Diagnostica-Industrie: Innovationen scheitern an Bürokratie

Mitgliederversammlung des VDGH in Berlin

  • Labordiagnostik: Die Elektrophorese in Agarose-Gelen gehört zu den Standardverfahren, um DNA-Fragmente unterschiedlicher Größe aufzutrennen. Labordiagnostik: Die Elektrophorese in Agarose-Gelen gehört zu den Standardverfahren, um DNA-Fragmente unterschiedlicher Größe aufzutrennen.

Innovative Labortests sind ein Schlüssel zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Diese Auffassung hat der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Diagnostica-Industrie (VDGH), Dr. Jürgen Schulze, auf der Mitgliederversammlung in Berlin vertreten. Ohne eine zutreffende Diagnose gebe es keine gezielte und damit keine kosteneffiziente Behandlung. Allerdings würden die Chancen, die die Labordiagnostik zur Kostendämpfung biete, nicht optimal genutzt. Die Einführung neuer Labortests werde trotz des im Koalitionsvertrag formulierten Ziels, die Innovationskraft der deutschen Medizintechnik zu stärken und eindeutige, praktikable Verfahren zur Kosten-Nutzen-Bewertung einzuführen, noch immer durch bürokratische Hemmnisse verzögert.

Der VDGH-Vorsitzende sieht eine erhebliche Diskrepanzen zwischen dem politisch Gewollten und der Verfahrenspraxis im Alltag und forderte vor Vertretern aus Politik, Gesundheitswesen und Industrie insbesondere klare Fristen, innerhalb derer über die Aufnahme neuer Labortests in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entschieden werden muss. Darauf seien die Hersteller von Laborreagenzien und Analysensysteme schon deshalb angewiesen, weil sie als eine der wenigen Leistungserbringer dem vollen Preiswettbewerb ausgesetzt sind. Auch auf das Effizienzpotenzial, das die Labordiagnostik in der Prävention bietet, wies Dr. Jürgen Schulze hin. Insbesondere bei der Früherkennung von Krankheiten könnten mit Hilfe von Labortests am ehesten Erfolge erzielt werden.

Zum Nachfolger von Schulze, der wegen Übernahme der Präsidentschaft des europäischen Diagnostica-Verbands EDMA mit Ablauf der Mitgliederversammlung den VDGH-Vorsitz niederlegte, wurde Matthias Borst gewählt. Der bisherige stellvertretende VDGHVorsitzende ist Geschäftsführer des amerikanischen Medizinprodukte-Unternehmens Becton-Dickinson in Heidelberg. Neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Harald H. Borrmann, Leitung Verkauf Labordiagnostik Deutschland von Roche Diagnostics, Mannheim. Auch er gehörte dem Vorstand bereits an. Dr. Schulze bleibt weiterhin Mitglied des Vorstands.

 http://www.vdgh.de/

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