Carl Zeiss: 13. Tag der Mikroskopie

  • Als es noch keine digitalen Aufnahmetechnologien gab. Zeichnungen mikroskopischer Abbildungen der embryonalen Stadien verschiedener Lebewesen durch den deutschen Zoologen, Philosophen und Freidenker Ernst Haeckel.Als es noch keine digitalen Aufnahmetechnologien gab. Zeichnungen mikroskopischer Abbildungen der embryonalen Stadien verschiedener Lebewesen durch den deutschen Zoologen, Philosophen und Freidenker Ernst Haeckel.
  • Als es noch keine digitalen Aufnahmetechnologien gab. Zeichnungen mikroskopischer Abbildungen der embryonalen Stadien verschiedener Lebewesen durch den deutschen Zoologen, Philosophen und Freidenker Ernst Haeckel.
  • Dr. Ulrich Simon, Vorsitzender der Geschäftsführung von Carl Zeiss Microscopy bei der Erläuterung des Lichtblattmikroskopieprinzips
  • Dr. Emmauel G. Reynaud, University College Dublin (UCD) bei der Vorstellung des schwimmenden Forschungslabors des Tara Ocean Forschungsprojektes

Carl Zeiss Microscopy lud am 13. und 14. März rund 550 europäische Kunden zum 13. Tag der Mikroskopie in das Jenaer Volksbad ein. Das traditionell im zweijährigen Rhythmus stattfindende Anwendertreffen stand dieses Jahr unter dem Motto „die Welt der Ozeane entdecken". Begrüßt wurden die Teilnehmer von Dr. Ulrich Simon dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Gastgebers, der in seiner Einleitung auf interessante Fakten zu Eigenschaften, Potential und Reichtum der Weltmeere hinwies.

Ozeane sind die Apotheken der Zukunft

80 % aller auf diesem Planeten lebenden Kreaturen finden wir im Salzwasser. Neben der Eigenschaft, der größte Energiespeicher der Erde zu sein, binden die Meere zudem bis zu 30 % des von allen Lebewesen abgegebenen Kohlendioxids. Der enorme Reichtum an Leben, gebe den Meeren das Attribut, Apotheken der Zukunft zu sein, so Simon wörtlich. Je nach Sichtweise werden erst oder bereits 10 % der heutigen Naturstoffe aus den Ozeanen gewonnen. Darüber hinaus ist die See eine wichtige Quelle auf der Suche nach Rohstoffen. Als Beispiel dazu erwähnte der Geschäftsführer u.a. auch ein rasterelektronenmikroskopisches Verfahren, das es erlaube, Erdöl und Erdgas in Gesteinsporen aufzuspüren.

Im zweiten Teil seiner Ausführungen wies Simon auf die Herausforderungen moderner Fluoreszenzmikroskopie im Allgemeinen und für die Entwicklungsbiologie im Besonderen hin. Phototoxizität, Aufnahmegeschwindigkeit und Bildqualität seien limitierenden Faktoren für die Bildgebung. In diesem Zusammenhang präsentierte er die Lichblattmikroskopie (eng. Light Sheet oder Selective Plane Illumination Microscopy) als den technologischen Durchbruch für die Erforschung embryonaler Entwicklungsstufen. Seit Oktober letzten Jahres hat seine Firma das erste kommerzielle System dieser Technologie zur Marktreife gebracht. Das Prinzip, die Lichblattbeleuchtung für Bildgebungszwecke zu nutzen, ist bereits seit 1903 bekannt und wurde von Richard A.

Zsigmondy erstmals bei der Visualisierung von kolloiden Teilchen beschrieben. Die Adaptierung der Methode für hochauflösende Fluoreszenzmikroskopie wurde von Prof. Ernst Stelzer, Dr. Jan Huisken und Kollegen ab 2004 nachhaltig beschrieben (siehe auch diese Spezialausgabe der Imaging & Microscopy). Angesichts des technischen Fortschritts rund zehn Jahre nach den ersten Veröffentlichungen sind Kameratechnologie (EMCCD, sCMOS), Computer-Hardware- und Software nun soweit ausgereift, dass eine Kommerzialisierung der Methode ermöglicht werden konnte.

Erforschung der Ökosysteme Ozeane

Wissen Sie, wie viele Lebewesen ein Liter Meerwasser enthält? Wenn nicht, wird es Sie vielleicht erstaunen, dass sich im genannten Volumen über 100 Milliarden Organismen tummeln. Die Mehrzahl davon bilden Viren und Einzeller. Genauer gesagt besteht 98 % der Biomasse der Ozeane aus Einzellern. Mit dieser Aussage verblüfte Dr. Emmanuel G. Reynaud vom University College Dublin (UCD) u.a. die Teilnehmer während seines wissenschaftlichen Gastvortrags. Reynaud ist einer der wissenschaftlichen Koordinatoren von Tara Oceans - einer Expedition, die zweieinhalb Jahre mit dem 36 Meter langen Schoner Tara um die Welt segelte und marine Ökosysteme analysierte. In seinem Vortrag sprach er über das unsichtbare Leben im Ozean und über seine Forschung, begleitet durch beeindruckende Mikroskopieaufnahmen. Darüber hinaus konnten die Besucher diese Bilder während einer Ausstellung im Volksbad bestaunen. Carl Zeiss blickt bereits auf eine mehrjährige Zusammenarbeit mit dem gebürtigen Franzosen zurück.

Workshops und Produktpräsentation

Als weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung wurden acht verschiedene Workshops vom Gastgeber angeboten, deren Inhalte auf aktuelle Fragstellungen der Bildgebung für Bio- und Materialwissenschaften fokussierten, wie Beobachtung ganzer Organismen mittels Lichtblattmikroskopie, 3D Bildgebung und Nanostrukturierung in der Materialanalyse, Korrelation zwischen Licht- und Elektronenmikroskopie, Virtuelle Mikroskopie (Whole Slide Imaging) und automatisierte Analyse großer Materialoberflächen. Zusätzlich wurden Grundlagenkurse angeboten, bei denen die Teilnehmer eine praktische Einführung in die Prinzipien der Lichtmikroskopie als auch zu den Methoden der Fluoreszenz- und hochauflösenden Konfokalmikroskopie erhielten. Um sich über das aktuell angebotene Geräte- und Systemportfolio der Carl Zeiss Microscopy zu informieren, bot sich den Besuchern der Rundgang durch die begleitende Produktpräsentation zur biomedizinischen und materialwissenschaftlichen Forschung, der klinischen Routine und industriellen Anwendungen.

Kontaktieren

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.