Natürliche Kältemittel: Der Ausstieg aus dem HFKW Einsatz

Der allmähliche Ausstieg aus der Verwendung und der Bereitstellung von klimaschädlichen HFKW ist mit dem im November 2012 von der Europäischen Kommission vorgelegten Vorschlag für eine „Verordnung über fluorierte Treibhausgase“ offensichtlich beschlossene Sache [1]. Ein Abschluss der Debatte ist aber im besten Fall für Anfang 2014 zu erwarten, dann wird sich entscheiden, wie die Verwendung von fluorierten Gasen (F-Gasen), darunter auch die teilfluorierten Kohlenwasserstoffe HFKW, zukünftig reglementiert werden. Die neue Verordnung wird auch für die Kälte- und Klimatechnikbranche einige Veränderungen mit sich bringen. Huber Kältemaschinenbau ist durch seine Technik und Erfahrung in der Nutzung von alternativen Kältemitteln auf zukünftige Verpflichtungen bestens vorbereitet, da inzwischen fast alle Geräte optional mit natürlichen und umweltverträglichen Kältemitteln erhältlich sind.

Zunehmend sind in den letzten Jahren die HFKW-Kältemittel aufgrund ihres hohen Treibhauspotenzials (Global Warming Potential, GWP) in die Kritik geraten. Erst kürzlich präsentierte die Europäische Kommission den Vorschlag, die Verwendung und den Verkauf von teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW) ab 2015 bis 2030 schrittweise zu begrenzen und insgesamt auf ein Drittel des derzeitigen Niveaus zu reduzieren. Die HFKW, die zur Gruppe der F-Gase gehören, werden derzeit noch in verschiedenen Industriezweigen in den vielfältigsten Applikationen aufgrund ihrer guten thermodynamischen Eigenschaften eingesetzt. Die Emissionen von F-Gasen, deren Treibhausgaswirkung bis zu 23.000 Mal höher sein kann als die von Kohlendioxid, sind seit 1990 um 60 % gestiegen, während die Emissionen aller anderen Treibhausgase verringert wurden [2]. Nach dem Verbot von FCKWs im Jahre 1993 hat sich in der Kälte-Industrie vor allem HFKW als Ersatz durchgesetzt. Etablierte HFKW-Kältemittel sind beispielsweise das Einstoffkältemittel R134a oder die Gemische R507A und R404A.

Huber Kältemaschinenbau erkannte bereits vor einigen Jahrzehnten, dass die Zukunft im Einsatz von umweltfreundlichen und natürlichen Kältemitteln wie Kohlenwasserstoffen liegt und reagierte. Dieses Jahr feiert das Unternehmen 20 Jahre umweltverträgliche Kältetechnik.

Neben technischen Maßnahmen war vor allem eine gezielte Stoffsubstitution zielführend: Seit 2006 bietet das Unternehmen, in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Greenhouse-Politik der Firma Hoffmann-La Roche, Kältemaschinen mit Kohlenwasserstoffen wie Propan R290, Isobutan R600a oder Propen bzw. Propylen R1270 an. Die Kohlenwasserstoff- Kältemittel sind bei anspruchsvollen Temperieranwendungen beherrschbar, dabei arbeiten sie in der Praxis spürbar effizienter als synthetische Kältemittel. Erste Geräte mit natürlichen Kältemitteln wurden bereits Ende der 70er Jahre ausgeliefert. 1982 wurde dann das Aktionsprogramm „Umwelt plus“ ins Leben gerufen, welches die Entwicklung „grüner“ Technologien forciert. Bereits 1993, sieben Jahre vor dem offiziellen Verbot, konnten Kunden bei ihren Anwendungen auf die ozonschädigenden FCKWs verzichten. Ein Jahr später auch auf HFCKWs, die sich ebenfalls negativ auf die stratosphärische Ozonschicht auswirken. 2012 wurden bereits 90 % der Geräte mit einem umweltverträglichen Kältemittel ausgeliefert.

