20.10.2010
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Nach der Messe ist vor der Messe

Analytica 2012 startet durch

  • Susanne Grödl, Projektleiterin Analytica, Messe MünchenSusanne Grödl, Projektleiterin Analytica, Messe München
  • Susanne Grödl, Projektleiterin Analytica, Messe München
  • Messe München

Kaum ist die Nachbereitung der diesjährigen Analytica abgeschlossen, richtet sich der Blick auf die nächste in 2012. GIT fragte Projektleiterin Susanne Grödl, was es jetzt schon an Neuigkeiten gibt.

Frau Grödl, nachdem Sie die letzte Analytica aus der „Besucherperspektive" erlebten, sind Sie nun wieder im aktuellen Tagesgeschäft. Mit welchen Strategien gehen Sie die nächste Messe an?
S. Grödl:
Die Analytica als Besucher zu erleben, war tatsächlich eine ungewöhnliche Perspektive. Sie hat mir aber gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, die Dinge mit etwas Abstand zu betrachten. Sicher werden wir auch 2012 bei der bewährten Grundstruktur der Analytica bleiben, denn die Parallelität von Ausstellung, wissenschaftlicher Konferenz und fokussiertem Rahmenprogramm wird von den Besuchern sehr geschätzt. Sie ermöglicht es, Theorie und Praxis, Marktüberblick und zukünftige Trends zu vereinen. Die Detailplanung, insbesondere was Themenschwerpunkte und das Rahmenprogramm betrifft, ist allerdings noch im Gange. Neuerungen gibt es aber beispielsweise schon für die Aussteller.

Welche Neuerungen sind das?
S. Grödl:
Am 1. September beginnen wir mit der Ausstellerkommunikation, denn dann gibt es die neuen Ausstellerunterlagen. Damit sind wir in diesem Jahr ganz bewusst deutlich früher dran als in den Vorjahren. Für diejenigen, die sich bereits jetzt ihren Stand auf der Analytica 2012 sichern, gibt es deshalb auch zum ersten Mal ein ganz besonderes Angebot: einen Frühbucherrabatt!

Was bedeutet dies konkret für die Aussteller?
S. Grödl:
Wer seinen Stand zwischen dem 1.September 2010 und 31. Januar 2011 bucht, bekommt einen Rabatt von 5% auf die gebuchte Fläche, unabhängig von Standgröße und Art des Standes. Unser Ziel ist es, dass sich die Aussteller früher für die Analytica entscheiden. Eine frühe Anmeldung bedeutet, dass wir die gesamte Messeplanung zeitlich nach vorne rücken können. Und das wiederum bedeutet, dass wir wesentlich zeitiger mit der Besucherwerbung beginnen können - davon profitieren dann auch wieder die Aussteller.

Welchen Zusatznutzen können Sie bieten?
S. Grödl:
Wir werden unsere Services für die Aussteller zu einer optimalen Messevorbereitung, - durchführung und -nachbearbeitung noch einmal deutlich ausbauen.

Die Firmen bekommen Tools, Online-Schulungen oder Workshops an die Hand, um eine optimale Besucherwerbung aus Firmensicht, einen effektiven Messeauftritt und eine gute Messenachbearbeitung ihrer Business-Kontakte zu gewährleisten.

Auf welche Schwerpunkte wird sich die nächste Analytica konzentrieren?
S. Grödl:
Es ist natürlich schwierig, jetzt schon Themen und Trends für das Jahr 2012 auszumachen. Hier werden sicher die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungen 2011 noch wegweisend sein. Themen, die die Branche mittel- bis langfristig bewegen, prüfen wir dagegen schon jetzt. 2010 beispielsweise gab es erstmals einen Tag der Industriellen Biotechnologie auf der Analytica. Aufgrund der positiven Resonanz der Besucher, der zunehmenden Relevanz des Themas für die Branche und der Vielfalt der Thematik erwägen wir, diesen Schwerpunkt 2012 deutlich auszubauen. Der Bereich Biotechnologie hat ja ganz generell einen erfreulichen Schub erfahren. Hieran wollen wir 2012 selbstverständlich anknüpfen - in Ausstellung, Konferenz wie auch im Rahmenprogramm. Ein weiteres Thema, das in unseren Augen sicher hohe Aufmerksamkeit verdient, ist die Lebensmittelanalytik. In der Ausstellung sind wir hier mit namhaften Ausstellern aus Analytik und Labortechnik bereits sehr gut aufgestellt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man im Rahmenprogramm oder der Conference hier noch deutliche Akzente setzen kann.

Welche Bereiche sind Ihnen dabei besonders wichtig?
S. Grödl:
Die Gewichtung der Themen und Schwerpunkte sollte sich mit Blick auf die drei Kernbereiche der Analytica - Analytik, Labortechnik und Biotechnologie - in etwa die Waage halten. Nicht nur, weil alle drei Bereiche ganz eigene, spannende Themen bereithalten. Es ist schlichtweg unser Anspruch, Markt und Trends aller drei Bereiche sinnvoll und in ausgewogener Form abzudecken. Das ist im übrigen auch Ziel der Conference, die den wissenschaftlichen Bogen zu den Ausstellungsbereichen schlägt. Die Bühnen in den Hallen schließlich greifen Trends und Erfahrungsberichte aus den drei Kernthemen auf und sorgen für den nötigen Praxisbezug.

