1st European Congress of Applied Biotechnology ECAB 2011 gemeinsam mit ECCE 2011

  • Prof. Dr.  Thomas Scheper, Leibniz Universität Hannover, Chairman ECAB Prof. Dr. Thomas Scheper, Leibniz Universität Hannover, Chairman ECAB
  • Prof. Dr.  Thomas Scheper, Leibniz Universität Hannover, Chairman ECAB
  • Prof. Dr. Alois Jungbauer, Universität für Bodenkultur, Wien, Chairman des ECAB

Biologie trifft auf Verfahrenstechnik: der "1st European Congress of Applied Biotechnology" (ECAB 2011) findet gemeinsam mit dem "8th European Congress of Chemical Engineering" (ECCE 2011) vom 25.-29. September 2011 in Berlin statt. Die industrielle Biotechnologie hat heute einen erheblichen Anteil an den Umsätzen und Erlösen der produzierenden Industrie. Die Biotechnologie bietet besonders in den Produktionsbereichen Chancen, für die wir heute dringend nach neuen Lösungen suchen: Energie, Rohstoffe für die chemische Industrie und Gesundheit. Sollen nachwachsende Ressourcen zukünftig die Basis für unsere Rohstoff- und Energieversorgung bilden, ist dies ohne enzymatische Verfahren kaum denkbar. Pharmazeutische Wirkstoffe werden durch die Syntheseleistung der Natur oft überhaupt erst wirtschaftlich zugänglich - die Herstellung von Biopharmazeutika mit Hilfe der roten Biotechnologie hat eine neue Ära im Gesundheitswesen eingeleitet.

Biologie trifft auf Verfahrenstechnik
Eine neue Dimension in der Forschung und Entwicklung in der industriellen Biotechnologie und chemischen Industrie hat sich aufgetan: Der Einsatz von mikrobiellen Helfern anstelle von konventionellen chemischen Prozessen stellt die Industrie vor völlig neue Herausforderungen. An die Stelle extremer Reaktionsbedingungen im Hinblick auf Temperatur oder Druck treten neue Herausforderungen, zum Beispiel das Verständnis der zellulären Abläufe, genaue Einhaltung milder Reaktionsbedingungen oder die Aufarbeitung von Produkten aus wässrigen Fermentationsbrühen.
Biotechnologie findet an der Schnittstelle zwischen Biologie und Technik statt. Für die industrielle Biotechnologie lässt sich das noch genauer spezifizieren: Hier trifft Biologie auf Verfahrenstechnik. Besonders für das Downstream Processing lassen sich eine ganze Reihe von Operationen benennen, bei denen die Zusammenarbeit unerlässlich ist. Die Biotechnologen müssen nicht jedes Rad neu erfinden: Verfahren aus der Chemietechnik können adaptiert und somit die Verfahrensentwicklung beschleunigt werden.

Erkenntnisse aus der Verfahrenstechnik und Materialwissenschaft wie beispielsweise aus der Partikeltechnik können neue Impulse geben. So können innovative Prozesse und Produkte mit großer Nachhaltigkeit entwickelt werden. Die Komplexität der biotechnologischen Systeme ist dabei eine große Herausforderung für Verfahrenstechniker und Chemieingenieure.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit zwischen Biotechnologen, Chemieingenieuren, Verfahrenstechnikern und anderen Disziplinen wird für eine erfolgreiche Bewältigung des Wandels in der Energie- und Rohstoffbasis ausschlaggebend sein. Diese Zusammenarbeit muss gestaltet werden.
Die Dechema ist seit ihrer Gründung die Plattform für den interdisziplinären Austausch. Die gemeinsamen Jahrestagungen der Verfahrenstechniker von ProcessNet und der Biotechnologen der Dechema-Fachgemeinschaft Biotechnologie haben zu einem produktiven Informationsaustausch beider Disziplinen geführt, der einzigartig in Europa ist. Dies hat uns motiviert einen Schritt weiter zu gehen und den 1st European Congress of Applied Biotechnology mit dem 8th European Congress of Chemical Engineering zu verbinden. Beide Veranstaltungen finden vom 25.-29. September 2011 in Berlin statt. Doch es genügt nicht, die Fachleute der verschiedenen Disziplinen zusammenzubringen, und der Rest wird sich dann schon erledigen. Die Intention der Veranstalter ist deshalb nicht, zwei Konferenzen einfach gleichzeitig ablaufen zu lassen. Es wurde bereits bei der Konzeption der Veranstaltung darauf Wert gelegt, gemeinsame Themen von beiden wissenschaftlichen Disziplinen zu integrieren und den Austausch zu moderieren.
Bei den Jahrestagungen werden die wissenschaftlichen Vortragsreihen, die für beide Seiten von Interesse sind, auch gemeinsam entwickelt und durchgeführt. Dadurch ergibt sich ein Anknüpfungspunkt für den weiteren Dialog. Über 1.800 Beitragseinreichungen von Biotechnologen, Chemieingenieuren und Verfahrenstechnikern beweisen, dass dieses Konzept zukunftsweisend ist, und versprechen ein umfassendes und interessantes Programm, das den letzen Stand der Entwicklungen zeigt. So wird derjenige, der an den Schnittstellen arbeitet, genauso fündig wird wie der Spezialist für Membrantechnologie, Biopharmaceuticals oder Lebensmittelbiotechnologie.

Studenten und Doktoranden
Häufig hört man von den Praktikern, dass der Austausch auch unter dem Fehlen einer gemeinsamen Sprache leidet. Begrifflichkeiten sind unscharf oder werden in den verschiedenen Disziplinen unterschiedlich benutzt. Wie können wir erreichen, dass kommende Generationen von Wissenschaftlern und Entwicklern die Sprache des anderen gar nicht mehr erst lernen müssen? Dafür wäre es praktisch, wenn die Studierenden bereits „zweisprachig" ausgebildet würden. Auf lange Sicht wird kein Verfahrenstechniker ohne elementare Biotechnologie-Kenntnisse auskommen können - genauso, wie der Biotechnologe die Grundsätze der Verfahrenstechnik kennen sollte. Die Integration entsprechender Inhalte in die Studiengänge ist daher ein wichtiges Anliegen.
Diejenigen, die jetzt an der Schwelle zum Eintritt in das Berufsleben stehen, haben in Berlin die Gelegenheit, beide Disziplinen zu erleben. Ein zweitägiges Studierenden- und Doktorandenprogramm gibt Orientierung und darüber hinaus die Möglichkeit, Kontakte zwischen dem Nachwuchs und den erfahrenen Fachkollegen zu knüpfen. Von den Herausforderungen des demographischen Wandels und dem befürchteten Nachwuchsmangel ist allenthalben die Rede; beim ECAB in Berlin wollen wir ihm aktiv begegnen. Dazu gehört auch eine umfangreiche begleitende Firmenausstellung, die ebenfalls ganz praktisch den Austausch zwischen verschiedenen Gruppen ermöglicht.

Wer nachwachsende Rohstoffe in wertvolle Produkte verwandeln will, braucht den Biotechnologen ebenso wie den Verfahrenstechniker. Der ECAB 2011 in Berlin bietet die einmalige Gelegenheit, diese Zusammenarbeit auf internationaler Ebene ein gutes Stück voranzubringen.

http://www.dechema.de

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.