Biotechnica 2007

Biotechnica 2007. Die Biotechnica in Hannover schickt sich an, zur europäischen Leitmesse zu werden. Die Fachveranstaltung konnte in diesem Jahr mit einer Reihe von Neuerungen aufwarten, unter anderem mit dem wissenschaftlichen Begleitprogramm der Deutschen Biotechnologietage. Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen für die ausstellenden Firmen? Wie positionieren sie sich im neuen Umfeld? Einer der größten Aussteller ist seit vielen Jahren das Bundesland Hessen, das im Rahmen seiner Aktionslinie Hessen-Biotech auch diesmal einen repräsentativen Gemeinschaftsstand ausrichtete. Mit dabei: Der GIT VERLAG.

Der Hessenstand hob sich nicht bloß optisch wegen seines weithin sichtbaren, sattgelben Zentralzylinders von der Umgebung ab: Unter mehr als 850 Ausstellern fiel der Messeauftritt durch eine attraktive Mischung an Firmen auf – vom forschenden Unternehmen zum Laborausstatter und vom Softwarespezialisten über den Finanzmarktexperten bis zum GIT VERLAG.

„Unser Bundesland zeichnet sich dadurch aus, dass hier komplette Wertschöpfungsketten ausgebildet sind, die neben der Grundlagenforschung auch die großtechnische Herstellung, die Zulassung und den Vertrieb umfassen“, erläuterte Dr. Detlef Terzenbach von der HA Hessen Agentur GmbH, der den Gemeinschaftsstand organisiert hat. „Wir sind stolz darauf, dass unsere 19 Mitaussteller dieses Spektrum auf hohem Niveau abbilden.“

Breites Spektrum

Auf großes Interesse stieß zum Beispiel die Präsentation der Philipps-Universität Marburg, die ihre Biosensor-Forschung vorstellte, von der neue Impulse für die Medikamentenentwicklung zu erwarten sind; die Arbeitsgruppe um Professor Michael Keusgen nutzte den Messebetrieb, um Kontakte zu potentiellen Partnern anzubahnen. Das junge Marburger Biotech-Unternehmen NanoRepro informierte über seine Schnelldiagnostika – in naher Zukunft will die Firma erstmals einen Fertilitäts-Selbsttest für den Mann auf den Markt bringen.

Bei der Deutschen Börse erhielt man Auskünfte über den Aktienmarkt aus erster Hand.

Mit der Frankfurt Bio Tech Alliance schließlich präsentierte sich einer der Gewinner des bundesweiten Clusterwettbewerbs zur industriellen Biotechnologie. Das erfolgreiche Konzept der Initiative sieht vor, marktfähige Verbundprojekte in der Feinchemie anzustoßen. Die wichtigste Neuerung für den Gemeinschaftsstand war in diesem Jahr die Kooperation mit der Gründerinitiative Science4Life, die vom Bundesland Hessen und dem Pharmakonzern Sanofi-Aventis getragen wird.

Der größte deutsche Businessplan-Wettbewerb für Life Sciences und Chemie war erstmals auf der Messe vertreten, um in angemessenem Rahmen in seine zehnte Runde zu starten. Unmittelbar neben dem Hessenstand gelegen, präsentierten sich bei Science4Life 15 Gewinner der bisherigen Jahrgänge – Ansporn für Neubewerber, Anlaufstelle für Geschäftspartner und augenfälliger Beleg für „eine Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann“, wie Jens Krüger vom Hessischen Wirtschaftsministerium lobte, der die Initiative von Anfang an begleitet hat.

Apfelwein ist Biotech

Gemeinsame Plattform der beiden Partnerstände war die Bühne des Hessenforums, auf der die Messeteilnehmer ihre Produkte und Projekte vorstellten, moderiert vom Rundfunkjournalisten Raoul Helmer. Der GIT VERLAG war gleich mit zwei interessanten Vorträgen dabei. Dr. Stefanie Krauth präsentierte sehr gelungen, wie Wissenschaftler und Hersteller ihre Innovationen in den Medien präsentieren können und welche Publikationsformen es gibt. „Raus aus dem Elfenbeinturm!“, forderte Martina Wolkenfeld, die aufzeigte, welche Karrierechancen für Biologen im Verlag bestehen.

Weitere Höhepunkte des Vortragsprogramms: Thomas Meyer von NNE Pharmaplan informierte über den Anlagenbau für Pharma und Biotechnologie, und Claudia Dahmen von AptaRes widmete sich dem hochaktuellen Thema der Aptamere – Oligonukleotid-Moleküle, die enzymatische Aktivität entfalten. Beim Hessenquiz gab es ein traditionelles Produkt hessischer Biotechnologie zu gewinnen: Apfelwein! Die gelungene Mischung aus Vorträgen und auflockernden Fragerunden trug sicherlich zum Erfolg des Messeauftritts bei, der sich an den Zuschauerzahlen ablesen ließ.

Wie erfolgreich der Hessenstand das bewährte Grundkonzept mit den diesjährigen Neuerungen vereinbaren konnte, lässt sich klar an den Rückmeldungen der Mitaussteller erkennen. Diese zeigten sich mit dem Gemeinschaftsstand mehrheitlich „sehr zufrieden“, wie eine Befragung ergab. „Wir haben schon am ersten Tag qualitativ hochwertige Kontakte gehabt“, freute sich etwa Dr. Ralf Dostatni vom Diagnostikahersteller Milenia Biotec: „Für uns hat sich die Messe schon gelohnt.“

Die Organisatoren sind deswegen sicher, dass sich auch in Zukunft ein attraktiver Mix von Unternehmen für den Gemeinschaftsstand zusammenfinden wird. „Wir können vom jährlichen Turnus nur profitieren“, so Projektleiter Terzenbach. Denn im Rahmen der Landesbeteiligung lässt sich der Aufwand eines alljährlichen Messeauftritts verringern: Die Aktionslinie übernimmt für die Mitaussteller die gesamte Organisation im Vorfeld, vom Standbau bis zur Rundumbetreuung vor Ort.

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