Bioenergie hat wesentlichen Einfluss auf Deutschlands Landwirtschaft

  • Bioenergie hat wesentlichen Einfluss auf Deutschlands Landwirtschaft (Bild: Biogasanlage nahe Neuerkerode, Elmschrat/Wikimedia)Bioenergie hat wesentlichen Einfluss auf Deutschlands Landwirtschaft (Bild: Biogasanlage nahe Neuerkerode, Elmschrat/Wikimedia)

Bioenergie hat einen wesentlichen Einfluss auf Deutschlands Landwirtschaft - sowohl für den Agrarhandel als auch für die Anbaustrukturen und die Umweltwirkungen der Landwirtschaft. Zu diesem Schluss kommt das Johann Heinrich von Thünen-Institut in seiner aktuellen "vTI-Baseline 2011-2021", einem Referenzszenario zur Analyse der Auswirkungen verschiedener Politikoptionen auf die Landwirtschaft, das in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) erstellt wurde.

Rohstoffimporte für Biotreibstoffe
Die Projektion zeigt, dass das Handelsbilanzdefizit der EU bei Agrarprodukten weiter ansteigt (von 21 auf 35 Mrd. Euro), weil verstärkt Ölsaaten und Getreide als Rohstoffe für die Produktion von Biotreibstoffen importiert werden müssen. Ansonsten würden die Beimischungsverpflichtungen der EU-Biokraftstoffrichtlinie nicht eingehalten werden. Diese politisch festgelegten Beimischungsverpflichtungen beeinflussen neben den Weltmarktpreisen die Entwicklung der Erzeugerpreise. Im Baseline-Szenario liegen die projizierten Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte in Deutschland weiterhin auf vergleichsweise hohem Niveau.

Landwirtschafltiche Flächennutzung für Biomasseanbau
Nach den Modellanalysen hat die Förderung des Biomasseanbaus zur Energiegewinnung den größten Einfluss auf die Entwicklung der landwirtschaftlichen Flächennutzung in Deutschland. Unter den getroffen Annahmen wird der Energiemaisanbau bis 2021 von 450 000 ha im Jahresdurchschnitt 2006-2008 auf etwa 1,4 Mio. ha ausgedehnt, wofür stillgelegte Flächen genutzt sowie die Getreide- und Ölsaatenproduktion vermindert werden.

Biomasse als Einkommensquelle
Ackerbaubetriebe können infolge des relativ hohen Preisniveaus für Getreide und Ölsaaten und neuer Einkommensmöglichkeiten aus dem Anbau von Energiemais ihr vergleichsweise überdurchschnittliches Einkommensniveau aus dem Basisjahrzeitraum halten.

Unter den getroffenen Annahmen profitieren Veredlungsbetriebe (+21 %) von steigenden Schweine- und Geflügelfleischpreisen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Betriebsergebnisse der Veredlungsbetriebe von einer hohen Volatilität gekennzeichnet und im Basisjahrzeitraum häufig unterdurchschnittlich ausgefallen sind.

Emissionen steigen
Die Ammoniak-Emissionen in Deutschland stagnieren etwa auf Höhe der EU-rechtlich festgelegten Emissionsobergrenze. Um die Obergrenze gesichert und dauerhaft zu unterschreiten, müssen die Emissionen weiter gemindert werden. Steigende Hektarerträge und der Ausbau der Energiepflanzenproduktion lassen eine erhöhte N-Düngungsintensität und einen Anstieg des Stickstoffsaldos um ca. 10 % erwarten. In Regionen und Betrieben mit intensiver Tierhaltung wird sich die dort bestehende Stickstoffproblematik bis 2021 nicht entschärfen. Eine zunehmende Rolle spielen auch die Gärreste aus der Biogaserzeugung, die bei geringer Verwertung des Stickstoffs ebenfalls die Salden erhöhen und zudem eine neue Quelle für Ammoniak-Emissionen darstellen.

http://www.vti.bund.de

 

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