auf 13,7 Mrd. € steigern.

Die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft

Generell bieten sich deutschen Unternehmern vielfältige Chancen, neue Absatzmärkte zu erschließen und neue Kooperationen einzugehen. Seit August 2011 erhalten sie dabei Hilfe und Unterstützung von der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft des BMWi. Sie richtet sich an den konkreten Bedürfnissen der Wirtschaft aus und soll langfristig als zentrale Informationsplattform für die Unternehmen fungieren. Dazu werden die Aktivitäten in der Außenwirtschaftsförderung sukzessiv vernetzt und gebündelt. Von dem Angebot, das der gesamten Branche offensteht, profitieren insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen. Umgesetzt wird die Initiative von Germany Trade & Invest (GTAI).

Dreh- und Angelpunkt der Informations- und Serviceangebote ist das zweisprachige Internetportal der Exportinitiative. Die deutschsprachige Website www.exportinitiative-gesundheitswirtschaft.de bietet aktuelle Marktstudien zu den Zielmärkten weltweit und beleuchtet politisch-rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Ein Veranstaltungskalender, sowie eine Übersicht mit Kontaktdaten von Ministerien, Bundesländern und Verbänden geben zusätzliche Hilfe. Über das E-Trade-Center können Unternehmer Geschäftspartner recherchieren. Das englischsprachige Portal www.health-made-in-germany.com stellt die Stärken der deutschen Branche vor. Ausländische Kunden, Partner und Meinungsträger erfahren dort, warum es sich lohnt, mit Anbietern aus Deutschland zu kooperieren.

Konkrete Projekte setzen vier Arbeitskreise unter der Dachmarke „Health - Made in Germany" um, in denen 14 Verbände aus den Branchen Pharmaindustrie, Medizintechnik, medizinischer Biotechnologie, Telemedizin und Gesundheitsdienstleistungen aktiv sind. Flankiert werden die Aktivitäten mit politischen Maßnahmen, die die Rahmenbedingungen in den Märkten verbessern sollen.

Die vier Arbeitskreise und ihre Projekte

Arbeitskreis Medizintechnik

Großes Geschäftspotenzial für deutsche Medizintechnikunternehmen bergen aus Sicht des Arbeitskreises Medizintechnik die Märkte in Australien und Lateinamerika. Daher wurde zusammen mit der GTAI zwei Marktreports über Australien und Länder in Lateinamerika veröffentlicht [1]. Beide Publikationen gehen auf die dortige aktuelle Marktsituation ein und beleuchten die Branchenstruktur und den Außenhandel. Pressekampagnen und Veranstaltungen vor Ort sollen potenzielle Kunden in diesen Märkten von den Vorteilen der deutschen Medizintechnik überzeugen.

Arbeitskreis Medizinische Biotechnologie

Dieser Arbeitskreis hat ein Unternehmensverzeichnis erstellt, um erstmals alle deutschen Biomanufacturer und ihre Fermenterkapazitäten abzubilden und vorzustellen [2]. Deutschland ist mit einer Fermenterkapazität von 675.000 l bedeutendster Hersteller von Biopharmazeutika in Europa.

Arbeitskreis Arzneimittel 

Mit den Märkten in Russland und Indien befasst sich der Arbeitskreis Arzneimittel. Der russische Gesundheitsmarkt bietet der Pharmaindustrie zwar große Chancen, doch oft überrascht die russische Verwaltung mit kurzfristig erlassenen Verordnungen, auf die sich die deutschen Unternehmen erst einstellen müssen. Deshalb wurde ein „Frühwarnsystem" in Form eines Newsletters eingerichtet, welcher zeitnah über rechtliche Änderungen in Russland informiert.

Großes Absatzpotenzial birgt auch Indien, doch dort sind die heimischen Hersteller begünstigt. Einige Arzneimittel genießen keinen Patentschutz, weil der Innovationsschutz nicht vollständig anerkannt ist. Um deutschen Unternehmen den Marktzugang zu erleichtern, wurde ein deutsch-indischer Pharmadialog gestartet.

Arbeitskreis Telemedizin und Gesundheitsdienstleistungen 

Saudi Arabien und Katar stehen im Fokus dieses Arbeitskreises. Eines der Ziele ist es, ausländischen Interessenten die Einrichtung modularer Gesundheitszentren in Form schlüsselfertiger Systemlösungen näher zu bringen, zum Beispiel mobile Krankenhäuser für ländliche Regionen. Dazu wurden Vertreter verschiedener Disziplinen wie Telemedizin, Krankenhausplanung und Ausbildung medizinischen Personals vernetzt und gemeinsam mit ihnen eine Roadshow veranstaltet. Eine 23-köpfige Delegation hat bereits im September 2011 in Dschidda, Riad und Doha vielversprechende Geschäftskontakte geknüpft. Bereits geplant ist, die Roadshow fortzusetzen.

Literatur

[1] „Der Markt für Medizintechnik in Australien" und „Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko", Germany Trade & Invest.

[2] German Biomanufacturing Guide, Dr. Tilo Mandry, Germany Trade & Invest.

 

Förderung für deutsche Unternhemer

  • Bündeln der Informationen zur Außenwirtschaftsförderung
  • Vernetzen einzelner Unternehmen zu Konsortien
  • Politisches Flankieren von Aktivitäten
  • Darstellen der Vorzüge der deutschen Gesundheitswirtschaft im Ausland
  • Marketing in noch nicht erschlossenen Märkten

 

 

 

Autor(en)

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Exportinitiative Gesundheitswirtschaft
Friedrichstr. 60
10117 Berlin
Deutschland
Telefon: 030/200099-0
Telefax: 030/200099-111

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