Herkunft der Antikörper

  • Antikörper-Entstehung: Erkennt eine B-Zelle eine Zielstruktur, so steht bald eine Vielzahl an Antikörpern zur Verfügung, die diese Zielstruktur angreifen.  Gedächtniszellen sorgen für einen schnelleren Angriff, falls die Zielstruktur erneut auftaucht. B-Zellen, die die Zielstruktur nicht erkennen (hier die Zellen 1 und n), teilen sich nicht. Quelle: MPI für Neurobiologie/ R. SchornerAntikörper-Entstehung: Erkennt eine B-Zelle eine Zielstruktur, so steht bald eine Vielzahl an Antikörpern zur Verfügung, die diese Zielstruktur angreifen. Gedächtniszellen sorgen für einen schnelleren Angriff, falls die Zielstruktur erneut auftaucht. B-Zellen, die die Zielstruktur nicht erkennen (hier die Zellen 1 und n), teilen sich nicht. Quelle: MPI für Neurobiologie/ R. Schorner

Wo die Antikörper herkommen. Eine unglaubliche Vielfalt an Antikörpern ermöglicht uns, im täglichen Kampf mit Krankheitserregern zu bestehen.

Bei Autoimmunerkrankungen attackieren Antikörper jedoch irrtümlicherweise Zellen des eigenen Körpers - Nervenzellen im Fall der Multiplen Sklerose. Doch woher stammen diese Antikörper? Wissenschaftler der Ludwig- Maximilians-Universität München und der Max-Planck-Institute für Neurobiologie und Biochemie haben ein neues Nachweisverfahren entwickelt, mit dem Antikörper ihren Ursprungszellen zugeordnet werden können.

Hierbei machten sich die Forscher unter der Leitung von Dr. Klaus Dornmair die enorme Vielfalt der B-Zellen und ihrer Antikörper zu Nutze: Zum einen analysierten sie den für die Antikörper zuständigen genetischen Code der B-Zellen, die sie aus dem Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) isoliert hatten.

Mit diesen Daten konnten die Wissenschaftler am Computer errechnen, wie groß bzw. schwer bestimmte Fragmente des von der B-Zelle gebildeten Antikörpers wären. Zum anderen reinigten sie die Antikörper direkt aus dem Liquor und bestimmten ebenfalls die Gewichte ihrer Fragmente.

Der Vergleich dieser beiden Datensätze war eindeutig: die Antikörper im Liquor werden von den dort ebenfalls vorhandenen B-Zellen produziert.

Mehr noch - die hohe genetische Vielfalt bestimmter Bereiche des Erbguts zeigte, dass die vorhandenen B-Zellen ihre Zielstruktur im Nervensystem bereits gefunden und kontaktiert hatten.

Die Methode kann auch bei anderen Autoimmun- und Entzündungskrankheiten angewandt werden und bereitet den Weg zur Identifizierung der Ziele, die von den Antikörpern angegriffen werden. 

 

 

 

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