Im großen Messejahr 2012 finden zwei wichtige Messen für die Branche statt. Wie unterscheidet sich die Analytica von der Achema?
S. Grödl:
Die Analytica deckt mit ihren drei Kernbereichen Analytik, Labortechnik und Biotechnologie die gesamte Wertschöpfungskette rund ums Labor ab und spricht damit die Industrie gleichermaßen an wie die Wissenschaft. Das ist in dieser Form einzigartig. Die Achema hingegen fokussiert die Chemische Großindustrie. Analytik und Labortechnik sind dabei nur zwei von etlichen Ausstellungssegmenten. Vergleicht man die Ausstellerzahlen in diesen beiden Bereichen, so ist die Analytica wesentlich breiter und umfassender aufgestellt - alle internationalen Key Accounts sind in München vor Ort. Diese Informationsdichte, verbunden mit kurzen Wegen, einem guten Service und einem modernen Messegelände sind das, was Aussteller und Besucher heute schätzen. Der Fachbesucheranteil der Analytica von 99% (2010) kommt also nicht von ungefähr. Streuverluste wie sie eine Großmesse für das Fachpublikum aus Analytik und Labortechnik aufgrund der Breite ihres Angebots natürlicherweise mit sich bringt, gibt es in München nicht. Auch in Sachen Internationalität müssen wir uns nicht mehr verstecken. Der Auslandsanteil bei den Ausstellern lag 2010 bei 37%, bei den Besuchern bei 33%.
Wir sind überzeugt: wer kompakte Informationen rund ums Labor in Form eines umfassenden Marktüberblicks sucht, wird 2012 auf der analytica richtig sein.

Inwieweit kooperieren Sie wieder mit Verbänden?
S. Grödl:
Wir werden auch 2012 wieder mit den führenden Fachverbänden zusammen arbeiten. Das ist zum einen der Industrieverband Spectaris. Außerdem sind wieder der VBU, die LSR AG (innerhalb des VDGH) und der VBIO an Bord. Mit den wissenschaftlichen Gesellschaften GDCh, GBM und DGKL verbindet uns seit dem Jahre 1968 - dem ersten Veranstaltungsjahr der Analytica - eine enge Kooperation: die drei Gesellschaften organisieren seit dieser Zeit mit sehr großem Erfolg die Conference. Darüber hinaus gibt es eine Zahl an internationalen Partnern und Verbänden, mit denen wir eine enge Zusammenarbeit pflegen. Hierzu gehören u.a. die Jaima (Japan Analytical Instruments Association), CCS (Chinese Chemical Society), IAIA (Indian Analytical Instruments Association), die Grufac (Association of Laboratory Equipment Manufactures) oder Ubifrance (Französische Exportförderungsgesellschaft).

Wohin geht Ihrer Meinung nach der Trend in der Messewelt? Und was bedeutet das für die Analytica?
S. Grödl:
Man hört ja immer wieder Diskussionen darüber, ob das Internet eines Tages den Messen den Rang ablaufen wird. Sicher sind die kommunikativen Möglichkeiten, die das Internet bietet und insbesondere in der Zukunft bieten wird, nicht mehr aus dem Geschäftsalltag wegzudenken. Auch wir sehen hier einen Schwerpunkt unserer kommunikativen Aktivitäten, der aber vor allem darauf beruht, auch in den messefreien Zeiten den Kontakt zu unseren Ausstellern und Besuchern zu halten. Denn eines ist in meinen Augen sicher: Das Internet wird auch in Zukunft nicht das persönliche Gespräch ersetzen können. Ich denke, gerade in so komplexen Themenwelten wie der Analytik, Labortechnik und der Biotechnologie, ist der persönliche Austausch, das regelmäßige Zusammenkommen und sich informieren weiterhin unabdingbar. Abgesehen davon, dass es ganz einfach ein menschliches Bedürfnis ist, sich persönlich zu treffen und kennen zu lernen.
Nichtsdestotrotz müssen Messen im heutigen wirtschaftlichen Umfeld sicherlich zunehmende Anstrengungen unternehmen, um attraktiv für Aussteller und Fachbesucher zu bleiben und einen tatsächlichen, inhaltlichen Mehrwert zu bieten. Den Schlüssel hierfür sehen wir in einer ausgewogenen Mischung aus Ausstellung, Konferenz und begleitendem Rahmenprogramm, um Status Quo, Trends und Praxis der Branche zeitgleich abzubilden.

Was ist Ihnen persönlich dabei ein besonderes Anliegen?
S. Grödl:
Die Analytica soll für die Branche DER Treffpunkt für persönliche Kontakte und den Austausch mit der Branche werden: ein gesetzter Termin im Kalender von Besuchern wie Ausstellern, national und international. Die Besucher sollen nicht nur gerne kommen, sondern weil hier die Marktführer mit ihren aktuellen Produkten und Anwendungen sowie den Markt weisenden Zukunftsentwicklungen zu finden sind.

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