MPI für Biochemie, LDC und Qurient schließen Lizenzabkommen

Lizenzabkommen geschlossen für einen Wirkstoff gegen Metastasen und Arzneimittel-resistente Krebsformen

Das Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB), die Lead Discovery Center (LDC) und Qurient haben eine Lizenzvereinbarung unterzeichnet, mit der Qurient weltweite, exklusive Rechte an einem neuen Kinase-Inhibitor zur Behandlung von metastasierendem Krebs erhält.

Der Wirkstoff gehört zu einer Familie hochselektiver Axl Kinase-Inhibitoren, die vom LDC und Max-Planck-Wissenschaftlern um Prof. Axel Ullrich am MPIB entwickelt wurden. Gemeinsam haben sie nachgewiesen, dass der neue Axl Kinase-Inhibitor entscheidende Schritte der Metastasen-Entstehung blockiert und die Zahl der Metastasen in-vivo deutlich senkt. Das Projekt ist ursprünglich aus einer Kollaboration des MPIB mit dem Unternehmen Vichem Chemie Research hervorgegangen.

Im Laufe des kommenden Jahres werden Qurient, das LDC und MPIB eng zusammen arbeiten, um einen nahtlosen Übergang des Projektes in die präklinische und klinische Entwicklung bei Qurient zu gewährleisten. Das Unternehmen will den Wirkstoff mindestens bis zum klinischen ‚Proof-of-Concept‘ voranbringen, bevor es sich mit Pharmapartnern für die weitere Entwicklung und Vermarktung zusammenschließt. Dem jetzt geschlossenen Lizenzvertrag zufolge, werden das LDC und MPIB eine Vorauszahlung sowie Meilenstein- und Lizenzzahlungen in Abhängigkeit vom Projektfortschritt erhalten. Die Vereinbarung wäre ohne die Unterstützung von Max-Planck-Innovation, der Technologietransferorganisation der Max-Planck-Gesellschaft, nicht zustande gekommen.

Der neue Axl Kinase-Inhibitor adressiert einen dringenden medizinischen Bedarf. Laut WHO (World Health Organisation) steigt die Zahl der krebsbedingten Todesfälle pro Jahr kontinuierlich an, voraussichtlich bis auf 13,1 Millionen im Jahr 2030. Experten gehen davon aus, dass bis zu 90% der Todesfälle durch Metastasen verursacht werden. Bislang gibt es keine wirksame Behandlungs-möglichkeit gegen metastasierenden Krebs, und nur sehr wenige neue Ansätze werden aktuell entwickelt.

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