28.04.2011
ForschungUmwelt

Carbon Footprint von Murauer Bier nach ISO-Norm 14067 berechnet

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  • Carbon Footprint on Murauer Bier nach ISO-Norm 14067 berechnet - Anteile über den Lebenszyklus des Produktes

Mit dem Carbon Footprint (CFP) - auch „CO2-Fußabdruck", „ökologischer Fußabdruck", „Ökobilanz" genannt - wird die Menge an Treibhausgas-Emissionen bezeichnet, die während des gesamten Lebenszyklus eines Produktes entstehen. Das Österreichische Umweltbundesamt hat für die 1. Obermurtaler Brauereigenossenschaft in Murau den Carbon Footprint nun erstmals nach internationalem Standard, der künftigen ISO-Norm 14067 berechnet. Ein wichtiger Schritt in Sachen Umwelt- und Klimaschutz für die Brauerei.

Durch die neue ISO-Norm, die bis Jahresende fertig gestellt werden soll, werden Produkte in Zukunft hinsichtlich ihres Carbon Footprints vergleichbar. Das bedeutet auch mehr Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten. Zudem wird für Unternehmen ersichtlich, in welchen Bereichen sie Optimierungspotenzial haben. Die ISO 14067 (Produkt-CFP) für die Berechnung des CFP sieht vor, dass der Lebenszyklus von der Herstellung der Rohstoffe bis zum fertigen Produkt kalkuliert wird. (Abfallentsorgung und -verwertung werden im vorliegenden Fall nicht berücksichtigt.) Neben der Festlegung der Systemgrenze fordert die ISO-Norm, dass die Ergebnisse der CFP-Berechnungen dokumentiert und von einem externen Begutachter bestätigt werden. Ebenso werden die Ergebnisse hinsichtlich möglicher Unsicherheiten analysiert.

Transparente Methode, valide Datengrundlage
Bei den CFP-Berechnungen für Murauer Bier hat das Umweltbundesamt sämtliche Anforderungen des derzeitigen Entwurfs der ISO-Norm 14067 berücksichtigt. Bei der Ermittlung des Carbon Footprint haben die ExpertInnen sämtliche Treibhausgasemissionen analysiert, die im Zuge der Herstellung von Murauer Bier entstehen - vom Anbau von Gerste und Hopfen, über die Produktion bis hin zur Zustellung. Die Berechnung umfasst Rohstoffbereitstellung (Anbau, Pflege und Ernte von Gerste und Hopfen) und -transport, Produktion, Bierglasherstellung, LKW-Zustellung sowie Raumwärme- und Strombereitstellung für Büro- und Lager-räume. Sämtliche Energie- und Materialeinsätze innerhalb der gesetzten Systemgrenzen wurden berücksichtigt und mit Emissionsfaktoren multipliziert.
In dem vom Umweltbundesamt für Österreich entwickelten Berechnungsmodell GEMIS (GesamtEmissionsModell Integrierter Systeme) werden die Treibhausgasemissionen - Verbrennungsemissionen, vorgelagerte Prozessemissionen und Treibhausgasemissionen - bilanziert.

Dabei werden die Österreich-spezifischen Strukturen und Prozesse berücksichtigt. Das Umweltbundesamt ist die weltweit einzige, akkreditierte Überwachungsstelle für Emissionsbilanzen und verfügt über eine valide Datenbasis für Emissionen und Emissionsfaktoren.

Carbon Footprint-Ergebnisse und Einsparpotenziale
Das Umweltbundesamt hat den CFP für Einweg- und Mehrwegflaschen sowie Fassbier berechnet. Dabei wird deutlich, dass Mehrweg (0,305 kg/l) einen fast halb so großen CFP gegenüber Einweg (0,671 kg/l) aufweist. Der äußerst große Anteil von Mehrweg-Flaschen gegenüber Einwegflaschen (93 %) wirkt sich sehr positiv auf den gesamten CFP von 0,309 kg/l Bier aus. Murauer Fassbier hat mit 0,281 kg/l den geringsten CFP (Abb.2).

Mit der Berechnung des Carbon Footprint für das Murauer Bier ist die Brauereigenossenschaft wieder einen Schritt weiter in Sachen Umwelt- und Klimaschutz gekommen. Durch die CFP-Berechnung wird deutlich, wo Einsparungspotenziale vorhanden sind, etwa bei der Bierproduktion, jenem Bereich, der die meisten Emissionen verursacht. Hier zeigt die Analyse des Umweltbundesamt, dass durch den Ersatz fossiler Energieträger (Erdgas, Heizöl) durch erneuerbare Energieträger die Gesamtemissionen für das Produkt weiter reduziert werden können. Beim Zustellungstransport können vor allem durch eine Umstellung der Vertriebslogistik auf emissionsarme Verkehrsmittel (Bahn, alternativ betriebene Verkehrsmittel) Einsparungen erzielt werden.

http://www.umweltbundesamt.at

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