Haut aus dem Automaten

  • Querschnitt durch künstliche Haut (links) im Vergleich zum Querschnitt durch menschliche Haut (rechts). Die künstliche Haut ist ebenso wie die ­natürliche aus drei Schichten aufgebaut.Querschnitt durch künstliche Haut (links) im Vergleich zum Querschnitt durch menschliche Haut (rechts). Die künstliche Haut ist ebenso wie die ­natürliche aus drei Schichten aufgebaut.

Haut aus dem Automaten. Ein vollautomatisiertes Verfahren soll die Herstellung von künstlichem ­Gewebe verbessern: Haut, die im Labor hergestellt wird, können Mediziner für Transplantationen nutzen.

An diesem Gewebe lassen sich auch Chemikalien ohne Tierversuche kostengünstig testen.

Zusammen mit Kollegen aus den Fraunhofer-Instituten für Produktionstechnologie IPT, Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie Zelltherapie und Immunologie IZI haben die Forscher am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart ein neuartiges Verfahrenskonzept entwickelt.

Zunächst wird eine Biopsie - also eine menschliche Gewebeprobe - auf Sterilität überprüft.

Ein Greiferarm transportiert die Biopsie dann in die Anlage, in der die einzelnen Schritte ablaufen: Der Automat schneidet die Biopsie klein, isoliert die unterschiedlichen Zelltypen, regt sie zum Wachsen an und mischt die Hautzellen mit Kollagen.

Mit Hilfe einer speziellen Gelmatrix entsteht dabei ein dreidimensionaler Aufbau der verschiedenen Hautschichten - die Haut ist fertig. Im letzten Schritt verpackt der Automat die Zellen für den Versand.

Alternativ kann das Gewebe auch kryokonserviert werden.

Ein Vorteil des Verfahrens ist, dass der gesamte maschinelle Ablauf in einzelne Module unterteilt ist. So können einzelne Module entsprechend den Anforderungen zur Herstellung unterschiedlicher Gewebe ausgetauscht oder verändert werden.

Das Verfahren eröffnet den Medizinern jede Menge neuer Möglichkeiten. Sie wollen damit beispielsweise Darmgewebe für Resorptionstests herstellen.

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