Die Verwendung natürlicher Kältemittel
Petite Fleur, Ministate und Minichiller verzichten bereits ganz auf HFKW. Sie sind serienmäßig mit dem Kohlenwasserstoff-Kältemittel Propan R290, das ein Ozonabbaupotenzial (ODP) von null sowie ein GWP von gerade einmal drei aufweist, verfügbar. Im Vergleich zum Kältemittel R404A (HFKW-Gemisch), das ein GWP von 3260 besitzt, zeigt sich der enorme ökologische Vorteil von Propan R290. Das umweltverträgliche und natürlich vorkommende R290 kann abhängig von der jeweiligen Anwendung die herkömmlichen Kältemittel ersetzen und stellt damit eine umweltfreundliche Alternative dar. Aufgrund der höheren volumetrischen Kälteleistung können beim Einsatz von R290-Kältemittel Verdichter mit geringerer Energieaufnahme eingesetzt werden. Dies führt zusätzlich zu einer Senkung des Energieverbrauchs um ca. 20 %. Durch einen hermetisch abgeschlossen Kältekreislauf in den Geräten ist das Risiko einer Leckage auf ein Minimum reduziert.

Die Konstruktion der Geräte ermöglicht es, auch große Modelle optional mit umweltverträglichen Kältemitteln auszustatten und einen sicheren Einsatz zu gewährleisten. Dabei erzielt diese nicht nur im Bereich der Kältemittel eine ausgezeichnete Öko-Bilanz, sondern auch der niedrige Kühlwasserverbrauch der wassergekühlten Unistate und Unichiller macht die Produkte umweltverträglich. Seit 2010 wird darüber hinaus die Möglichkeit einer Prozesswärmekopplung angeboten, die überschüssige Ressourcen optimal verwertet: Unistate können mit vorhandener Primärenergie wie Dampf, Kühlwasser oder flüssigem Stickstoff kombiniert werden.

Zusammenfassung
In den letzten Jahrzehnten hat Huber zahlreiche umweltschonende Technologien erfolgreich innoviert und auf den Markt gebracht. Ziel ist es, die Position im Markt im Bereich umweltschonendes Temperieren weiter auszubauen. Immer mehr Kunden entscheiden sich für umweltverträgliche Kältemittel – 2012 wurden bereits 90 % der Geräte mit umweltverträglichen Kältemitteln ausgeliefert. Dies zeigt deutlich, dass in der Kälte- und Klimatechnik das Umweltbewusstsein in den letzten Jahren merklich gewachsen ist und der Umweltverträglichkeit bei der Wahl des Kältemittels inzwischen eine erhebliche Bedeutung zukommt.

Referenz
[1] http://ec.europa.eu/clima/policies/f-gas/legislation/ docs/com_2012_643_de.pdf
[2] Europäische Kommission, IP/12/1180, 7.11.2012

! Der Fahrplan für eine CO2-arme Wirtschaft der Europäischen Kommission gibt einen kostenwirksamen Weg vor, um die Emissionssenkungen zu erreichen, die im Rahmen weltweiter Anstrengungen erforderlich sind, um die Klimaerwärmung auf 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss in allen Sektoren und für alle Treibhausgase ein Beitrag geleistet werden [2].
Der Fahrplan sieht vor, im Sektor Industrie die Emissionen, einschließlich von F-Gasen, bis 2030 um 70 % zu verringern. Der neue Vorschlag dient dazu, diese Einsparungen zu erreichen. Er stellt einen kostenwirksamen Beitrag des F-Gas-Sektors zu den gesamtwirtschaftlichen Anstrengungen vor, die unternommen werden müssen, um kostspieligere Folgen des Klimawandels in der Zukunft zu vermeiden [2].

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Huber Kältemaschinenbau GmbH
Werner-von-Siemens-Str. 1
77656 Offenburg
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Telefon: +49 781 9603 0
Telefax: +49 781 57211

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