01.09.2008
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100 Jahre Waldner – Eine Allgäuer Erfolgsgeschichte

  • Konrad Kreuzer, Geschäftsführer Waldner Laboreinrichtungen  Konrad Kreuzer, Geschäftsführer Waldner Laboreinrichtungen
  • Konrad Kreuzer, Geschäftsführer Waldner Laboreinrichtungen

100 Jahre Waldner – Eine Allgäuer Erfolgsgeschichte. Als Hermann Waldner im Jahr 1908 in Wangen im Allgäu eine Flaschnerei eröffnete, ahnte wohl niemand, dass daraus einmal eines der größten Unternehmen der Region mit über 1.000 Beschäftigten weltweit, zwei inländischen und sieben ausländischen Tochtergesellschaften sowie einem weltweiten Vertriebsnetz entstehen würde.

Der Weg dahin führte über ein typisches Allgäuer Produkt - die Milch. Schon in den 30er Jahren waren Waldner-Produkte in der deutschen Milch- und Käserei-Industrie ein Begriff. Innovative Geschäftsideen waren und sind der Erfolgsmotor des Unternehmens.

So lieferte Waldner beispielsweise im Jahr 1950 den ersten Labortisch an die örtliche Molkereischule, was letztendlich die Geburtsstunde der Laborfertigung war.

Heute gehören der Waldner Firmengruppe unter dem Dach der Waldner Holding GmbH & Co. KG die Hermann Waldner GmbH & Co. KG, die Waldner Laboreinrichtungen GmbH & Co. KG und die Waldner Labor- und Schuleinrichtungen GmbH an.

Im Rahmen des Jubiläums sprach GIT mit Konrad Kreuzer, dem Geschäftsführer von Waldner Laboreinrichtungen, über die erfolgreiche Unternehmensgeschichte und zukünftige Entwicklungsperspektiven. Die Fragen stellte Dr. Margareta Dellert-Ritter.

 


GIT Labor-Fachzeitschrift: Waldner feiert 100-jährigen Geburtstag. Worauf führen Sie Ihren Erfolg zurück?

K. Kreuzer: Bei einem Firmenbestehen von 100 Jahren gibt es natürlich kein singuläres Ereignis, sondern eine Erfolgskette zu verzeichnen. Bei Waldner gab es nie Stillstand, sondern schon immer eine fortlaufende Weiterentwicklung.

Aus einem kleinen Handwerksbetrieb ist dadurch ein weltweit agierendes Industrieunternehmen geworden. Waldner hat es stets verstanden Marktchancen und Gelegenheiten zu erkennen und mit den gefunden innovativen Lösungen neue Kundenkreise zu erschließen.

Wir sind dabei nie von einzelnen Kunden oder Produkten abhängig geworden, sondern haben es verstanden unseren Kundenkreis breit zu fächern.

 


Wodurch zeichnet sich Ihre Firmenphilosophie aus?

K. Kreuzer: Unsere Firmenphilosophie steht schon immer im Zeichen der Standorttreue und Mitarbeiterverbundenheit. Wir sind uns sicher, dass dies die Hauptstützen für die anderen wichtigen Pfeiler unseres Leitbildes sind, nämlich Kundenzufriedenheit, Qualität und gute Zusammenarbeit mit Lieferanten. Außerdem hat Waldner eine Vision: Wir wollen den Namen „Waldner" weltweit zu einem Synonym für Laboreinrichtungen machen.

 


Welche Highlights in der Firmengeschichte möchten Sie beispielhaft erwähnen?

K. Kreuzer: Der Anfang von Waldner in Wangen war 1908 als Hermann Waldner - der Gründer und Vater von Anton Waldner, des späteren Firmenchefs - eine Bauflaschnerei übernahm.

1948 werden erstmals Labore gefertigt. Bis dahin hat man hauptsächlich Zubehör aus Metall für Molkereien geliefert. In den sechziger Jahren haben wir dann die ersten industriell gefertigten Labors hergestellt.

Erste Auslandsgesellschaften gründete Waldner 1971. Seit 1982 ist Waldner Laboreinrichtungen eine eigenständige Firma innerhalb des Firmenverbunds. In den 80er und 90er Jahren wurden aus unsere Labormöbel hochtechnisierte Einrichtungen. Im Jahr 2006 haben wir erstmals mehr Einrichtungen außerhalb Deutschlands verkauft.

 

 

Nach welchen Organisationsstrukturen ist das Unternehmen ausgerichtet?

