Erstklassige Weine dank neuem Biosensor

  • Erstklassige Weine dank neuem Biosensor: Jeder Weinberg hat eine charakteristische Hefepopulation. Mit einem neu entwickelten Sensor lässt sich feststellen, ob die Hefen im Most für einen Spitzenwein taugen. Bild:© Albert Mathier et FilsErstklassige Weine dank neuem Biosensor: Jeder Weinberg hat eine charakteristische Hefepopulation. Mit einem neu entwickelten Sensor lässt sich feststellen, ob die Hefen im Most für einen Spitzenwein taugen. Bild:© Albert Mathier et Fils

Verantwortlich für die erstklassige Qualität eines Weines sind nicht nur Lage, Traubensorte und Reifegrad, sondern auch die Hefen, die während des Gärprozesses aktiv werden. Diese Hefen sind Mikroorganismen, die natürlicherweise im Umfeld der Weinproduktion vorkommen - jeder Weinberg hat eine ganz charakteristische Population, die dem Wein seine spezielle Note gibt. Nur Winzer, die die richtigen Wildhefen für die Spontanvergärung verwenden, haben eine Chance, einen echten Spitzenwein zu gewinnen. Dr. Mark Bücking vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME hat zusammen mit seinem Team den Prototypen eines Biosensors erarbeitet, mit dem Winzer innerhalb kurzer Zeit feststellen können, ob die Hefen im Most die richtigen sind, und nicht etwa unangenehme Aromastoffe erzeugen oder sogar die Gärung verhindern.

Biosensor detektiert Mikroorganismen, Pilze und Viren

Der Detektor ist nicht größer als ein Mobiltelefon und passt in jede Hosentasche. In seinem Inneren stecken zehn Plexiglasröhrchen, die mit Antikörpern beschichtet sind. Füllt der Winzer mit einer Pipette Traubenmost in die Röhrchen ein, bleiben genau die Hefen an den Wänden des Röhrchens kleben, die auf einen passenden Antikörper treffen. Die biochemische Reaktion erzeugt einen Farbumschlag, der leicht zu erkennen ist: Das Röhrchen wird blau. »Bereits mit diesem Prototypen können wir innerhalb kurzer Zeit ein halbes Dutzend verschiedener Hefen detektieren«, erläutert Bücking. »Je nach Wunsch des Winzers, lassen sich entweder die gewünschten "guten" oder die unerwünschten "bösen" Hefen analysieren. Die Technik ist sehr flexibel, man muss nur die Antikörper herstellen.«

Außer zum Bestimmen von "Bösen Buben" unter den Mikroorganismen lässt sich die Analysetechnik auch nutzen, um Pilze, Bakterien und Viren zu detektieren, die beispielsweise Pflanzenkrankheiten auslösen.

Bisher konnten nur große Labors solche mikrobiologischen Analysen durchführen. Bis die Proben dorthin geschickt und untersucht wurden, verging viel Zeit. Mark Bücking: »Mit dem neuen Antikörper-Test-Set geht alles viel schneller: Man kann die Untersuchung vor Ort durchführen und wertvolle Zeit sparen.«

Auf der Anuga FoodTec vom 27. bis 30. März in Köln stellen die Experten ihre Entwicklung vor.

 

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