Analytica Conference 2012: Symposium zu bioaktiven Stoffen in Lebensmitteln

Analytica Conference 2012: Symposium zu bioaktiven Stoffen in Lebensmitteln im Raum B11, Halle B1, 19. April von 14 bis 17 Uhr.

Neben dem Nährwert ist der „Gesundheitswert" ein immer mehr in den Fokus tretender Aspekt der Lebensmittelqualität. Mit den für die Gesundheit günstigen Wirkungen mancher Lebensmittel werden auch bisher unbeachtete oder unbekannte Inhaltsstoffe identifiziert, die als bioaktiv bezeichnet werden. In funktionellen Lebensmitteln sollen diese positiven Effekte durch Anreicherung solcher bioaktiver Verbindungen in den Vordergrund treten. Dabei muss die Zuordnung dieser Inhaltsstoffe zu den Einzelaspekten der Lebensmittelqualität oftmals erweitert werden. So sind manche Aromastoffe in Kräutern gleichzeitig präventiv wirksam, z. B. das entzündungshemmende 1,8-Cineol = Eukalyptol. Manche Vitamine (z. B. Vitamin K) sind zur Vermeidung von klassischen Mangelerscheinungen (Gerinnungsstörungen) und auch zur Prävention von Volkskrankheiten wie z. B. der Calziumeinlagerung in Gefäßen geeignet.

Der Begriff „bioaktiv" ist an sich aber wertfrei, d. h. diese Stoffe sind nicht unbedingt nur positiv für die Gesundheit, sondern können als Kontaminanten oder Rückstände die Lebensmittelsicherheit beeinträchtigen, wie z. B. Organohalogenverbindungen, Mykotoxine, pharmakologisch wirksame Substanzen oder prozessbedingte Kontaminanten.

Die Bandbreite dieser verschiedenen Substanzen wird auch vom diesjährigen lebensmittelanalytischen Symposium der Analytica 2012 an der Messe München abgedeckt. In der halbtägigen Vortragsreihe mit dem Titel „Analysing bioactive compounds in a complex food matrix" referieren fünf Experten über Neuentwicklungen in der Analytik, Bioaktivität und Risikobewertung der Tierarzneimittel, Aromastoffe, Dioxine und Prozesskontaminanten.

Das Symposium beginnt mit Prof. Gerd Hamscher von der Universität Gießen, der über „Veterinary drugs in the environment - New challenges for food safety?" referiert. In seinem Vortrag thematisiert er den Übergang von Tierarzneimitteln in Lebensmittel durch den bisher wenig beachteten Pfad Abwasser und Trinkwasser.

Die Thematik Aromastoffe greift Prof. Matthias Wüst von der Universität Bonn auf und referiert über die Quantifizierung und Beurteilung des Eber-Fehlaromas in Fetten in seiner Präsentation „Development of a candidate reference method for the simultaneous quantitation of boar taint compounds in back fat." Die Bedeutung der Aromastoffe nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in anderen Materialien, mit denen wir Verbraucher in Kontakt kommen, zeigt Prof. Andrea Büttner von der Universität Erlangen auf. Sie behandelt neben analytischen Verfahren auch die physiologische Relevanz dieser Verbindungen in ihrem Vortrag: „Modern analysis of odorants: a multifaceted research area with high potential for application."

Mit gesundheitsgefährdenden Verbindungen befassen sich die letzten beiden Vorträge des Symposiums. So referiert Prof. Karl-Werner Schramm vom Helmholtz-Zentrum München in seinem Vortrag „Complementary chemical and biological analysis of dioxin-like compounds" über Bioassays zur Erfassung von Dioxinen und verwandter Verbindungen. Prozesskontaminanten wie Acrylamid, Benzol, oder MCPD-Ester sind schließlich das Thema des Vortrags von Dr. Michael Granvogl von der TU München. Mit dem Titel „Formation of ‘food-borne' toxicants during heat-processing" widmet sich seine Präsentation insbesondere der Bildung und Analytik dieser Verbindungen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihren Besuch der Analytica 2012 mit der Teilnahme an diesem Symposium verbinden.

Prof. Dr. Michael Rychlik

Autor(en)

Kontaktieren

TU München - Forschungs-Neutronenquelle
Lichtenbergstr. 4-10
85748 Garching
Germany

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.