01.10.2008
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Interview: Dr. Peter Reichelt über 30 Jahre Reichelt Chemietechnik

  • Dr. Peter Reichelt, Geschäftsführer Reichelt ChemietechnikDr. Peter Reichelt, Geschäftsführer Reichelt Chemietechnik
  • Dr. Peter Reichelt, Geschäftsführer Reichelt Chemietechnik

Interview: Dr. Peter Reichelt über 30 Jahre Reichelt Chemietechnik. „Ihr seid Reichelt Chemietechnik, ich bin stolz auf Euch!" Mit diesen Worten beglückwünschte Dr. Peter Reichelt seine Mitarbeiter zum 30-jährigen Betriebsjubiläum.

Mit Kreativität, Einsatzbereitschaft und größtem Engagement, mit Kompetenz, Zielstrebigkeit und partnerschaftlicher Kooperation auf Augenhöhe haben die Mitarbeiter die Ideen und Impulse des Firmengründers aufgenommen und als Team überaus erfolgreich umgesetzt. Heute ist Reichelt Chemietechnik das bedeutendste Mailorderhaus in Europa für die Geschäftsbereiche Verfahrenstechnik, Prozesstechnik, Labortechnik, Fluidtechnik, Pharma- und Biotechnik sowie Apparatebau, Maschinenbau und ­Messtechnik.

Im Rahmen des Jubiläums sprach GIT mit dem Firmengründer und geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Peter Reichelt über sein Erfolgskonzept und die Zukunft seines Unternehmens.

Die Fragen stellte Dr. Margareta Dellert-Ritter.

 

GIT Labor-Fachzeitschrift: Herr Dr. Reichelt, Ihr Unternehmen ist stetig auf Expansionskurs. Wie sehen Sie die Entwicklung Ihres Unternehmens und was zeichnet Reichelt Chemietechnik (RCT) aus?

P. Reichelt: Vor 30 Jahren stellte sich die Gesellschaft mit 600 Produkten dem Markt. Heute ­umfasst das Sortiment 80.000 Artikel, wobei hiervon permanent 75 % auf Lager gehalten werden. Oberstes Gebot ist die sofortige Verfügbarkeit und damit die Umsetzung des Lieferprinzips „Just in Time".
Der erste Katalog, der vor 30 Jahren verlegt wurde, hatte eine Auflage von 20.000 Exemplaren.

Das war in der Gründerphase sehr beeindruckend. Heute hingegen verlegt das Unternehmen jährlich 3,2 Millionen Handbücher allein für den deutschen Markt. Hinzu kommt das Kontingent aller Handbücher in 10 weiteren Sprachen für die Partner in West- und Osteuropa, einschließlich Amerika.

 

Mit welchen Strategien konnten Sie sich Ihre Erfolge sichern?

P. Reichelt: Die Vertriebsphilosophie der RCT basiert auf dem Prinzip „Vertrieb der kleinen Quantität" und dies nicht erst seit dem Firmen in Deutschland ihre Lagervorräte abbauen, bzw.

auf „Null herunterfahren", sondern bereits seit Firmengründung. Dieses Vertriebskonzept ist gerade heute populär und wird vom Markt mehr denn je angenommen, denn die meisten Unternehmen haben sich darauf eingestellt ihre ­Lagerkapazität zu reduzieren und somit ihre Kosten zu senken und nur das einzukaufen, was tatsächlich benötigt wird. Dieses „neue Denken" spiegelt sich im Vertriebskonzept der Reichelt Chemietechnik wider. Über 12.000 „aktive" Kunden partizipieren von diesem Erfolgsmodell.

 

RCT hat sich nicht nur in Deutschland, sondern auch auf dem internationalen Parkett einen Namen gemacht. Wo sehen Sie die Märkte der Zukunft und damit die größten Entwicklungspotentiale?

P. Reichelt: Die Entwicklungsperspektiven der RCT liegen einerseits in neuen Produktfeldern und andererseits mittel- und langfristig auf den Märkten Osteuropas. Speziell wird hier an Russland, Kasastan, Weißrussland und die ­Ukraine gedacht.

Der Bedarf ist unerschöpflich, man muss ihn nur erschließen! Um hier richtig vorbereitet und langfristig gut aufgestellt zu sein, ist ein Katalog in russischer Sprache erschienen, der in diesen Ländern der wichtigste „Botschafter" ist, wobei es in erster Linie darum geht, die ­Kataloge in großer Auflage zielgerecht zu platzieren. Dass dies nicht immer ganz einfach ist, liegt auf der Hand, doch die Partner der RCT sind in diesem Fall die besten „Fackelträger"!

 

Worauf führen Sie konkret Ihren Erfolg ­zurück?

P. Reichelt: Innovation, gepaart mit Kontinuität und Kompetenz war und ist der Maßstab für das Unternehmen Reichelt Chemietechnik. Die Umsetzung einer klaren Linie in der Programm- und Marketingpolitik hat die Gesellschaft nach vorne gebracht.

Die Tatsache, einmal einen für richtig erkannten Weg konsequent und langfristig umzusetzen, war letztendlich der Schlüssel zum Erfolg. Mit Sicherheit hängt der Erfolg des „Familienunternehmens" ganz eng mit den Mitarbeitern zusammen, die nicht nur kreativ und engagiert sind, sondern sich mit dem ­Unternehmen absolut identifizieren. Dies war und ist die eigentliche Grundlage der Erfolgs­story der RCT!

 

Mit welcher Organisationsstruktur richten Sie Ihren Blick in die Zukunft?
P. Reichelt:
Im Geschäftsjahr 2005 wurde die Geschäftsführung erweitert. So wurde meinem Sohn Thomas Reichelt, dem Leiter Finanzwesen und Christian Hagendorn, dem Leiter Verkauf die Gesamtprokura erteilt. Tony Figus wurde im Zuge dieser neuen Organisation zum Leiter ­Export berufen.

 

Herr Dr. Reichelt, was darf man ­zukünftig von Ihrem Unternehmen erwarten und was ist Ihnen persönlich ein besonderes Anliegen?

P. Reichelt: Ich definiere mein Unternehmen nicht als Arbeitsmaschine, sondern als Raum, in dem sich die Mitarbeiter entfalten und persönlich entwickeln dürfen und sollen.

Als Geschäftsführer sehe ich mich als Gleicher unter Gleichen. Alle Mitarbeiter - gleich welchen Ranges - müssen miteinander reden, um letztlich im Einklang handeln zu können. Voraussetzung hierfür ist ­jedoch, dass die Kommunikation stets auf gleicher Augenhöhe erfolgt und dem Gegenüber bekundet wird, dass seine ­Autonomie, seine ­Unabhängigkeit, ja seine Entscheidungsfreiheit im Unternehmen voll anerkannt wird.

Das Unternehmen muss Beständigkeit ausstrahlen und Perspektiven vermitteln. Wir sind ein Team mit eigenverantwortlichen Mitarbeitern, die sich aufeinander verlassen können und sich gegenseitig vertrauen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es gelungen ist, in meinem Unternehmen eine nahezu familiäre Atmosphäre aufzubauen, die mit ein wesentlicher „Erfolgsträger" ist.

 

Kontakt
Reichelt Chemietechnik GmbH & Co.
Heidelberg
Tel.: 06221/3125-0
Fax: 06221/3125-10
rct@rct-online.de

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