Energie: Ausschreibung des Forschungsverbundes „Intelligente Netze Norddeutschland (SmartNord)“

Um erneuerbare Energien schneller und effektiver ans Netz zu bringen, werden in Niedersachsen Forschungsarbeiten zu „Intelligenten Stromnetzen" und neuen Formen der Netzsteuerung gestärkt. Das Wissenschaftsministerium beauftragt das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) jetzt mit der Ausschreibung eines Forschungsverbundes „Intelligente Netze Norddeutschland (SmartNord)". Für den Verbund stellt das Land in den kommenden drei Jahren insgesamt 3,6 Mio. Euro bereit. Zielgruppe der Forschungsförderung sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus niedersächsischen Forschungseinrichtungen, die sowohl natur- und ingenieurwissenschaftliche als auch gesellschaftswissenschaftliche Disziplinen umfassen. Es gilt Möglichkeiten neuer Komponenten in elektrischen Netzen zu erschließen und so Systemdienstleistungen für das Verbundnetz zu entwickeln. Das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen, eine wissenschaftliche Einrichtung der TU Clausthal, übernimmt die Ausschreibung und die Koordination des neuen Verbundes. Antragsberechtigt sind Hochschulen und öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen in Niedersachsen. Die Antragsfrist endet am 15. Juni 2011.

„Unsere Forschungseinrichtungen gehören nach Einschätzung der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen bereits heute im bundesweiten Vergleich zu den Führenden auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien", betont die niedersächsische Wissenschaftsministerin, Professor Dr. Johanna Wanka. „Die in der Energieforschung in Niedersachsen bereits geleisteten Vorarbeiten bieten ein großes Entwicklungspotenzial. Auf diesem wollen wir mit dem neuen Forschungsverbund aufbauen und die Stromnetze der Zukunft vorantreiben", sagt Wanka.

Die Versorgung mit elektrischer Energie orientiert sich bisher an einer „Top-Down"-Versorgung, d.h. Großkraftwerke speisen Leistung auf der Höchstspannungsebene des Übertragungsnetzes ein. Zur Versorgung der Endverbraucher wird diese Leistung über verschiedene Netzebenen bis zur Niederspannungsebene weiter verteilt.

Dieses bisher bewährte Muster der Energieversorgung wird allerdings in Frage gestellt, wenn entsprechend der aktuellen Energieszenarien der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2030 rund 60 Prozent betragen soll. Das Erreichen dieses Ziels erfordert unter anderem auch mehr als eine Verdopplung der heutigen Windenergieanlagenleistung in Deutschland. Diese zusätzliche Leistung wird zu einem Großteil in Norddeutschland, insbesondere in den Küstenregionen anfallen. Aus diesen ehrgeizigen Zielen beim Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen sowie der Möglichkeit zur Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ergeben sich veränderte Anforderungen an die Auslegungsstrategien und den Betrieb der elektrischen Energieversorgung und vor allem der Stromnetze.

 

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