Maßnahmen zum Schutz der Tiefsee

Tiefsee-Monitoring als neuer Ansatz

  • Proben von Manganknollen aus 4100 Metern Tiefe im Nordpazifik. Es gibt einen hohen Bedarf an Empfehlungen zur Unterstützung des Tiefseeschutzes. Bild: privatProben von Manganknollen aus 4100 Metern Tiefe im Nordpazifik. Es gibt einen hohen Bedarf an Empfehlungen zur Unterstützung des Tiefseeschutzes. Bild: privat

Die Tiefsee wird immer intensiver als Rohstoffquelle genutzt – und industriell ausgebeutet. Ein internationales Forschungsteam, dem auch Professor Laurenz Thomsen von der Jacobs University in Bremen angehört, hat nun Schlüsselbereiche zum Schutz des fragilen Ökosystems identifiziert. Sie sind in der aktuellen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins Nature Ecology and Evolution beschrieben.

Die verstärkte Nutzung der Tiefsee wirft weltweit Bedenken hinsichtlich möglicher ökologischer Konsequenzen auf. Das Gebiet, das ab einer Wassertiefe von 200 Metern beginnt, ist die Heimat vieler seltener, einzigartiger und unbekannter Arten. Sie sind durch den industriellen Tiefseebergbau, die Hochseefischerei, den Klimawandel sowie durch die Verschmutzung durch Plastik zunehmend und mehrfach bedroht.

Tiefsee-Monitoring als neuer Ansatz

Auf Anregung von Nature Ecology and Evolution führte die internationale Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Roberto Danovaro von der Polytechnischen Universität Marche Ancona in Italien eine Befragung von mehr als 100 Tiefseespezialisten durch und analysierte sowie diskutierte die Ergebnisse. Als Ziel wollten die Wissenschaftler eine Liste von Messparametern zur Erfassung essentieller ökologischer Variablen aufstellen, die alle wichtigen Aspekte des Tiefseeschutzes abdecken. Dazu gehören die Bestandsaufnahme der in dem jeweiligen Seegebiet vorkommenden größeren Organismen und deren Biomasse, des Nahrungseintrages von Algen und anderen Kleinstorganismen von der Meeresoberfläche sowie deren Aufnahme in die Nahrungskette. Dieser neue Ansatz eines Tiefsee-Monitorings soll maßgeblich mit Hilfe von zuverlässigen Sensoren und autonomen Robotern durchgeführt werden.

Blick auf den Tiefseebergbau

„Es gibt einen hohen Bedarf an Empfehlungen zur Unterstützung des Tiefseeschutzes seitens der Vereinten Nationen und der Internationalen Meeresbodenbehörde“, sagt Laurenz Thomsen, Professor für Geowissenschaften an der Jacobs University.

„Bei der Befragung ging es nicht um eine Wunschliste zur Überwachung der Tiefsee, sondern um die Festlegung von Parametern, die jetzt schon zuverlässig gemessen werden können”, so Thomsen weiter.

Der Artikel, der auf einer Publikation im Science Journal basiert, erscheint in einer Zeit, in der zunehmend die Vorbereitung des umstrittenen Tiefseebergbaus betrieben wird. Der Bergbau auf dem Boden des Meeres soll helfen, die ständig wachsende Nachfrage nach Rohstoffen insbesondere für die Herstellung batteriebetriebener Elektrofahrzeuge zu befriedigen. 

Das OceanLab an der Jacobs University, das Professor Thomsen leitet, verfügt über langjährige Erfahrung in der Überwachung von Tiefsee-Explorationsgebieten und der Entwicklung von Unterwasserrobotern. Die Jacobs University ist mit verschiedenen Arbeitsgruppen an Projekten zu den Auswirkungen des Tiefseebergbaus beteiligt.

Orginalpublikation:

Danovaro, R., Fanelli, E., Aguzzi, J. et al.: Ecological variables for developing a global deep-ocean monitoring and conservation strategy, Nature Ecology and Evolution (2020); DOI: [10.1038/s41559-019-1091-z].

Weitere Informationen:

Jacobs University 

 

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