01.03.2008
NewsInterviews

Analytica 2008: Prof. Josef Nassauer und Dr. Matthias Konrad zur Bayern Innovativ GmbH

  • Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer, Bayern InnovativProf. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer, Bayern Innovativ
  • Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer, Bayern Innovativ
  • Dr. Matthias Konrad, leitender Projektmanager, Bayern Innovativ

Analytica 2008: Prof. Josef Nassauer und Dr. Matthias Konrad zur Bayern Innovativ GmbH. Innovationen werden weitgehend von technologischen Entwicklungen getrieben. Diese entstehen durch die Verknüpfung von Wissen und Erfahrung aus verschiedenen Technologien und Branchen. Deshalb ist es für die Wirtschaft wichtig, kontinuierlich marktnahe Entwicklungschancen zu erkennen sowie technologie- und branchenübergreifend bestmögliche Kooperationspartner für Innovationen zu gewinnen. Hier hat die Bayern Innovativ GmbH neuartige Wege beschritten und ein Portfolio an Kooperationsplattformen und Netzwerken entwickelt. Wichtig dabei sind die Gemeinschaftsstände „Bayern Innovativ“ auf Messen und Kongressen. GIT sprach im Hinblick auf die Analytica mit Prof. Dr.-Ing. habil. Josef Nassauer, Geschäftsführer, und Dr. Matthias Konrad, leitender Projektmanager Bayern Innovativ über Chancen und Möglichkeiten für Universitäten und Firmen am Gemeinschaftsstand in München. Die Fragen stellte Dr. Margareta Dellert-Ritter.

GIT Labor-Fachzeitschrif: Aus Bayern können wieder zahlreiche Innovationen auf der Analytica präsentiert werden. Wo sind diese zu finden?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: In diesem Jahr werden auf der Analytica etwa 150 bayerische Aussteller mit Innovationen im gesamten Spektrum der Analytik vertreten sein, von neuen Methoden der Instrumentellen Analytik, über spezifische Aufbereitungsverfahren und innovative Diagnostik bis hin zu Lösungen im Laborbereich. Davon werden 30 Aussteller, vorwiegend junge Biotech-Unternehmen und Forschungsinstitute, auf dem Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ in Halle A3, Stand 259/360 ihre neuen Produkte, Technologien und Dienstleistungen präsentieren. Die vorgestellten Entwicklungen reichen von der Anwendung spektroskopischer Methoden, wie NMR (Kernspinresonanz-), IR (Infrarot-) oder MS (Massenspektroskopie), über immunochemische Verfahren bis hin zur Bioelektronik. Mit etwa 300 m2 wird der Stand auf der Analytica in München einer der größten Gemeinschaftsstände der Bayern Innovativ im Jahr 2008 sein.

Welche Themengebiete wurden dabei für das Innovationsforum ausgewählt?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Einige aktuelle Forschungsergebnisse von Ausstellern des Gemeinschaftstandes passen bestens zu den gewählten Themenschwerpunkten Proteomics, Metabolomics, Lebensmittelanalytik und Nanotechnologie des Innovationsforums, das ebenfalls in Halle A3 stattfinden wird. So werden dort unter anderem der Einsatz superparamagnetischer Silicapartikel für die Peptid- und Proteinreinigung, eine neue multiplexe Methode zur Proteinquantifizierung, der Einsatz der NMR-Analytik zur Bestimmung von Metaboliten in Blut und Urin sowie ein innovatives Verfahren der Nanodiagnostik mittels Raman-Streuung in der Biomedizin vorgestellt.

Warum sind diese Innovationen so interessant und wo liegen ihre Anwendungsfelder?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Diese Innovationen werden überwiegend in der Analytik biologischer Proben eingesetzt. Das Anwendungsspektrum reicht von der medizinischen Diagnostik über die Wirkstoffentwicklung bis hin zur Lebensmittelanalytik. Insbesondere die hochspezifische molekulare Analytik ermöglicht die weitere Aufklärung von Zusammenhängen und Interaktionen. So kann die Analyse von Substanzen des Lipidstoffwechsels mittels NMR-Spektroskopie beispielsweise Hinweise für ein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen geben. Neue krankheitsrelevante Targets, die eine Zielstruktur für potenzielle Arzneimittel bieten, können identifiziert und charakterisiert werden, die Wirkung von Lebensmittel- Allergenen kann z. B. durch die Analytik von Interaktionen von Makromolekülen aufgeklärt werden.

Nach welchen Kriterien stellen Sie die Aussteller auf Ihrem Gemeinschaftsstand zusammen?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Die Aussteller werden vom Messekreis, einem Expertengremium aus Vertretern von Ministerien, Hochschulen und Organisationen der Wirtschaft, gemeinsam mit Bayern Innovativ ausgewählt. Das maßgebende Kriterium für die Auswahl sind Innovationsgrad und Marktrelevanz der jeweiligen Produkte, Technologien und Dienstleistungen. Darüber hinaus wird – soweit möglich – eine hinreichende regionale Verteilung der Aussteller angestrebt.

