01.03.2008
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Hans-Joachim Heusler zur Analytica 2008 "Ausblick auf Morgen"

  • Hans-Joachim Heusler, Geschäftsführer Messe MünchenHans-Joachim Heusler, Geschäftsführer Messe München

Hans-Joachim Heusler zur Analytica 2008 "Ausblick auf Morgen". Die Analytica 2008, die Leitmesse für Instrumentelle Analytik, Labortechnik und Biotechnologie/Life Science findet vom 1.– 4. April auf der Neuen Messe in München statt. Die Veranstaltung fokussiert innovative und angewandte Produkt- und Systemlösungen rund um Labors in Industrie, Forschung und Wissenschaft. Das Angebot umfasst die komplette Wertschöpfungskette für Labortechnik, Analytik und Qualitätskontrolle, Biotechnologie, Life Sciences und Diagnostika. Dr. Margareta Dellert-Ritter befragte Hans-Joachim Heusler, Geschäftsführer der Messe München International und in dieser Funktion zuständig für die Analytica, zur neuen Konzeption und zu aktuellen Trends des Branchentreffs.

GIT Labor-Fachzeitschrift: Die Analytica öffnet in diesem Jahr so früh wie noch nie im Jahr ihre Toren. Warum?

Hans-Joachim Heusler: Auf unserem Messegelände finden viele internationale Weltleitmessen statt wie die Analytica und diese müssen terminlich aufeinander abgestimmt werden. Wir haben versucht, für die Analytica einen für Aussteller und Besucher möglichst günstigen Termin zu finden, eben Anfang April. Als Motto haben wir gewählt „Ausblick auf Morgen“. Zukunftsthemen und Innovationen stehen mehr als je zuvor im Zentrum der Analytica. Wir haben die Gestaltung und die Themen gezielt auf diese Thematik ausgerichtet. So werden Themenbereiche wie zum Beispiel die Nanotechnologie und Nanoanalytik, der Vormarsch der Biosensoren, die aktuellen Entwicklungen in der Point-of-Care-Analytik und -Diagnostik oder das Thema Stammzellen aufgegriffen.

Was ist neu in der Konzeption der Analytica?

Hans-Joachim Heusler: Getreu unserem Motto versteht sich die Analytica in diesem Jahr in besonderem Maße als „Trendscout“ und Präsentationsplatz für „Innovationsschmieden“. Im Hightech-Bereich sind Startups, universitäre Spin-offs und Jungunternehmen ganz entscheidende Impulsgeber. Die Analytica wird deshalb auf diese Gruppe ihren besonderen Fokus richten und sie erstmals in einer „InnovationsArea“ bündeln.

So werden sie leicht gefunden und gehen nicht unter zwischen den Großen der Branche. Damit fördert die Analytica aktiv die Verzahnung zwischen innovativen Jungunternehmen, etablierter Industrie, der breiten Anwenderschaft und auch der universitären Forschung.

Diese InnovationsArea wird in der Biotech- Halle A3 eingerichtet. Hier können sich Start-ups aus Deutschland und dem Ausland prominent präsentieren. In diesem Zusammenhang haben wir den Gemeinschaftstand „made in Germany“ platziert, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird und 20 weitere Start-ups umfasst; ein Novum auf der Analytica.

Innerhalb der InnovationsArea haben wir das Forum „Innovations & Technology“, was wir mit Ihnen zusammen durchführen. Es zeigt innovative Technologien und Lösungen und wendet sich auch an Labormitarbeiter. Denn im Rahmen von Vorträgen und Podiumsdiskussionen werden unter anderem praxisnahe Applikationen vorgestellt, die die Routineanalytik in den Laboren deutlich verbessern können. Eine wesentliche Rolle spielen dabei neue Gerätegenerationen von Ausstellern. Das Forum „Business & Markets“ in Halle B2 stellt wirtschaftliche Themen rund um das Labor in den Mittelpunkt. In Vorträgen und Podiumsdiskussionen werden neue Geschäftsfelder, Märkte und Rationalisierungspotenziale im Laborumfeld thematisiert.

Welche Überlegungen führten dazu und wie sehen Sie im Rahmen dessen die traditionelle Analytica Conference?

Hans-Joachim Heusler: Wir meinen, dass eine Messe heute mehr sein muss als nur eine Ausstellung. Darum haben wir rund um die über 50.000 m2 Ausstellungsfläche eine Konferenz, die beiden schon genannten praxisbezogenen Foren sowie Fortbildungsveranstaltungen und eine Reihe von Partnering- Gelegenheiten gruppiert. Wir achten zudem darauf, dass unsere Analytica kein Gemischtwarenladen ist, sondern möglichst auf das Labor und sein Umfeld fokussiert ist. Die Besucher sollen alle relevanten Aussteller finden und die Aussteller ihre relevanten Besucher, vor allem ihre aktuellen und zukünftigen Kunden. Die Analytica Conference spricht mit ihren Zukunftsthemen und wissenschaftlichen Vorträgen einen ganz bestimmten Teil der Besucher an und deckt deren Bedürfnisse der Wissensgewinnung ab. Über die genannten Bestandteile der Analytica führen wir Praktiker und Wissenschaftler zusammen, erzeugen den nötigen Gedankenaustausch dieser Gruppen und fördern das Kennenlernen bis hin zum Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen. Mit anderen Worten sehen wir unsere Aufgabe als internationale Leitmesse der Labor-Community auch darin, im engen Kontakt mit der Branche die zentralen Technologien, neuen Verfahren und Trends in Analytik, Labortechnik und Biotechnologie unseren Fachbesuchern möglichst effizient zu vermitteln. Mit dem Konzept der Analytica 2008 haben wir einen großen Schritt in diese Richtung getan.

