Überwindung der Therapieresistenz von Tumoren

  • Prof. Dr. rer. nat. Sebastian Wesselborg, Med. Klinik I, TübingenProf. Dr. rer. nat. Sebastian Wesselborg, Med. Klinik I, Tübingen

Ansatz zur Überwindung der Therapieresistenz. Die größte Herausforderung der Tumortherapie besteht in Behandlung von radio- und chemotherapieresistenten Tumoren. Hierzu ist die Entwicklung neuartiger Zytostatika unumgänglich.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Sebastian Wesselborg an der Universität Tübingen hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der molekularen Wirkungsweise von Chemotherapeutika beschäftigt und die Signalwege untersucht, über die das Selbstmordprogramm in der Zelle aktiviert wird. Gemeinsam mit anderen Forschergruppen gelang der Nachweis, dass hierbei von den unterschiedlichen Zelltodsignalwegen der sog. „mitochondriale Apoptoseweg" in der Zelle aktiviert wird. Tumorzellen inaktivieren diesen Weg und erlangen dadurch Resistenz ­gegenüber Radio- und Chemotherapie.

Folglich wäre es von großem Nutzen für Krebspatienten, wenn es gelänge neuartige Signalwege zu entdecken, die unabhängig vom mitochondrialen Apoptoseweg in Tumorzellen das endogene Selbstmordprogramm aktivieren. Dadurch bestünde dann die Möglichkeit, chemotherapieresistente ­Tumore zu eliminieren.

In ersten Arbeiten konnte nun gezeigt werden, dass sich in chemotherapieresistenten Tumorzellen durch den Kinase-Inhibitor Staurosporin Apoptose induzieren ließ.

Diese Beobachtung war besonders interessant, da Derivate von Staurosporin wie UCN-01 bereits in ersten klinischen Studien getestet werden.

Daraufhin untersuchte Prof. Wesselborg die einzelnen Apoptose-Signalwege im Detail, die durch Staurosporin aktiviert werden.

Es stellte sich heraus, dass Staurosporin zwar den mitochondrialen Zelltodweg aktivieren konnte, aber darüber hinaus in der Lage ist, einen neuartigen bislang unbekannten Apoptoseweg in Tumorzellen zu aktivieren.

Ziel ist es nun den Wirkmechanismus von Staurosporin im Detail weiter aufzuklären und die betreffenden anti-apoptotischen Kinasen zu identifizieren, die durch Staurosporin gehemmt werden. Die Ergebnisse dieses von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekts könnten einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der Therapieresistenz von Tumoren liefern.

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