Lesenswert: Brandschutz-Wegweiser

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Der „Brandschutz-Wegweiser“ richtet sich an Brandschutzplaner, Bauleiter, Feuerwehren, Facility Manager und Brandschutzbeauftragte. Sowohl Neueinsteigern, als auch erfahrenen Fachleuten und Experten bietet er einen Überblick über die wesentlichen rechtlichen, technischen und organisatorischen Aspekte des technischen Brandschutzes und er unterstützt sie bei der Auswahl und nachhaltigen Auslegung der Brandschutzsysteme. Das Buch beginnt mit einer Einführung in das Konzept des integralen Brandschutzes. Es folgt eine umfassende Darstellung der Grundlagen der Brandmeldetechnik, einschließlich der Funktionsweise von Meldern und Brandmelderzentralen. Der „Brandschutz-Wegweiser“ bietet zudem eine Zusammenfassung der für den Brandschutz relevanten Normen und Richtlinien,Symbole und Fachbegriffe sowie Tabellen mit Stoffwerten und Brennstoffklassen.

Über den Autor:

Carsten Meißner
ist einer der Mitarbeiter am Brandschutz-Wegweiser. Er ist als Senior Consultant für Fire Safety bei Building Technologies, Siemens AG Deutschland, tätig.  Carsten Meißner ist Experte für Brandschutz und seit mehr als 30 Jahren in der Welt der Sicherheits- und Gebäudetechnik beruflich aktiv.

Interview:

GIT: Was war der konkrete Anlass das Buch zu schreiben?

Meißner: Der Brandschutz-Wegweiser hat sich sozusagen entwickelt: Er ist über mehrere Jahre hinweg mithilfe einer ganzen Reihe von Siemens-Mitarbeitern aus dem Bereich Brandschutz entstanden. Sie alle haben ihre jeweilige Expertise in das Buch einfließen lassen.
Der Ursprung des Brandschutz-Wegweisers war ein internes Brandschutzkompendium, das vor vielen Jahren für unsere eigenen Mitarbeiter gemacht wurde. Später hat Siemens eine recht umfangreiche Broschüre zu diesem Themenkomplex aufgelegt, um das gesammelte Wissen auch anderen zur Verfügung zu stellen. Aber irgendwann sprengte der Umfang der Inhalte auch diesen Rahmen. Gleichzeitig war die Nachfrage nach einer kompakten Darstellung von Brandschutzthemen auch außerhalb unseres Unternehmens durchaus vorhanden, z.B.

bei Planern. So wurde schließlich mit der Unterstützung vieler Kollegen ein Buch daraus, das nun jeder erwerben und vom Fachwissen unserer vielen Experten profitieren kann.
Das Buch beschäftigt sich mit technischem Brandschutz und Brandschutzsystemen und ist als Ratgeber für die Praxis angelegt. Man findet darin praktische Hilfestellungen für die Brandschutzplanung, das Engineering und  die Inbetriebnahme von Brandschutzsystemen in Gebäuden mit verschiedensten Anforderungen. Inzwischen gibt es den Brandschutz-Wegweiser schon in der 3. Auflage, d.h. wir haben ihn schon zweimal aktualisiert und erweitert und sind stolz auf die insgesamt 360 Seiten mit mehr als 100 Abbildungen und Tabellen.

GIT: Welche Zielgruppen bedient das Buch?

Meißner: Der Brandschutz-Wegweiser richtet sich an alle, die in irgendeiner Form mit Brandschutz zu tun haben, z.B.  Brandschutzplaner, Bauleiter, Feuerwehren, Facility Manager, Brandschutzbeauftragte, Lehrkräfte und Studenten etc.
Das Buch ist einerseits für Neueinsteiger interessant, denn es erklärt Sachverhalte sehr verständlich und ausführlich. Es kommt übrigens auch gerne an (Fach-)Hochschulen als „Lehrbuch“ zum Einsatz!
Aber es bietet auch erfahrenen Fachleuten einen guten Überblick über die rechtlichen, technischen und organisatorischen Aspekte des Brandschutzes. Das Buch will Experten vor allem bei der Auswahl und der nachhaltigen Auslegung von Brandschutzsystemen unterstützten.