Die Analytica Conference ist ein wesentlicher Baustein in unserem Messekonzept. Sie begleitet die Messe von Dienstag bis Donnerstag. Am Freitag finden dagegen Job- und Finance-Day statt. Der enge Dialog und der Informationstransfer zwischen universitärer Grundlagenforschung, die bei der Analytica Conference im Mittelpunkt steht, und der Umsetzung in die Laborpraxis ist der Garant für Innovationen und geschäftlichen Fortschritt. Trendthemen wie zum Beispiel Nanoanalytik und Biosensorik, finden sich auch in der Konferenz. Hinweisen möchte ich auch auf den Analytica Forschungspreis, der am Dienstag, dem ersten Messetag an zwei junge Nachwuchswissenschafter aus Deutschland verliehen wird.

Nach welchen Differenzierungsmerkmalen ordnen Sie Conference und Foren ein?

Hans-Joachim Heusler: Grob gesagt betrifft die Konferenz mehr die theoretische Seite und Zukunftsthemen, die Foren sind sehr viel stärker praxisbezogen und befassen sich auch technologisch mit dem Hier und Heute. Im Forum „Business & Markets“ werden wirtschaftliche Aspekte rund um Labor, neue Märkte und Geschäftsideen erörtert. Im Mittelpunkt stehen neue Wachstumsmärkte, rechtliche Aspekte und unternehmenspolitische Themen. Im Forum „Innovations & Technology“ dominieren praxisnahe, aber innovative Applikationen für die Analytik, die für moderne Labors relevant sind. Hier werden neueste Verfahren, Geräte und Lösungen vorgestellt, um analytische Aufgaben etwa in Lebensmittel- und Umweltlabors, in der Bio- und Nanoanalytik sowie in der industriellen Analytik genauer, schneller, preiswerter und damit effizienter zu lösen. Die Konferenz schließlich ist ein internationales Gipfeltreffen der Wissenschaftselite. Hier referieren Forscher und Wissenschaftler aus aller Welt über die neuesten Ergebnisse der analytischen Grundlagenforschung und ihre Einsatzpotenziale vor allem in der Umwelt- und Lebensmitteltechnologie sowie Biotechnologie und Diagnostik.

Wann und wo finden diese Veranstaltungen statt?

Hans-Joachim Heusler: Die analytica Conference findet an den ersten drei Messetagen, vom 1. bis 3. April, in den Konferenzräumen über der Halle B1 statt. Die beiden Foren begleiten die Analytica während der gesamten Messelaufzeit. Das Forum „Business & Markets“ ist in der Halle B2 angesiedelt. Hier laden wir übrigens am letzten Messetag, dem 4. April, Studenten, Hochschulabsolventen und Schüler zum „Job Day“ ein. Das Forum „Innovations & Technology“ ist in der Halle A3 und bietet am Freitag dem „Finance Day“ seine Plattform.

Nach welchen Kriterien sind die Hallen in diesem Jahr strukturiert?

Hans-Joachim Heusler: Das Ausstellungsspektrum der Analytica umfasst alle Facetten der Wertschöpfungskette, in denen Labore tätig sind – von der Grundlagenforschung, der industriellen Forschung & Entwicklung über die Materialprüfung und Qualitätssicherung bei der Produktion bis hin zur Labor- Diagnostik im Dienste der öffentlichen Sicherheit, Gesundheitsfürsorge, dem Verbraucherschutz oder des Umweltschutzes, um nur einige wichtige Anwendungsbereiche zu nennen. Für alle Labors gilt es, möglichst effizient zu arbeiten. Daher finden sich auch die diesbezüglichen Angebote auf der Analytica. Dabei präsentieren die Aussteller in den Hallen B1 und B2 alles rund um das Thema „Labortechnik“. Die Hallen A1 und A2 hingegen widmen sich der Analytik und Qualitätskontrolle. Biotechnologie/Life Sciences und Diagnostik haben wir wegen der dort feststellbaren besonderen Dynamik eine eigene Halle gewidmet, die Halle A3. Dort ist auch die schon angesprochene InnovationsArea zu finden.

Welche Serviceleistungen dürfen Aussteller und Besucher von der Messe erwarten?

