Leukämieforschung: genetische Muster entschlüsselt

  • Dr. Lüder Meyer, Bild: Universitätsklimikum UlmDr. Lüder Meyer, Bild: Universitätsklimikum Ulm

Einem internationalen Team zur Leukämieforschung unter Leitung von Dr. Lüder Meyer vom Universitätsklinikum Ulm ist es gelungen, die charakteristischen genetischen Muster zu entschlüsseln, die bei sehr vielen Patienten zu einem Wiederauftreten (Rezidiv) der lebensbedrohlichen Erkrankung führen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein in der Behandlung der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL), der häufigsten Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen.

Zusammen mit Dr. Sarah Eckhoff entwickelte Meyer ein wissenschaftliches Modell, das, ausgehend von Leukämiezellen die direkt von Patienten stammen, die Leukämieerkrankung nachahmt. In den vergangenen Jahren konnten sie so eine weltweit einzigartige Sammlung von Leukämien etablieren und sind nun in der Lage, besondere Subtypen der Leukämie zu identifizieren, die typisch für Patienten mit einem frühen Wiederauftreten der Leukämie sind. Die Kenntnis des typischen Genexpressionsmusters trägt zur Identifizierung und Charakterisierung von besonderen Risikogruppen bei der ALL bei.

Was bedeutet dieses deutlich frühere Wissen für die Therapie? „Durch die detaillierte zell- und molekularbiologische Analyse konnten wir Veränderungen an Signalmolekülen nachweisen, die für Wachstum, Differenzierung und Zelltod von Leukämiezellen verantwortlich sind und die wir durch Medikamente beeinflussen können", erläutert Prof. Debatin. Somit würden sich gute Hinweise dafür ergeben, dass auch diese mit einer sehr schlechten Prognose in Verbindung gebrachten Frührezidive einer Leukämie im Kindesalter behandelbar sind. Die Ulmer Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von einem Klassifikator, der in Kooperation mit Dr. Hans Kestler vom Institut für Neuroinformatik (Arbeitsgruppe Bioinformatik) der Universität Ulm gefunden wurde. Dieser kann die Hochrisikogruppe definieren und wird derzeit weiterentwickelt. Bestätigt wurde die Bedeutung des typischen Genexpressionsmusters auch im Rahmen der Zusammenarbeit mit Prof. G. Basso und Dr. G. te Kronnie von der Universität Padua (Italien).

http://www.uniklinik-ulm.de/

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