Inwieweit haben auch junge Firmen und Start-ups eine Chance?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Der Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert. Dabei ist es ein vorrangiges Ziel, gerade junge Unternehmen, Start-ups sowie wissenschaftliche Institute zu unterstützen, sich auf einer Messe zu präsentieren und ihre Entwicklungen einem internationalen Fachpublikum vorzustellen. Viele junge Unternehmen haben in der Vergangenheit den Zugang zu Kunden und damit ihren Durchbruch über eine Teilnahme auf dem Gemeinschaftsstand erreicht.

Welche Vorteile ergeben sich für die Aussteller auf Ihrem Stand?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Jeder Aussteller genießt die Vorteile eines Einzelausstellers, profitiert aber von den Vorzügen des Gemeinschaftsstandes wie optimaler Standplatz in der Halle, Nutzung der kompletten Standinfrastruktur, innovatives Umfeld mit anderen Partnern, gemeinsame Werbemaßnahmen und begleitende Pressearbeit. Darüber hinaus besitzt ein Gemeinschaftsstand hohe Attraktivität für den Fachbesucher, da er auf konzentriertem Raum zahlreiche innovative Firmen und Institute besuchen kann.

Was dürfen die Besucher erwarten?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Zum einen präsentiert sich der Gemeinschaftsstand mit einem neuen Standkonzept, das in diesem Jahr erstmals auf der Analytica gezeigt wird. Es werden Innovationen jeweils zur Hälfte von jungen Unternehmen und von wissenschaftlichen Instituten vorgestellt. Darüber hinaus präsentieren sich das Netzwerk „Life Science Bavaria“ der Bayern Innovativ, der von der Bio-M organisierte Cluster Biotechnologie Bayern sowie die Gründerzentren in Martinsried und Weihenstephan und bieten den Besuchern die Gelegenheit für vertiefende Informationen über Aktivitäten im Life Science- und Biotech-Bereich in Bayern.

Welche Trends sehen Sie im Analytikbereich allgemein?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Neue biologische und physikalische Verfahren ermöglichen es, in immer kleinere Dimensionen vorzudringen. Gerade die Biotechnologie und die Nanotechnologie bieten zunehmend die passenden Werkzeuge, um Zusammenhänge auf molekularer Ebene zu verstehen. Die Kombination mit Bereichen wie Elektronik, Materialwissenschaften, Engineering und Automatisierung wird die weitere Entwicklung von Hochdurchsatz-Methoden ermöglichen. Damit sind die Vorraussetzungen gegeben, Krankheitsursachen noch besser zu verstehen und neue hochspezifische Wirkstoffe für die Therapie komplexer Erkrankungen zu entwickeln. Weiterhin führt das zunehmende Verständnis genetischer Unterschiede von Individuen sowie der Interaktion des Genoms mit Inhaltsstoffen von Lebensmitteln oder deren Beeinflussung durch Umweltfaktoren zu neuen personalisierten Lösungen.

Wo sehen Sie dabei die größten Chancen und Marktpotenziale?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Der wachsende Sektor „Gesundheit/Medizin“, das Thema „Gesunde Ernährung” sowie die Umweltanalytik werden wichtige Treiber sein. Mit der wachsenden Kenntnis über die Bedeutung bestimmter Parameter oder spezifischer Biomarker werden sich für die Analytik neue Marktchancen ergeben. Viele der zukünftigen Lösungen werden anwendungsfreundlicher sein, z. B. Diagnosegeräte, die vom Kunden bzw. Patienten selbst bedient und ausgewertet werden. Innovative, aber leicht verständliche Produkte im Bereich der Point-of-Care Diagnostik gewinnen also an Bedeutung. Integrierte diagnostische Sensoren und Geräte, z. B. in Kleidung, sowie die Vernetzung mit Expertensystemen versprechen ein hohes Marktpotenzial.

Welche Rolle spielt dabei Ihre Organisation?

Josef Nassauer, Matthias Konrad: Diese Innovationen entstehen weniger im Zentrum einzelner Fachgebiete, sondern durch das intensive Vernetzen von verschiedenen Disziplinen. Hier setzt die Bayern Innovativ mit ihrer Netzwerktätigkeit an. Sie konzentriert sich auf ein Feld von 10 Technologien und 10 Branchen. Damit gelingt es immer wieder, zu speziellen Themen Experten und Know-how aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenzuführen. Dabei bilden sich Ideen und Kooperationen für innovative Entwicklungen. So entstehen auch viele neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen im breiten Spektrum der Analytik und deren vielfältigen Anwendungsbereichen.

Kontakt

Prof. Dr. Josef Nassauer

Dr. Matthias Konrad

Bayern Innovativ Gesellschaft für

Innovation und Wissenstransfer mbH

Nürnberg

Tel.: 0911/20671-0

Fax: 0911/20671-792

info@bayern-innovativ.de

www.bayern-innovativ.de

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