Hans-Joachim Heusler: Wir wollen, dass die Analytica die Bedürfnisse der Aussteller und Besucher auf möglichst effiziente Weise erfüllt. Das beginnt bei der fokussierten Konzeption selbst, geht über die modernen und vielen anderen Messeplätzen als Vorbild dienenden Messehallen der Neuen Messe München, die bei Ausstellern und Besuchern regelmäßig Bestnoten bekommen und reicht bis zu einem umfassenden Service-Angebot für die Vorbereitung, die Messeteilnahme selbst und für die Nachbereitung. Ich nenne hier den Online-Shop, in dem Aussteller alle Messe- Services im Internet bestellen können, die Online- Registrierung für unsere Besucher oder den kostenlosen Messeplaner „my.analytica.de“ zur Verwaltung der Messetermine. Mit dem Eintrittsticket können die öffentlichen Verkehrsmittel in München kostenlos genutzt werden.

Wie schon gesagt, sehen wir durchaus auch die Konzeption selbst als Serviceangebot. Ausdrücklich erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang noch einmal den Finance Day, den Job-Day, die InnovationsArea oder das Fortbildungs- Programm, das aus unserer Sicht den Nutzen des Messebesuches deutlich erhöht. Der Finance Day am letzten Messetag bringt kapitalsuchende Unternehmen mit Finanziers zusammen und informiert über Förderungs-, Finanzierungs- und Kooperationsmöglichkeiten, Venture Capital und den Börsengang. Mit unserem Fortbildungsangebot können Laborleiter- und -mitarbeiter erstmals den Besuch der Analytica mit einer individuellen Qualifizierung verbinden. Speziell für junge Unternehmen bietet die Analytica erstmals die Innovations Area an, um sie schnell und sicher auffindbar zu machen, und damit einen Zugang zu einer breiten, auch internationalen Kundschaft zu bieten.

Aus welchen Bereichen kommen die meisten Impulse und die größten Zuwachsraten?

Hans-Joachim Heusler: Die Analyse der Zuwächse nach den Ausstellungssegmenten ergibt mit 31 Prozent eine Führung des Bereichs Labortechnik – dieser Zuwachs spiegelt für mich die wachsende Nachfrage in den Laboren nach effizienten Automatisierungslösungen wider. Biotechnologie und Life Sciences verzeichnen eine Steigerung von neun Prozent – die zentralen Impulse kommen hier aus den Bereichen Biosensoren, Mikrofludik und Mikrosystemtechnik. Die instrumentelle Analytik legt um 3 % zu – wobei sich hier spannende Trends in Richtung der Kombination von analytischen Prozessen in einem Gerät, modularen Lösungen für mehr Flexibilität und neue Rekorde in der Schnelligkeit und Präzision von Analysevorgängen abzeichnen.

Wie international ist dabei die Analytica ausgerichtet?

Hans-Joachim Heusler: Die Analytica hat im Hinblick auf die Aussteller einen hohen internationalen Anteil: Zur letzten Veranstaltung in 2006 kamen 36 % der Aussteller. Dabei ist zu berücksichtigen, dass internationale Unternehmen, die eine Tochtergesellschaft in Deutschland haben, sich regelmäßig aus Deutschland anmelden und daher als deutsche Unternehmen gezählt werden. Der tatsächliche internationale Anteil ist, da die internationalen Marktführer als Aussteller vertreten sind, wesentlich höher. Um den Bedürfnissen der ausländischen Besucher entgegen zu kommen, veranstalten wir die Analytica auch in den Spitzenwachstumsmärkten China und Indien. Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Internationalität der Analytica in München weiter zu erhöhen. Bei den Besuchern können wir natürlich noch nichts sagen – das wissen wir erst nach Messeschluss. Bei den ausländischen Ausstellern stellen wir gegenüber der letzten Veranstaltung einen Zuwachs von 15 % fest und wir können erfahrungsgemäß noch mit weiteren Anmeldungen bis zum Messestart am 1. April rechnen.

Italien, Frankreich und die Schweiz sind nach Stand der Dinge die Aussteller-Nationen mit den höchsten Zuwachsraten. Neben den internationalen Ausstellern mit eigenem Messeauftritt präsentieren sich auf der Analytica 2008 auch Gemeinschaftsstände aus Großbritannien, Spanien, dem State of Pennsylvania, der Tschechischen Republik und den USA. Erstmals gibt es auch einen China-Pavillion.

Was ist Ihnen 2008 ein besonderes Anliegen und persönlich wichtig?

Hans-Joachim Heusler: Im Hinblick auf unsere konzeptionellen Neuerungen ist es mir besonders wichtig, dass diese den Nutzen des Besuchs der Analytica für Aussteller und Besucher entsprechend erhöht haben; denn die Zufriedenheit unserer Kunden ist unser wichtigster Maßstab.

Kontakt

Susanne Grödl

Messe München GmbH

Projektreferentin/Exhibition Manager Deutschland

Tel.: 089/949-11488

Fax: 089/ 949-11489

info@analytica.de

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