Analytica China: 10-jähriges Jubiläum

Wachstum des chinesischen Labor- und Biotechnologiemarktes

Die Analytica China, die internationale Fachausstellung für Labortechnologie, Analyse, Biotechnologie und Diagnostik der Messe München International (MMI) feierte vom 16. - 18. Oktober 2012 ihr 10-jähriges Jubiläum. Das 2002 gestartete Tochterunternehmen der Analytica in München findet alle zwei Jahre im Shanghai New International Expo Center (SNIEC) statt und erzielt seitdem kontinuierlich zweistellige Zuwachsraten. Für die Jubiläumsmesse waren laut Betreiber 580 Aussteller (+24 %) gemeldet, die, aufgeteilt auf zwei Expo-Hallen, eine Ausstellungsfläche von insgesamt 24.600 m2 belegten. Es konnten während der dreitägigen Ausstellung 16.940 Besucher (+11 %) aus 66 Nationen begrüßt werden.

„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie alles begann", schilderte Dr. Richard Zhang, Gründungsmitglied des Ausstellerbeirats und heute Präsident von Heraeus Shanghai in einem persönlichen Gespräch während des Festbanketts. Seinem Bericht nach belegte 2002 die Ausstellungsfläche knapp die Hälfte einer Expo-Halle (5.800 m2). Die klimatischen Bedingungen für Aussteller und Besucher waren zu jener Zeit noch sehr herausfordernd. Im Spätsommer 2002 bei 40 °C Außentemperatur und extremer Luftfeuchtigkeit war die Halle noch nicht mit einer Klimaanlage ausgestattet. Ergänzend zum Rückblick sei erwähnt, dass bei der ersten Auflage der chinesischen Tochterveranstaltung 172 Aussteller registriert und 6.500 Besucher gezählt wurden.

Neben dem chinesischen Pendant veranstaltet die Messe München im asiatischen Raum noch zwei weitere Ableger der Labortechnologiemesse, die Analytica Anacon India und die Analytica Vietnam.

Standort Shanghai
Auch im zehnten Jahr mit der sechsten Auflage der Veranstaltung hielt der Betreiber weiterhin am Standort Shanghai fest. Nach Ausführungen des Geschäftsbereichsleiter „Neue Technologien" (eng. Executive Director of Business Unit New Technologies) der MMI, Dr. Martin Lechner, orientiere sich seine Gesellschaft an den Bedürfnissen der Aussteller und die seien mit dem Standort Shanghai zufrieden. Weiterhin ergänzte Dr.

Lechner, dass man sich der Größe des Landes und der damit verbundenen logistischen Herausforderung bewusst sei. Shanghai sei schließlich nicht zentral im Reich der Mitte gelegen. Er ließ aber offen, ob weitere Standorte für die Analytica China ins Auge gefasst werden.

Die Ausstellung
Beeindruckend waren die enorme Geschäftigkeit und das rasante Tempo, den der Gang durch die beiden Ausstellungshallen vermittelte. Der Labor- und Biotechnologiemarkt boomt in China und das konnte man auf der Messe deutlich spüren. Fragen nach einer Bilanz für die Entwicklung des chinesischen Marktes wurde von Firmen zumeist mit dem Hinweis auf die zweistelligen Wachstumsraten beantwortet.
Blieb man als Besucher einen Tick zu lange im Trubel der Halle auf einer Stelle stehen, wurde man nicht selten von einheimischen Ausstellern zu einem Standbesuch gebeten. Neben vielen kleineren einheimischen Firmen, waren aber vor allem die führenden Anbieter der Branche, wie Brand VWR, Memmert, Thermo Fisher, Shimadzu, Tecan, Mettler Toledo, Roche, Witec, Eppendorf, Zeiss, Metrohm, Life Technologies, Miele, Bruker, Tescan, Merck und andere anwesend.

Die präsentierten Instrumente und Einrichtungen, Verbrauchsgüter und Dienstleistungen wurden u. a. den Themenschwerpunkten Umweltschutz, pharmazeutische und chemische Produkte, Elektronik, Ausbildung und Forschung sowie Biotechnologie zugeordnet. Ein besonderer Fokus lag jedoch auf der Lebensmittelsicherheit und der Erforschung und Diagnostik von Krankheiten. Anlass dazu gab vor allem die Absichtserklärung der chinesischen Regierung, verstärkt in die öffentliche Gesundheit zu investieren.

Was sich bereits in den letzten Jahren immer deutlicher abzeichnete, nämlich dass klassische chemische Analysemethoden immer häufiger in den Labors der Lebenswissenschaften eingesetzt werden, konnte ebenfalls in der Ausstellung von Shanghai beobachtet werden. Biotechnologie ist in China ebenso wie anderswo immer stärker im Kommen. Die Münchner Messegesellschaft erwartet für zukünftige Veranstaltungen eine steigende Ausstellerzahl aus diesem Sektor. Service-, Software- und IT-Lösungen stellen weitere Geschäftsfelder dar, deren Präsenz verstärkt bei zukünftigen Ausstellungen erwartet wird.

Berücksichtigt man die Prognose, dass in naher Zukunft 10 % des globalen Energiebedarfs von Forschung und Datenverarbeitung in den Lebenswissenschaften werden wird, kann man sich leicht ausrechnen, in welche Richtung Innovationskraft verstärkt fließen wird. Den Rest regelt der Markt und der wird momentan von High-Throughput, höherer Präzision, Auflösung und Zuverlässigkeit sowie Reproduzierbarkeit bestimmt.

Das Konferenzprogramm
In Zusammenarbeit mit u.a. der Chinesischen Gesellschaft für Chemie, der Shanghaier Gesellschaft für Lebensmittelwissenschaft, der chinesischen Human-Proteom-Organisation (CNHUPO) und der Deutsch-Chinesischen Wissenschaftskooperationsgruppe für Trennung und Analyse von komplexen Proben, ist es dem Organisator gelungen, die Kernthemen der Ausstellung mit Vortragsprogrammen zu ergänzen. Nach den Ausführungen von Ryan Loh, dem Geschäftsführer von MMI Shanghai, galt besonderes Besucherinteresse dem Internationalen Shanghaier Forum für Lebensmittelsicherheit. Zusätzlich komplettierten das 6. Internationale Shanghaier Symposium für Analytische Chemie, das Symposium für Proteomics und Immun- und Stoffwechselerkrankungen, das China-Japan-Korea Symposium für Analytische Chemie sowie das Deutsch-Chinesische Satelliten-Symposium für Hochleistungstrennung und MS-Detektion für komplexe Proben das Konferenzprogramm. Interessenten können das vollständige Konferenzprogramm unter www.analyticachina.com nachlesen.

In zwei Jahren werden sich die Pforten der Analytica China zum siebten Mal öffnen. Und wenn sich die Vision von Stephen Lu, dem Senior Projekt Manager der Ausstellung, erfüllt, wird eine zusätzliche Messehalle ausschließlich dem Thema Biotechnologie gewidmet sein. Wir wünschen den Verantwortlichen eine gute und erfolgreiche Vorbereitungszeit für 2014.

Bilder zu dem Event finden Sie hier

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