Life Sciences im Verein Deutscher Ingenieure: Neue Richtlinie zum GVO-Monitoring

Die europäische Richtlinie über die absichtliche Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in die Umwelt (2001/18/EG) fordert eine Beobachtung der Umweltwirkungen, die durch GVO verursacht werden können. Hierbei muss das Monitoring so durchgeführt werden, dass Reproduzierbarkeit und somit Datenvergleichbarkeit sichergestellt sind. Der VDI ist im staatsentlastenden Auftrag damit befasst, für das Monitoring von diesen Organismen geeignete Verfahren zu entwickeln und zu beschreiben. Diese Verfahren werden in einer eigenen Richtlinienreihe veröffentlicht.

In dieser Reihe ist im September 2013 der Richtlinienentwurf (Gründruck) zur VDI 4333 „Standardisierte Erfassung von Amphibien“ erschienen. Amphibien gelten durch die Nutzung sowohl aquatischer als auch terrestrischer Habitate als Indikatorgruppe für Umwelteinflüsse. Die Richtlinie beschreibt das zu untersuchende Artenspektrum sowie artspezifisch anzuwendenden Erfassungsmethoden. Sie legt die Auswahlkriterien für die im Mittelpunkt des Monitoring stehenden Laichgewässer fest. Darüber hinaus werden Vorgaben zu Untersuchungsdesign und -umfang sowie zur Auswertung gemacht. Die Standardisierung der Erfassungsmethoden stellt Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit der aufgenommenen Daten sicher und gewährleistet, dass die Ergebnisse der Untersuchungen auch im Sinne einer Metaanalyse zusammengefasst und für weitergehende Analysen zu GVO-Effekten verwendet werden können.

Der Richtlinien-Entwurf zur VDI 4333 umfasst 57 Seiten und ist beim Beuth-Verlag in Berlin zu einem Preis von 117,50 € zweisprachig (deutsche und englische Fassung) zu beziehen. Einsprüche können bis zum 31.12.2013 online unter www.vdi.de/4333 eingereicht werden.

Motivation und Förderung der Richtlinienreihe
Die Erstellung der VDI-Richtlinien wurde im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Jeder Antrag auf Zulassung einer gentechnisch veränderten Pflanze (GVP), über die auf EU-Ebene entschieden wird, muss einen zugeschnittenen Monitoringplan enthalten, für dessen Umsetzung der Genehmigungsinhaber verantwortlich ist.

Aus naturschutzfachlicher Sicht werden durch die bisherigen Pläne nicht alle relevanten Umwelteffekte hinreichend erfasst. Mit den VDI-Richtlinien liege nun ein umfangreiches und gutes Instrumentarium vor, um die Monitoringpläne zu verbessern und damit den gesetzlichen Rahmen besser auszufüllen, sagte die BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel. Geeignete Erhebungsmethoden seien die Voraussetzung für ein aussagekräftiges Monitoring der Umweltwirkungen von GVP. Amphibien, Wildbienen und Schmetterlinge seien Indikatorenarten, die bei einem Anbau von GVP Aufschluss über mögliche schädliche Wirkungen geben können. Sie müssten daher vorrangig Gegenstand des GVP-Monitoring sein. Für sie fehlte bisher aber geeignete Methoden, um mögliche negative Auswirkungen des GVP-Anbaus auf ihre Populationen aufdecken zu können, so Jessel.

VDI-Richtlinienreihe online erhältlich
Im frei zugänglichen Online-Journal Biorisk werden nun ausgewählte Blätter dieser Richtlinienreihe vorgestellt, um diese im europäischen Raum bekannt zu machen. Die Beiträge, die unter anderem die wissenschaftlichen Grundlagen zu den Richtlinienempfehlungen zum Thema haben, sind in englischer Sprache verfasst.

Mehr Informationen zum Thema: http://bit.ly/GIT-VDI
Richtlinienreihe online: http://bit.ly/Biorisk

Autor(en)

Kontaktieren

Verein Deutscher Ingenieure (VDI)
VDI-Platz 1
40468 Düsseldorf
Deutschland
Telefon: +49 (0) 211 62 14-0
Telefax: +49 (0) 211 62 14-575

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.