„Predemics" entwickelt Präventionsstrategien gegen Infektionen und Epidemien

  • „Predemics": Das Institut für Virologie der Philipps-Universität mit seinem Hochsicherheitslabor bietet beste Voraussetzungen für seine Wissenschaftler, um sich am europäischen Forschungsverbund „Predemics“ zu beteiligen. Bild: Philipps-Universität Marburg/Pressestelle„Predemics": Das Institut für Virologie der Philipps-Universität mit seinem Hochsicherheitslabor bietet beste Voraussetzungen für seine Wissenschaftler, um sich am europäischen Forschungsverbund „Predemics“ zu beteiligen. Bild: Philipps-Universität Marburg/Pressestelle

„Predemics", ein neuer europäischer Forschungsverbund unter Leitung des Institut Pasteur, erhält 11,7 Mio. Euro für fünf Jahre, um die Ausbreitung von Infektionen zu untersuchen und wirksame Behandlungsansätze und Präventionsstrategien gegen drohende Krankheiten zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf dem Studium von viralen Krankheitserregern tierischen Ursprungs, die eine erhebliche Gefahr bergen, auf den Menschen übertragen zu werden. „Angesichts einer Reihe von Epidemien wie SARS oder Vogelgrippe, die sich innerhalb der vergangenen fünfzehn Jahre ausgebreitet haben, stehen die Gesundheitsbehörden vor der Aufgabe, den Ausbruch neuer Infektionskrankheiten zu verhindern", begründet das federführende Institut Pasteur die Ausrichtung des Verbunds. Um möglichst frühzeitig agieren zu können, sei es erforderlich, die Ursachen der Verbreitung solcher Krankheiten zu kennen.

Forschungsthemen von "Predemics"
Der Forschungsverbund nimmt sich daher eine repräsentative Auswahl von vier Virustypen vor, die das Potenzial besitzen, die Artbarriere zwischen Tier und Mensch zu überspringen: das Grippevirus, den Gelbsuchterreger Hepatitis E, Flaviviren wie den Erreger der Japanischen Gehirnentzündung sowie Lyssaviren, insbesondere Tollwuterreger.
Vorrangiges Ziel der beteiligten Forschergruppen ist es, die komplexen Mechanismen aufzuklären, auf denen die Wechselwirkungen zwischen dem Virus und dessen Wirtsorganismus beruhen. Weitere Teilprojekte widmen sich außerdem der Frage, wie sich Viren an neue Wirte anpassen und wie deren Immunsystem reagiert. Der Verbund vereint zu diesem Zweck Spezialisten aus 17 europäischen Forschungsinstitutionen, unter ihnen das Institut für Virologie der Philipps-Universität. Weitere Partner sind zum Beispiel das Imperial College, die University of Edinburgh sowie die Max-Planck-Gesellschaft.

Beitrag der Marburger Virologen
Das Institut für Virologie der Philipps-Universität mit seinem Hochsicherheitslabor bietet beste Voraussetzungen für seine Wissenschaftler, um sich am europäischen Forschungsverbund „Predemics" zu beteiligen.

An die Marburger Arbeitsgruppe von Dr. Mikhail Matrosovich fließen 400.000 Euro Fördergelder.
„Unser Teilprojekt befasst sich mit Faktoren, durch die Influenzaviren in die Lage versetzt werden, die Artbarriere zu überspringen und sich an den menschlichen Organismus anzupassen, wodurch eine neue Grippepandemie ausgelöst werden könnte", erläutert Mikhail Matrosovich. Im Zentrum dieses Vorhabens stehen Mechanismen, die es Oberflächenproteinen des Virus' erlauben, sich an die Rezeptoren menschlicher Zellen anzupassen.

 

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