K. Kreuzer: Waldner Laboreinrichtungen weist eine Matrixstruktur auf. Einerseits gibt es die klassischen vertikalen Säulen Vertrieb, Technik und Produktion. Andererseits bilden wir als Projektfertiger die Kundenaufträge in horizontalen Prozessen und Projektstrukturen ab.

Waldner Laboreinrichtungen ist mit dem Schwester-Unternehmen Hermann Waldner über eine übergeordnete Holding verbunden. Die Holding wiederum umfasst zentrale Funktionen wie Buchhaltung, Personalwesen, Gebäudeverwaltung und EDV. In wichtigen Auslandsmärkten ist Waldner mit eigenen Vertriebgesellschaften vertreten.

 


Wie nutzen Sie dabei Synergien?

K. Kreuzer: Waldner ist gut in der Lage lokale und zentrale Stärken zu kombinieren. Lokal stehen den Kunden Ansprechpartner und schnelle Reaktionszeiten zur Verfügung. Zentralen Stärken sind Produkt- und Prozess-Know How, hohe Kapazitäten und eine hohe Finanzkraft durch den Firmenverbund.

 


Waldner hat sich nicht nur in Wangen einen Namen gemacht, sondern auch auf dem internationalen Parkett. Wie sehen Sie heute und in Zukunft den Standort Deutschland?

K. Kreuzer: Waldner verkauft mittlerweile mehr als 50 % seiner Produkte im Ausland. Die Fertigung erfolgt allerdings zu 100 % in Wangen. Mit kurzen Wegen zwischen Verkauf, Entwicklung und Produktion können wir kurze Entwicklungszyklen realisieren.

Unsere zentrale Fertigung ermöglicht uns Produkte zu engen Kundenterminen in höchster Qualität zu produzieren. Diese Fähigkeiten werden besonders in Exportmärkten benötigt. Daher sehen wir unseren Fertigungsstandort als eine unserer Hauptstärken.

 


Welches Engagement verfolgen Sie auf den internationalen Märkten?

K. Kreuzer: Waldner ist im Bereich Laboreinrichtungen mit weitem Abstand Marktführer in Europa. In den letzten Jahren haben wir stark in unsere europäischen Vertriebsgesellschaften investiert.

Wir belegen derzeit auf fast allen europäischen Kernmärkten vordere Positionen. Wir sehen hier noch weiteres Steigerungspotenzial. Mittlerweile ist Waldner aber auch mit einer Tochtergesellschaft in den USA vertreten.

 


Wo sehen Sie dabei die größten Herausforderungen?

K. Kreuzer: Unsere neueste Herausforderung besteht im Markteintritt in außereuropäische Märkte. In diesen Regionen ist Waldner noch keine Marke mit hohem Wiedererkennungswert.

Die großen Entfernungen zu unserem Standort in Deutschland stellen uns vor weitere Herausforderungen. Steigende Ölpreise und - gegenüber dem Euro fallende - Währungen machen uns zudem noch Probleme.

 


Mit welchen Strategien verfolgen Sie dabei mittel- und langfristig welche Zielsetzungen?

K. Kreuzer: Wir prüfen derzeit die Möglichkeiten von Koopertionen mit lokalen Herstellern, Gründungen von Auslandsniederlassungen oder eigenständigen Tochtergesellschaften.

 


Was dürfen wir im Jubiläumsjahr von Waldner erwarten?

K. Kreuzer: Im Jubiläumsjahr dürfen Sie von uns Rekorde erwarten. Waldner hat in Bezug auf Auftragseingang, Umsatz und Rendite sein bestes Jahr. Was den Auftragseingang anbelangt, haben wir mittlerweile zum Weltmarktführer Hamilton Products aufgeschlossen.

 


Und was ist Ihnen dabei persönlich ein besonderes Anliegen?

K. Kreuzer: Passend zum Jubiläumsjahr kann ich dieses Jahr auch meinen 50. Geburtstag feiern. Ich hoffe, dass ich bei guter Gesundheit bleibe und so zusammen mit meinen Kollegen der Geschäftsführung den eingeschlagenen Erfolgsweg unserer Firma weiter beschreiten kann.

 

 

 

Kontakt

Konrad Kreuzer
Waldner Laboreinrichtungen GmbH & Co. KG
Wangen im Allgäu
Tel.: 07522/986-279
Fax: 07522/986-79279
labor@waldner.de

 

 

 

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