Helmut Schwarz erhält Wilhelm Manchot-Professur der TU München

  • Thomas Manchot (Jürgen Manchot Stiftung), Prof. Dr. Drs. h.c. Helmut Schwarz (TU Berlin, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung), Prof. Dr. Ulrich Heiz, Dekan des Departments Chemie und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann (Präsident der Technischen Universität München) (vlnr), bei der Verleihung der Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur 2012 am 23. Januar 2012 im Hans-Fischer-Hörsaal des Department Chemie der TU München. Bild: Andreas Battenberg / TUMThomas Manchot (Jürgen Manchot Stiftung), Prof. Dr. Drs. h.c. Helmut Schwarz (TU Berlin, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung), Prof. Dr. Ulrich Heiz, Dekan des Departments Chemie und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann (Präsident der Technischen Universität München) (vlnr), bei der Verleihung der Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur 2012 am 23. Januar 2012 im Hans-Fischer-Hörsaal des Department Chemie der TU München. Bild: Andreas Battenberg / TUM

Prof. Dr. Drs. h.c. Helmut Schwarz vom Institut für Chemie der TU Berlin erhält die Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur 2012. Mit dieser Auszeichnung würdigt die TU München seine richtungweisende Forschung zur Aufklärung grundlegender Vorgänge bei chemischen Reaktionen sowie die kontinuierliche Fortentwicklung der Massenspektroskopie. Helmut Schwarz, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung und dekoriert mit fünf Ehrendoktorwürden sowie den höchsten deutschen Forschungspreisen, ist einer der international führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Molekularchemie sowie ein ausgewiesener Experte und Ratgeber der Hochschulpolitik. Mit bahnbrechenden Forschungsarbeiten hat er eine Vielzahl von Fragen rund um die Reaktivität, die Bildung und Spaltung von Bindungen in Molekülen und die Eigenschaften hoch reaktiver Spezies beantwortet. Seine wichtigste Methode ist dabei die Massenspektroskopie, zu deren Weiterentwicklung er in erheblichem Umfang beigetragen hat.

Helmut Schwarz nutzte die speziellen Bedingungen der Massenspektroskopie dazu, Metalloxide, Ionen und andere reaktive Spezies isoliert zu untersuchen. Auf diese Weise gelang es ihm unter anderem, wichtige Erkenntnisse zu den Grundlagen metallvermittelter Bindungsaktivitäten zu gewinnen und damit viel zum Verständnis katalytischer Prozesse beizutragen.

Unstimmigkeiten in den Erklärungsversuchen anderer Forscher ließen ihn das Konzept der „Mehrzustandsreaktivität" entwickeln, nach dem eine an sich „verbotene" Reaktion trotzdem ablaufen kann, wenn ein Zwischenprodukt unterwegs in einen anderen elektronischen Zustand wechseln kann. Mit begleitenden theoretischen Berechnungen konnte er nachweisen, dass in manchen chemischen Verbindungen ein großer Teil der Bindungsenergie relativistischen Effekten zuzuschreiben ist, ohne die die entsprechenden Verbindungen nicht entstehen könnten.

Im Zuge seiner Untersuchungen gelang Schwarz der Nachweis zahlreicher kleiner, hochreaktiver Spezies, die bisher nur im interstellaren Raum diagnostiziert wurden oder deren Existenz zwar vorausgesagt, deren Synthese aber nie gelungen war.

Ihm gelang es, Helium in den inneren Hohlraum der Fullerene (fußballartige Kohlenstoffverbindungen) einzuschließen. Damit untermauerte er eine These der Astrophysiker, die schon vor 40 Jahren die Existenz solcher Spezies erwogen hatten.

http://www.tu-berlin.de     http://www.tum.de

 

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.