GIT: Welche Struktur hat das Buch?

Meißner: Zu Beginn gibt es eine Einführung in das Konzept des integralen Brandschutzes. Anschließend werden die Grundlagen der Brandmeldetechnik ausführlich dargestellt. Darunter fallen u.a. die verschiedenen Funktionsweisen von Meldern und Brandmelderzentralen. Neben diesem sehr ausführlichen Kapitel zur Branddetektion werden aber auch noch andere Bereiche aus dem Brandschutz thematisiert. Deshalb gibt es auch eigene Kapitel zu Alarmierung und Evakuierung, automatischen Löschsystemen sowie zu Informations- und Gefahrenmanagement.

Darüber hinaus findet man im Brandschutz-Wegweiser noch eine ganze Reihe nützlicher Zusatzinformationen, so zum Beispiel eine Zusammenfassung der für den Brandschutz relevanten Normen und Richtlinien wie EN 54, DIN VDE 0833 oder VdS 2095. Hilfreich sind auch ein Glossar mit Fachbegriffen, Brandschutz-Symbole oder übersichtliche Tabellen für Stoffwerte und Brennstoffklassen. 

GIT: Welche Bedeutung hat das Internet of Things im Zusammenhang mit Brandmeldesystemen?

Meißner: In der Sicherheits- und Brandmeldetechnik setzt sich der Einsatz digitaler Technologien und Konzepte aus guten Gründen zunehmend durch. In Zukunft wird die Digitalisierung den gesamten Gebäude-Lebenszyklus von der Planung über den Bau bis zur Nutzung und Bewirtschaftung noch stärker verändern. Dieser Paradigmenwechsel hat Einfluss auf die gesamte Branche: Software avanciert zum zentralen Faktor, technische Offenheit und Transparenz werden punkten. Geschlossene und proprietäre Systeme hingegen werden sukzessive verschwinden. Aus diesem Transformationsprozess ergeben sich natürlich einige Herausforderungen -  aber auch weitreichende Chancen, die ohne die Digitalisierung gar nicht möglich wären.

Um das Ganze etwas konkreter zu machen, hier ein paar Beispiele.  Bei der Planung und dem Betrieb von sicherheitstechnischen Systemen bietet Building Information Modelling (BIM) große Potenziale -  vor allem im Bereich der passiven Sicherheit. Der Digital Twin aus einer BIM-Planung kann beispielsweise mit der Evakuierungssimulationssoftware von Siemens nahtlos für eine Simulation der Gebäudeentfluchtung verwendet werden. Damit lässt sich die Steuerung von Personenströmen über Zutrittskontrollanlagen im Betriebsalltag ebenso zuverlässig und praxisnah testen wie Evakuierungssysteme oder Brandschutzszenarien.

Künftig wird BIM zum Beispiel auch die korrekte Position von Brandmeldern ermitteln können. Das Brandschutzsystem der Zukunft wird damit noch weniger anfällig für zunächst unbemerkte Planungsfehler sein. Inzwischen ermöglichen digitale Technologien bereits jetzt den direkten Zugriff auf alle Sensoren und Funktionen in den Meldern. So lassen sich beispielsweise vom Brandmelder erfasste Temperaturwerte zusätzlich für die Steuerung anderer Gewerke wie Klimatisierung oder Lüftung im Raum nutzen.
Das ist jedoch erst der Anfang und in den nächsten Jahren wird noch viel Spannendes in der Gebäudetechnik passieren!

Meißner, C.
Brandschutz-Wegweiser
Technischer Brandschutz und Brandschutzsysteme
3., überarb. u. erw. Auflage
2016
Hardcover
ISBN: 978-3-89578-457-6

Auch in elektronischen Formaten verfügbar!

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