Sterilisation im Plasmareaktor: Minimalinvasiv gegen Prionen

  • Plasmasterilisation von pathogenen Biomolekülen: Die mit unterschiedlichen Gaszusammensetzungen behandelten Lipopolysaccharide (LPS) konnten erst nach Zumischung von Wasserstoff wirksam reduziert werden.Plasmasterilisation von pathogenen Biomolekülen: Die mit unterschiedlichen Gaszusammensetzungen behandelten Lipopolysaccharide (LPS) konnten erst nach Zumischung von Wasserstoff wirksam reduziert werden.

Sterilisation im Plasmareaktor: Minimalinvasiv gegen Prionen. Mit minimalinvasiven Operationstechniken, teuren empfindlichen Instrumenten oder neuen biokompatiblen Kunststoffen steigen die Ansprüche an die Sterilisationsverfahren. Konventionelle Verfahren stoßen schnell an ihre Grenzen: Extrem hohe Temperaturen schädigen moderne Kunststoffe und Chemikalien greifen die Oberflächen an. Im Plasmareaktor – ein Behälter, in dem ein Gas durch Energie- Zufuhr elektrisch angeregt und in seine Bestandteile/Teilchen zerlegt wird – ist die Wärmebelastung gering. Die auf die Instrumente auftreffenden Teilchen reagieren mit den Keimen und inaktivieren sie. Durch die Art und Weise der Plasmaerzeugung und das ausgewählte Gas können die Forscher Plasmen je nach Verwendungszweck quasi maßschneidern. Die extreme Resistenz von Prionen gegenüber allen herkömmlichen Sterilisationsverfahren fordert die Wissenschaft besonders heraus. BIODECON- Forscher (Decontamination of biological systems using plasma discharges) konnten unter der Leitung von Prof. Dr. Achim von Keudell an der Universität Bochum mit der Plasmasterilisation in Laborversuchen erste Erfolge erzielen: Bereits nach einer Behandlungsdauer von zehn Minuten war ein spezifischer Marker (PrPres), der im infizierten Gewebe nachweisbar ist und daher ans „Anzeiger” für eine Prionen-Infektion genutzt wird, nicht mehr vorhanden. Die Wirkung des Sterilisationsverfahrens wird derzeit unter natürlichen Bedingungen überprüft. Einen wesentlichen Teil des Projektes nimmt die Identifizierung der Wirkmechanismen der Plasmasterilisation ein, die Voraussetzung dafür ist, dass die Methode durch die entsprechende Zulassungsbehörde validiert werden kann.

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