Reaktorsicherheit: neuer „Sarkophag“ für Tschernobyl

  • Tschernobyl: der vor 25 Jahren explodierte Reaktorblock 4 wurde acht Monate nach dem Atomunfall mit einer Schutzhülle - dem sogenannten Sarkophag - umbaut. Dieser zeigt jetzt Risse und soll mit einer zweiten Schutzhülle versehen werden.  Bild: flickr/Carl Montgomery (2006)Tschernobyl: der vor 25 Jahren explodierte Reaktorblock 4 wurde acht Monate nach dem Atomunfall mit einer Schutzhülle - dem sogenannten Sarkophag - umbaut. Dieser zeigt jetzt Risse und soll mit einer zweiten Schutzhülle versehen werden. Bild: flickr/Carl Montgomery (2006)

Auch 25 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl am 26.4.2006 stellt das Kernkraftwerk ein Sicherheitsrisiko dar, denn der Sarkophag, in den der Reaktorblock 4 kurz nach der Explosion eingeschlossen wurde, weist nun Risse auf. Auf einer internationalen Geberkonferenz in Kiew haben daher heute (19.4.2011) zahlreiche Staaten finanzielle Zusagen in Höhe von insgesamt 550 Mio. Euro für die Sicherung des Standortes Tschernobyl gemacht, mit denen eine zweite, neue Schutzhülle (New Safe Confinement, NSC) um den Sarkophag und ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente gebaut werden sollen.

Für die Finanzierung dieser beiden Großprojekte in Tschernobyl besteht noch eine Lücke von 740 Mio. Euro, zu deren Schließung die Geberkonferenz beitragen sollte. Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jürgen Becker, stellte für Deutschland einen zusätzlichen Beitrag in Aussicht, der 10,6 % der Beiträge entspricht, die von den G-7-Staaten und der EU-Kommission zusammen erzielt werden. Die Höhe des tatsächlichen deutschen Beitrags, der unter Vorbehalt der Zustimmung des Haushaltsausschusses steht und über mehrere Jahre verteilt sein soll, richtet sich nach dem für Deutschland gültigen Verteilungsschlüssel, der im Rahmen der Lastenteilung zwischen den G-7-Staaten und der EU-Kommission vereinbart worden ist. Das sind 10,6 % der Beiträge von zusammen bis zu 400 Mio. Euro. Auf Deutschland könnten also bis zu 42,4 Mio. Euro entfallen.

Anlässlich des 25. Jahrestages des Reaktorunglücks in Tschernobyl betonte Jürgen Becker die Solidarität mit der Ukraine und den vom Unglück betroffenen Menschen. Die Konferenzteilnehmer äußerten ihre Zuversicht und zugleich die Erwartung, dass die Projekte zur Reaktorsicherheit am Standort Tschernobyl so bald wie möglich, das heißt bis Ende 2015, erfolgreich abgeschlossen werden können.

 

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